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Kapitel 68 - langer Tag

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Oh ja, es waren genau zwei Personen in der großen Halle anwesend, der Anblick brachte mich irgendwie zum Lächeln.

An der großen Tafel saßen lediglich Professor Dumbledore, so wie wenige Plätze weiter Tom Riddle "guten Morgen" begrüßte ich die beiden und ließ mich auf den Platz neben Tom nieder.

Der Professor lächelte mit gutmütig entgegen "was führt Sie denn schon zu so früher Stunde aus dem Bett Miss Minkov" möchte er interessiert wissen.

Leicht betrübt seufzte ich "ich konnte diese Nacht leider nicht sonderlich gut schlafen" erklärte ich und schaute mich nach etwas leckerem auf dem Tisch um.

Er gab einen überlegenden Laut bin sich "sehr bedauerlich, es ist immer sehr ärgerlich, wenn man vom schlafen abgehalten wird" meinte er und wand sich wieder seinem Essen zu.

Auch ich belud mir den Teller nun mit ein paar Broten, dann sah ich fragend zu Tom, er schien sogar für seine Verhältnisse ungewöhnlich still zu sein,  in seiner Mimik konnte ich nichts erkennen, sie war wie immer eine Maske aus eisiger Höflichkeit.

Leicht legte ich meinen Kopf schief und fuhr damit fort ihn zu betrachten, er musste meinen Blick schon die ganze Zeit gespürt haben, doch nun erwiderte er ihn "stimmt etwas nicht" möchte er wissen.

Er scheint immer so blass zu sein, ich frage mich ob das im Sommer auch so ist "nein, alles in Ordnung. Wollen wir direkt nach dem Frühstück weitermachen, fallst du nichts anderes vor hast" meinte ich und schaute fragend zu ihm hoch.

Er wand seinen Blick ab, irgendwie wirkte es so, als könne er meinen Anblick nicht länger ertragen. Was ich davon halten sollte wusste ich nun wirklich nicht. "In Ordnung, ich muss nur noch in meinen Schlafsaal einige Unterlagen holen" erklärte er.

Unsicher nickte ich, manchmal fragte ich mich, ob Tom Stimmungsschwankungen hatte, gestern Abend... oder heute in der Früh hatte er viel umgänglicher gewirkt, als es jetzt gerade der Fall war.

Das restliche Frühstück verlief schweigend, zuvorkommend wartete Tom bis ich fertig war und begleitete mich noch bis vor die große Halle "ich muss auch noch kurz hoch, wir treffen uns dann gleich in der Bibliothek?" Fragend schaute ich ihn an, er nickt und geht davon, nur zu gerne wüsste ich was in ihm vor sich ging.

Tom's Sicht

Er war wütend, nicht auf Katharina sondern auf sich selbst.

Dieses Mädchen machte ihn weich. Schon als er sie in der Nacht dazu aufgefordert hatte ihn zu begleiten, obwohl er sie eigentlich sofort zurück schicken gesollt hatte.

Und das Gespräch bei diesem Spaziergang, wie sie sich an ihn gelehnt hatte. Er musste zugeben das es sich tatsächlich gut angefühlt hatte.

Er war ein dunkler Lord, solche Lappalien sollten ihn kalt lassen, ihm schlichtweg egal sein.

Er hätte ihr genauso gut vor die Füße werden können, das es ihm, dem zukünftigen Lord Voldemord wichtig war mit ihr befreundet zu sein.

Bei Slytherin, er wollte noch so viel mehr von ihr.

Er machte sich selbst krank, das war widerwärtig. Und wie sie ihn beim Frühstück abgeschaut hatte, mit schief gelegtem Kopf hatte sie mit ihren großen, unglaublich dunkel blauen Augen zu ihm aufgeschaut, in diesem Moment hätte sie ihn wohl um alles bitten können und er hätte ja gesagt.

Grober als es notwendig gewesen wäre packte er alles notwendige zusammen. Jetzt hatte er auch noch das Bedürfnis dich zu beeilen, damit sie nicht warten musste.

Es sollte umgekehrt sein.

Einen Moment schloss er die Augen, er musste sich beruhigen. Nun wieder allen seinen Sinnen mächtig machte Tom sich auf den Weg.

Als er die Tür der Bibliothek aufstieß, sah er sie nirgendwo. Natürlich nicht, Damen ließen in der Regel immer etwas länger auf sich warten. Gerade als er vollkommen eintreten und die Tür hinter sich schließen wollte, spürte er den Gegendruck, als Katharina die Tür wieder aufzog. Sofort trat er zur Seite um ihr Einlass zu gewähren.

Sie begrüßte ihn mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen, es faszinierte ihn. Wie lieblich sie war, hatte sie nicht gedacht sie würde ihn hassen.

Wieso war dies eigentlich nicht so, fragte er sich bedächtig. Er hatte ihr keinerlei Anlass gegeben, ihn zu mögen.

Tom fiel der Fragende Gesichtsausdruck auf, mit dem Katharina ihn betrachtete, das tat sie ungewöhnlich oft, ihn einfach nur ansehen, bei anderen würde ihn das stören, bei ihr seltsamer Weise nicht "was denkst du gerade" will sie plötzlich wissen.

Diese Frage verblüffte ihn zugegebenermaßen "ich denke daran das wir so langsam beginnen sollten" meinte er nur und ging auf einen der Tische zu, er wählte den, an dem sie schon gestern gelernt hatten. Dort war es recht abgeschieden.

Seufzend folgte sie ihm, es wirkte so als würde sie spüren das er nicht die Wahrheit gesagt hatte. Aber was kümmerte es ihn, es ging schließlich niemanden etwas an, was in ihm vor sich ging.

Ohne Umschweife begangen sie, es hatte ihn schon gestern überrascht, das sie alles recht schnell verstand.

Aber er hatte ja schon vorher bemerkt, das sie einen scharfen Verstand hatte, wäre es anders, hätte sie niemals seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Nach wenigen Stunden bemerkte er daran das ihre Konzentration schwand, als sie immer mehr anfing ihn zu betrachten oder voller Unaufmerksamkeit aus dem Fenster zu starren.

Er seufzte milde auf und lehnte sich zurück, es viel ihr noch nicht einmal auf das er zu sprechen aufgehört hatte.

Dafür schienen ihre Lieder immer schwerer zu werden. Tom fragte sich, ob sie überhaupt noch geschlafen hatte, als er sie vor ihrem Gemeinschaftsraum abgesetzt hatte "wir sollten für heute Schluss machen" beschloss er und begann damit seine Unterlagen zu sortieren.

Überrascht zuckte die zusammen und wurde rot "oh... tut mir leid ich bin irgendwie mit meinen Gedanken abgeschweift" murmelte sie.

Ihm viel auf das sie sich in letzter Zeit recht häufig entschuldigte "morgen machen wir weiter" beschloss er nur ohne auf ihre Worte einzugehen.

Sofort schien sie wacher zu werden "morgen kann ich leider nicht" widersprach sie ihm.

Er zog eine Augenbraue nach oben, er verzichtete darauf ihr zu sagen, das es keine Frage von ihm gewesen war, Katharina hatte schon immer allergisch darauf reagiert wenn man ihr etwas befahl.

Obwohl er nicht fragte, schien sie das Bedürfnis zu haben dich zu rechtfertigen "ich muss nach Hogsmade, noch Weihnachtsgeschenke besorgen" erkläre die und verzog leicht ihr schönes Gesicht, als würde diese Tatsache ihr widerstreben.  "Hast du schon alle deine Geschenke" will sie dann wissen.

"Nein" erwiderte er nur, sie brauchte nicht zu wissen, das er niemandem etwas schmeckte, es war einfach eine nutzlose Sache. Weinachten, einfach nur lächerlich.

Nun lächelte sie wieder auf diese... niedliche Weise "dann können wir morgen ja gemeinsam los" entschied sie freudig "dann verlaufe ich mich auch nicht" fügte sie dann nachdenklich hinzu und klaubte ihre Unterlagen zusammen.

Tom betrachtete sie, ein Teil von ihm wollte ihr sofort sagen das er sicher nicht mit ihr los zog um Geschenke zu besorgen, das war lachhaft. Andererseits jedoch spürte er seltsamer Weise keine Abneigung wenn er daran dachte Zeit mit ihr zu verbringen.

Er beschloss ihr ihren Willen zu lassen, nicht weil Katharina es sagte, sondern weil er es so wollte.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt