Kapitel 57

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Der nächste Morgen war anstrengend. Mario stand um elf Uhr vor unserer Kaffeemaschine und ließ sich einen Kaffee heraus. Sein Gesicht war bleich und seine Haare zerstrubbelt. "Oh Gott schaust du fertig aus", krächzte ich. "Du bist an allem schuld", beschwerte er sich und legte sich zurück zu mir. Er gab mir einen langen Kuss und drückte mir eine Tasse in die Hand. "In einer halben Stunde gibt es Frühstück", erklärte er und ich liegte mich in seinen Arm. "Weißt du, was übermorgen ist?", grinste er und gab mir einen sanften Kuss auf die Nase. "Erinner mich nicht daran", jammerte ich, weil übermorgen mein 19. Geburtstag sein würde. "Komm wir fahren nach Bamberg", schlug er vor, "ich hab deine Familie schon ewig lange nicht mehr gesehen und meine Familie hätte es dann auch nicht so weit". "Du hast einfach keine Lust Zuhause aufzuräumen oder?", lachte ich. "Neein Jenna, nur zum Wohl der Familie", ginste Mario. "Naja, nach gestern Abend bist du bestimmt ein gerngesehener Gast", flüsterte ich. Wenig später standen wir auf und machten uns frisch. Ich wusch mir schnell die Haare und schlüpfte in ein trägerloses Kleid. "Schick schaust du aus", grinste mein Freund, als ich meine Flip Flops anzog. Gemeinsam trotteten wir die Treppen zum Essensraum nach unten. "Unser Goldjunge aus Memmingen!", rief Thomas, als wir den Raum betraten und der ganze Saal begann zu jubeln. Mario hob triumphierend seinen Arm nach oben. Wir setzten uns zu Basti und Philipp an den Tisch und schauten raus in die Sonne. "Mario du schaust heute ja ganz schön fertig aus", rief Lukas, der sich in dem Moment auch neben uns setzte. Neben ihm kam sein kleiner Sohn Louis, der konzentriert seine Cornflakes in der Schüssel balancierte. "Lukas!", zischte mein Freund und schaute ihn mit einem düsteren Blick an. "Was rastest du denn jetzt schon wieder so", wollte Lukas wissen, "das war eine ganz normale Frage". "Ich kenn dich zu gut Alter. Ich weiß genau wie es gemeint war", grinste mein Freund. "Mario du alter, alter Stecher!", kam Manu von hinten und klopfte ihm auf die Brust. Beschämt schaute ich nach unten und kratzte mich am Hinterkopf. "Tja da sagst du nichts mehr oder", rief Mario und checkte mit ihm ein. Geschockt hob ich den Kopf und schaute ihn böse an: "Mario!" Die Jungs fingen alle an zu lachen. "Na wenigstens steht er heute mal dazu", grinste André. "Wie das klingt", schüttelte ich den Kopf. "Ach Schatzi", grinste Mario und zog mich zu sich und küsste mich auf die Backe. In diesem Moment betrat Astrid den Raum und schaute sich suchend nach uns um. Mario winkte sie zu sich her. "Hallo mein Sohn", grinste sie und wir nahmen uns die Kinder aus dem Kinderwagen. "Hallo mein Schatz", rief ich, als Lia in meinen Armen lag. "Und habt ihr noch gut gefeiert?", erkundigte sich meine Schwiegermutter. "Mario und Jenna ganz besonders", mischte sich Lukas mit hämischem Lächeln ein. "Lukas!", zischten Mario und ich fast gleichzeitig. Ein Glück lachte Marios Mutter nur etwas blöd und setzte sich neben uns. "Unser Flug geht in drei Stunden, ich wollte nurnoch schnell vorbeikommen", erklärte sie. Wir luden sie spontan noch zu meiner Geburtstagsfeier in Bamberg ein, wo wir auch die Kinder wieder nehmen würden. Nach zehn Minuten stand sie wieder auf. "Machts gut und geht der Oma die letzten Tage nicht allzu sehr auf die Nerven", grinste ich und gab den Beiden einen Kuss auf die Stirn. Mario verabschiedete sich ebenfalls und dann wollte Astrid schon gehen. "Mama!", rief mein Freund und sie drehte sich noch einmal um. Er stand auf und nahm sie in die Arme: "Danke für die Aktion", meinte er. "Ach für euch mach ich alles", grinste sie, "ich bin so stolz auf dich". "Bis übermorgen", verabschiedete er sich und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Wenig später machte sie kehrt und schob den Kinderwagen nach draußen. "Super Deutschland! Super Deutschland! Hey! Hey!", stimmten Matze (Ginter) und Kevin an und der ganze Saal stieg mit ein. Trotz den verkaterten Gesichtern herrschte eine bombastische Stimmung. Eine halbe Stunde später packten wir unsere Koffer zusammen und Mario ging nach drüben um seinen kleinen Bruder zu wecken. Er hatte die Erlaubnis den Flieger, mit dem ich auch nach Hause fliegen würde zu nehmen. Beide Flugzeuge gingen fast gleich um 21.00 Uhr und würden am Dienstag gegen 10.30 Uhr in Berlin landen. Astrids Erzählungen nach kochte ganz Deutschland und die Stadt hatte einen grandiosen Empfang für die Jungs vorbereitet. Wir machten noch einmal einen letzten Spaziergang über die Copacabana. Noch war es ruhig. "Ach du warst ein guter Sommer", grinste ich und reckte mein Gesicht in Richtung der Sonne. Felix hatte schon die ganze Zeit eine rießige Sonnenbrille auf. "Trägst du die aus religiösen Gründen oder wieso setzt du die nicht ab?", fragte Mario vorwurfsvoll. Felix seufzte und vergrub seine Füße im Sand. "Ich konnte nicht schlafen, wegen euch, das war echt widerlich". Wieder blieb mir der Atem fast weg. "Daran musst du dich gewöhnen Junior!", rief Mario und legte den Arm um ihn, "das ist eben so, wenn man mit einer Gentzel zusammen ist, gewöhn dich dran". "Hör nicht auf ihn", schüttelte ich den Kopf. "Wenn du mich schon so direkt fragst kann ich ja nur ehrlich antworten und für die andere Sache brauch ich wirklich keine Anleitung von dir Bruderherz", grinste er verschmilzt. Ich persönlich hätte an dieser Stelle keine weiteren Informationen benötigt, doch Mario musste natürlich weiter darauf herumtreten. "Ach ein paar Tipps bevor irgendwas schief geht sind doch immer gut", meinte er. "Ja sorry dann kommst du aber etwas spät mit deinen Tipps", murmelte Felix gelassen und schaute raus auf das Meer. "Was soll das heißen?", fragte Mario. "Ich war gut hat sie gesagt", grinste Felix. Erst jetzt schaltete ich mich um. "Waas?!", rief ich und starrte ihn von der Seite an. "Jetzt tu mal nicht so als wäre es eine Weltveränderung", versuchte Felix mich zu beruhigen. "Wieso erzählt sie mir sowas nicht", jammerte ich, "sowas machen Schwestern doch oder?" "Ich hätte es auch nie erfahren bestimmt, kein Grund zu Selbstzweifel", lachte Mario und küsste ich auf die Backe. "Na da werde ich sie übermorgen mal ausquetschen", meinte ich. Unser kleiner Spaziergang endete wieder am Hotel. Eigentlich mussten wir nurnoch abwarten, bis endlich der Bus und das Taxi zum Flughafen fuhren. Am frühen Nachmittag lieferten sich Felix, Mario, Thomas und Mats ein letztes Wettschwimmen im großen Pool. So gut wie die ganze Mannschaft stand außenrum und jubelte ihnen zu. Die Meisten von ihnen hatten beschlossen ihren Kater mit einem Kontrabier zu bekämpfen, deswegen war die Stimmung schon wieder bombastisch. Der Sieger am Ende hieß Felix Götze. Ich saß mit Cathy und Montana an der Poolbar und schlürfte einen Cocktail. "Ich werde das ganze hier vermissen", seufzte Cathy. Ich persönlich vermisste Brasilien jetzt schon. Um halb sieben war es dann soweit. "Tschüss Rio", seufzte Mario, als wir unser Zimmer verließen. Unten stand schon der große Mannschaftsbus, der die Jungs zum Airport bringen würde. Mein Freund verstaute sein Gepäck und lief nochmal schnell zu mir, bevor er einstieg. "Hab nen schönen Flug", grinste ich. "Wir sehen uns in Berlin Baby!", rief Mario und knutschte mich ein letztes Mal übertrieben ab.

Love never runs out (Mario Götze FF - ON HOLD)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt