Sonntag, 17. Oktober. 2010

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Liebes Tagebuch,

die Herbstferien sind echt toll! Heute Morgen sind wir alle zusammen nach Hamburg gefahren – ein Ausflug nur für uns, und ich war so aufgeregt!

Gegen Mittag sind wir angekommen und haben zuerst unsere Sachen im Hotel abgestellt. Ich war noch nie in einem Hotel, Tagebuch, und ehrlich gesagt... ich hatte mir das aufregender vorgestellt. Irgendwie dachte ich, es wäre besonders, vielleicht sogar ein bisschen magisch. Aber eigentlich ist es einfach nur ein großes Haus mit vielen Schlafzimmern.

Danach ging's direkt zum Hafen. Dort roch es nach Salz, Fisch und Wind. Luana sagte, das sei typisch Hamburg – und ich habe heimlich beschlossen:
Wenn irgendwann alles wieder gut ist, fahre ich mit Mama hierher.
Alles wirkte so ruhig, so friedlich.

Zum Mittagessen gab es frischen Fisch. Ich weiß nicht, wie sie das hier machen, aber er schmeckte besser als jeder Fisch, den ich je gegessen habe.

Wir sind noch ein bisschen an den Landungsbrücken entlangspaziert. Aber ganz ehrlich: Ich konnte mich kaum auf irgendwas konzentrieren – ich war viel zu aufgeregt. Das Musical rückte immer näher.

Wusstest du, dass man mit einem Schiff übersetzen muss, um zum Theater zu kommen? Es liegt auf einer kleinen Insel mitten im Hafen. Schon das war ein Abenteuer! Und als wir dann im Theater saßen, konnte ich die Bühne super sehen – wir hatten richtig gute Plätze.

Und dann...
ging das Licht aus.

Die Frau, die Rafiki spielte, hatte eine starke Stimme. Ihre Ausstrahlung war so groß, dass sie den ganzen Saal füllte. Die Musik begann – und ich kannte das Lied sofort. Es fühlte sich an, als würde mein Herz mitsingen. Als ob ich plötzlich Teil dieser Welt wäre.

Immer mehr Darsteller kamen auf die Bühne – als Elefanten, Giraffen, Geparden. Ihre Kostüme waren bunt und wunderschön. Und wie sie sich bewegten! Fast so, als wären sie wirklich Tiere.

Zazu war eine Puppe, geführt von einem Mann mit blau geschminktem Gesicht. Seltsam... und faszinierend. Dann kam Simba. Erst als Kind – ungefähr so alt wie ich. Und später als Erwachsener, als er den Mut findet, nach Hause zurückzukehren.

Tagebuch, vielleicht liebe ich dieses Musical so sehr,
weil es mich an mich selbst erinnert.

Ich bin auch weggegangen. Ich musste gehen.
Und ich hoffe, dass ich – genau wie Simba –
irgendwann wieder wirklich ankommen kann.
Zuhause.

Übrigens: Linus fand das alles total langweilig. Er ist eingeschlafen. Typisch, oder?

Nach der Vorstellung sind wir mit dem Schiff zurückgefahren und dann ins Hotel gegangen. Es war schon spät, und ich bin richtig müde.

Wir haben vier Zimmer:
Luana und Toni teilen sich eines,
Liv und Jonah (ja, Jonah ist auch mit – weil Liv ohne ihn nicht fahren wollte, nervig!),
Linus hat ein eigenes,
und Nala und ich schlafen zusammen in einem.
Nala schläft schon, während ich dir das hier schreibe.

Tagebuch,
es war ein wunderschöner Tag.
So ein Tag, den man für immer in seinem Herzen behalten möchte.
Ich hoffe, es war nicht der letzte.

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