Montag, 21. Juni. 2010

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Die Zeit mit Mama ist wirklich wunderbar. Es fühlt sich an wie früher. Morgens macht sie mir ein Pausenbrot, ich gehe zur Schule – und wenn ich nach Hause komme, hat sie Mittagessen gekocht. Alles fühlt sich warm und vertraut an. Als hätte sich ein Kreis geschlossen.

Heute haben wir die Mathearbeit zurückbekommen. Ich habe eine Eins! Als ich nach Hause kam, habe ich Mama die Arbeit sofort gezeigt. Sie war so stolz auf mich. Sie sagte, dass sie selbst nie gut in Mathe war und sich fragt, von wem ich das habe. Dann wurde ihr Blick kurz traurig – ich glaube, sie musste an Papa denken. Aber ich habe ihr gleich von meinem Schultag erzählt, damit sie nicht lange darüber nachdenken muss.

Ich habe sie gefragt, ob wir Muckine im Zoo besuchen können – und sie hat ja gesagt. Es war das erste Mal seit Monaten, dass wir wieder gemeinsam dort waren. Es war schön. Mama sagte, dass wir vielleicht bald mal ins Kino gehen könnten. Von mir aus gern. Hauptsache, wir machen etwas zusammen. Hauptsache, Mama ist glücklich.

Wenn sie lacht, lache ich mit. Und dann spüre ich dieses Kribbeln im Bauch. Freude, Hoffnung, dieses ganz besondere Glücksgefühl, das durch den ganzen Körper zieht. Ich habe das so vermisst. Jetzt weiß ich: Ich werde jede einzelne Sekunde mit Mama genießen. Ich habe gelernt, wie wertvoll Familie ist. Und ich bin froh, dass ich das erkannt habe – bevor es zu spät war.

Ich gehe jetzt schlafen. Morgen beginnt die letzte Woche vor den Sommerferien. Und die bedeuten: ganz viel Zeit mit Mama. Und mit Karla. Ich freue mich so.

Gute Nacht, liebes Tagebuch.

Mama hat ihren Regenschirm verloren - Wie Depressionen eine Familie verändernGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt