Liebes Tagebuch,
heute hat Eleni Geburtstag. In den letzten Wochen hat sie wirklich große Fortschritte gemacht. Sie ist viel offener geworden und kommt jetzt langsam mit allen zurecht, die mit ihr im Haus leben. In der Schule tut sie sich noch immer schwer, aber sie hat gesagt, dass sie froh ist, dass endlich Ferien sind – einfach mal zur Ruhe kommen. Ich bin mir sicher, dass sie bald auch dort besser zurechtkommt. Wenn sie erst einmal gelernt hat, Nähe wirklich zuzulassen, wird sie auch Freunde finden.
Ich habe lange überlegt, was ich ihr schenken könnte. Es war gar nicht so leicht, weil ich wollte, dass es etwas Besonderes ist. Aber Eleni meinte, ich müsse ihr gar nichts schenken – für sie sei das größte Geschenk, dass ich einfach für sie da bin. Das hat mich berührt. Es ist schön zu sehen, dass sie sich angekommen fühlt. Dass sie glücklich ist.
Glücklich zu sein bedeutet, so akzeptiert zu werden, wie man ist. Und das ist jetzt endlich der Fall.
Heute Morgen habe ich Mama gefragt, ob ich zu Eleni fahren darf, um ihr zu gratulieren. Sie hat irgendwie verletzt geschaut, als ich von Luana sprach. Immer wenn ich von den anderen erzähle, versucht sie, das Thema zu wechseln – als hätte sie Angst, ich könnte wieder zu ihnen zurückwollen. Ich verstehe das nicht. Es fühlt sich an, als wäre sie eifersüchtig. Vielleicht hat sie Angst, mich zu verlieren.
In zwei Tagen hat Mama Geburtstag. Ich habe eine kleine Überraschungsparty vorbereitet. Es gibt Ballons, selbstgebastelte Girlanden, ein gemaltes Bild und ein neues Geburtstagslied, das ich geübt habe. Ich hoffe, es gefällt ihr. Ich möchte ihr zeigen, wie sehr ich sie liebe.
Aber die anderen gehören auch zu meinem Leben. So wie ich Mama nicht vergessen habe, als ich bei Luana war, habe ich Luana, Liv, Toni, Linus, Nala und Eleni jetzt auch nicht vergessen. Sie sind Teil von mir geworden – sie haben mir Halt, Sicherheit und Zuneigung gegeben, als ich sie am dringendsten gebraucht habe. Und das werde ich nie vergessen.
Ich wünsche mir, dass Mama das irgendwann verstehen kann.
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Mama hat ihren Regenschirm verloren - Wie Depressionen eine Familie verändern
Fiction GénéraleDepressionen betreffen nicht nur den Menschen, der sie trägt. Sie sickern in alles, was ihn umgibt. In Beziehungen. In Kinder. In Liebe. Marlene ist sieben Jahre alt, als ihre Welt zu kippen beginnt. Mama verändert sich. Mal ist sie wie früher, mal...
