Mittwoch, 26. September. 2012

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Liebes Tagebuch,

Mein zwölftes Lebensjahr ist vorbei, und das dreizehnte beginnt. Der Morgen? Stress pur. Luana musste früh in die Praxis und hatte Toni gestern Abend gebeten, uns – also Eleni, Nala und mich – zu wecken. Blöd nur, dass Toni heute frei hatte und seinen Wecker einfach ausgestellt hat. Das Ergebnis? Richtig: Wir haben verschlafen – und zwar so richtig. Keine Zeit mehr für irgendwas.

Nala stürmte in mein Zimmer, rief nur kurz, dass wir verschlafen haben und ich mich beeilen soll, dann war sie auch schon wieder weg. Ein richtig entspannter Geburtstag, oder? Nicht wirklich.

Irgendwann wurde auch Toni vom ganzen Trubel wach – und dann ging's los. Nala hat sich mit ihm gestritten, weil sie ihn gestern noch gefragt hatte, ob sie sich lieber selbst einen Wecker stellen soll. Aber nein, Toni hatte darauf bestanden, uns zu wecken – weil ich ja Geburtstag habe. Nett gemeint. Hat aber nicht funktioniert.

Apropos Geburtstag: Daran hat heute früh niemand gedacht. Wirklich niemand. Alle waren nur damit beschäftigt, rechtzeitig aus dem Haus zu kommen. Selbst Eleni hatte schlechte Laune – und das muss was heißen, denn normalerweise hat sie immer ein Lächeln im Gesicht. Aber morgens ist sie ein echter Morgenmuffel. Wahrscheinlich wurde das Wort nur ihretwegen erfunden.

Wir kamen erst zur zweiten Stunde in der Schule an – Geschichte bei Henry. Ehrlich gesagt, war ich gar nicht so traurig, eine der beiden Stunden zu verpassen. Ich schreibe gute Noten in Geschichte, aber zu meinen Lieblingsfächern zählt es nicht gerade.

Was Henry gar nicht leiden kann: Unpünktlichkeit. Ich glaube manchmal, er ist bei mir extra streng, damit keiner behaupten kann, ich würde bevorzugt. Die meisten haben nämlich längst kapiert, dass er Mamas Freund ist – auch wenn ich nicht mehr bei ihr wohne.

Kaum hatte ich den Klassenraum betreten, rief er mich auch schon zu sich.
„Wieso kommst du erst jetzt? Du weißt, dass wir nächste Woche eine große Arbeit schreiben wollen", sagte er.
Tagebuch, an dieser Stelle war ich mir sehr sicher: Ich will diese Arbeit nicht schreiben. Und alle anderen vermutlich auch nicht – nur Henry schon.

„Tut mir leid, wir haben verschlafen", antwortete ich.
„Ich lasse das mal durchgehen – aber nur, weil du heute Geburtstag hast", meinte er und reichte mir einen Muffin mit einer kleinen Kerze obendrauf.

Es war einer von Mamas berühmten Schokomuffins – besser gesagt: eine Schokobombe. Ich weiß nicht, was sie da reintut, aber es gibt nichts Schokoladigeres auf der Welt. Henry sagte, mein richtiges Geschenk bekomme ich, wenn ich das nächste Mal zu ihnen komme. Ich hab ihm gesagt, dass ich am Sonntag vorbeikomme, weil wir am Samstag bei Luana feiern.

Die Klasse hat dann sogar ein Geburtstagslied für mich gesungen – schief, aber süß. Als die Stunde vorbei war und ich aus dem Klassenraum kam, wäre Nala mir fast in die Arme gerannt. Sie hat sich tausendmal entschuldigt, weil sie meinen Geburtstag vergessen hatte, und mir dann schnell gratuliert.

Ich war ihr nicht böse, Tagebuch. Sie war nicht die Einzige, die es vergessen hatte – und ehrlich gesagt, hatte ich heute Morgen ja selbst kaum daran gedacht.

Als wir nach der Schule nach Hause kamen, stand Luana schon in der Tür und hat mir ebenfalls gratuliert. Ihre Eltern waren zu Besuch, und Stefanie hatte einen Kuchen gebacken. Ich habe sie schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und mich riesig gefreut, dass sie mal wieder da waren. Später kam auch Karla noch vorbei. Sie hatte in letzter Zeit kaum Zeit für mich – sie trainiert viel fürs Turnen und hat oft Wettkämpfe. Aber heute war sie da. Und das war schön.

Tagebuch, obwohl dieser Tag echt holprig angefangen hat, ist er am Ende doch noch schön geworden.
Auf ins dreizehnte Lebensjahr!

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