Kapitel 153 - Dunkelheit

4.5K 241 47
                                        

Schwer atmend blieb ich im Korridor zurück und kam nicht umhin mich zu fragen, was in Merlins Namen das gerade sollte.

Mir wollte sich der Sinn des eben geschehenen einfach nicht auftun. Was hatte Tom bloß von mir gewollt?

Das brennen unter meinen niedergeschlagenen Liedern verstärkte sich und kurz darauf tropfe mir eine Träne auf die Wange. Wirklich, ich fühlte mich unglaublich erbärmlich.

Verärgert über mich selbst und meine Unfähigkeit, diese schmerzenden Gefühle zu unterdrücken presste ich meine Hände so fest zu Fäusten, dass meine Fingernägel sich grob in meine Haut bohrten.

Würde ich jemals schlau aus diesem sonderbaren Jungen werden?

Wahrscheinlich nicht. Aber wie sollte ich ihn denn auch verstehen, wo ich mich ja noch nicht einmal mehr selbst verstand?

Ich machte mir selbst etwas vor, die ganze Zeit verdrängte ich immerzu alles, was mich auch nur im entferntesten über Tom grübeln lassen sollte.

Es gab so viele Zeichen, die mich immer wieder darauf hingewiesen hatten, dass etwas nicht stimmte. Doch ich hatte sie alle ignoriert, nicht einmal gesprochen hatte ich mit ihm wenn ich etwas erfahren hatte, was mir hätte Sorge bereiten sollen.

Kurz schloss ich meine Augen, lies mit einem tiefen Seufzer zu, dass mir meine Tränen nun ungehindert über die Wangen flossen und zerbiss meine Unterlippe um nicht auch noch anzufangen jämmerlich zu schluchzen.

Sollte ich mich eigentlich nicht besser fühlen, nachdem ich meine Wut rausgelassen hatte?

Wo sollte ich jetzt bloß hin? Für eine Diskussion mit Charlotte war ich momentan nicht stark genug. Vielleicht würde sie mich auch in Ruhe lassen und mich einfach nur trösten, jedoch konnte ich auch dies momentan nicht ertragen.

Außerdem, selbst wenn nichts über ihre Lippen kommen würde, würde ich wissen was sie dachte.

Innerlich würde sie sich wegen Tom aufregen, weil ich so aufgelöst nach unserem Treffen war. Aber das sollte sie nicht. Egal wie wütend, wie enttäuscht ich auch von ihm war, zu wissen, dass sie ihm Vorwürfe machte bereitete mir schmerzen.

Schluckend setze ich mich in Bewegung , nicht wissend was ich bloß mit mir anfangen sollte, dich alles, wirklich alles war besser als weiter hier zu stehen und im Selbstmitleid zu versinken.

Doch es blieb leider nicht zurück. All die Zweifel und Ängste tobten in mir herum und ließen mich kaum einen klaren Gedanken fassen.

Selten hatte ich mich so schwach gefühlt wie in diesem Moment. In mir tobte eine Hoffnungslosigkeit die mich kränklich fühlen ließ.

Gedankenverloren griff ich nach dem Anhänger meiner Kette und schloss zaghaft meine Finger darum, fast augenblicklich verstärkte sich meine Sehnsucht.

Es war einfach verrückt, ich lief abends weinend durch das Schloss, völlig aufgelöst wegen dem Jungen, den ich über alles liebte.

Nun gut, so absurde klang es vielleicht nicht. Es gab etliche schöne Jungen, die Damen reihenweise das Herz brachen, einfach nur so.

Aber Tom war nicht so, nein, obwohl ich mir sicher war, dass er mir nich des Öfteren mein Herz brechen würde, würde er es nie aus Vergnügen tun.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt