Liebes Tagebuch,
Heute war der große Tag. Heute ist Samstag – und ich durfte endlich wieder zu Mama zurück. Mama ist schon vor einer Woche ins Haus gezogen, um sich wieder einzugewöhnen. Luana hat gesagt, dass weiterhin eine Psychologin kommen wird, damit Mama keinen Rückfall bekommt.
Obwohl es ein so schöner Tag war, war er auch ein bisschen traurig. Ich musste meiner zweiten Familie Lebewohl sagen. Luana hat gesagt, dass ich jederzeit willkommen bin – ich könne sie immer besuchen. Zumindest werde ich Liv, Linus und Nala weiterhin jeden Tag in der Schule sehen.
Später hat mich Sophie abgeholt und zu Mama gebracht. Sie hat gesagt, dass sie regelmäßig vorbeikommen wird, um sicherzugehen, dass es mir gut geht und dass wir uns wieder zurechtfinden. Und das werden wir, Tagebuch. Ganz bestimmt. Noch einmal lassen wir uns nicht trennen!
Als wir zuhause ankamen, stand Mama schon an der Tür und wartete. Alles fühlte sich fremd an und gleichzeitig vertraut. Es war so lange nicht mehr mein Zuhause gewesen – und doch war es das. Mama hatte dieses Lächeln im Gesicht, das ich so vermisst habe. In der Küche saß Mucki auf dem Tisch. Mama sagte, er habe gut auf sie aufgepasst – und dass ich ihn jetzt wiederhaben dürfe, weil sie ihn nicht mehr braucht.
Sophie meinte, sie müsse noch mit Mama sprechen, und bat mich, auf mein Zimmer zu gehen. Aber du kennst mich, Tagebuch: Natürlich habe ich gelauscht.
Sophie hat Mama viele Auflagen gemacht. Sie muss sich sofort Hilfe holen, wenn es ihr wieder schlechter geht. Die Therapie fortsetzen. Und sich melden, wenn sie Schwierigkeiten mit mir hat. Sophie sagte, das Jugendamt sei nicht dafür da, Familien zu trennen, sondern sie zu erhalten – solange das Wohl des Kindes an erster Stelle steht. Sie sagte auch, dass sie anfangs häufig kommen werde, um nach dem Rechten zu sehen. Sie glaubt, dass Mama eine gute Mutter ist – und wieder eine sein kann. Aber sie müsse sich Mühe geben und an die Regeln halten.
Das ist ganz schön viel. Aber ich glaube an Mama. Wir sind ein gutes Team. Ich bin der Umhang zu meinem Superhelden.
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Als ich den Eintrag las, wurde mir erneut bewusst, wie stark und gleichzeitig verletzlich ich damals war. Die Aufregung und die Sorgen, die ich verspürte, als ich wieder mit Mama vereint wurde, sind mir noch so lebhaft in Erinnerung. Es war eine Zeit voller Hoffnung, aber auch von Unsicherheit und Ängsten. Ich sehe jetzt, wie wichtig es für mich war, eine so liebevolle und unterstützende zweite Familie bei Luana zu haben, und wie viel Kraft ich aus dieser Unterstützung schöpfen konnte. Meine Gedanken über Sophie und die Verantwortung, die auf Mama lastete, zeigen mir, wie früh ich begann, die Last der Erwachsenenwelt zu spüren und zu tragen. Es berührt mich, wie ich damals trotz allem den Mut fand, optimistisch zu bleiben und an das Gute zu glauben.
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Mama hat ihren Regenschirm verloren - Wie Depressionen eine Familie verändern
Ficção GeralDepressionen betreffen nicht nur den Menschen, der sie trägt. Sie sickern in alles, was ihn umgibt. In Beziehungen. In Kinder. In Liebe. Marlene ist sieben Jahre alt, als ihre Welt zu kippen beginnt. Mama verändert sich. Mal ist sie wie früher, mal...
