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Kapitel 128 - Kritische Punkte

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An diesem Morgen bekam ich recht schnell hintereinander zwei Briefe, einen von meiner Mutter, die sich bei mir erkundigte wie es meinen Noten erging und einen weiteren von Professor Slughorn, der mich, so wie all seine anderen Juwelen in zwei Wochen zu einer kleinen Party einlud.

Alle beide ließen mich argwöhnisch mein Gesicht verziehen.

Wobei der letze Satz meiner Mutter mich dann doch recht aufmerksam stimmte. Er stand unter ihrer Signatur, so als wäre sie erst lange nach dem schreiben des eigentlichen Inhaltes, mit sich selbst einig geworden, ob sie es auch hinzufügen sollte.

In den Ferien haben dein Vater und ich etwas von äußerster Wichtigkeit mit dir zu besprechen.

Dieser Satz ließ so viel Interpretationsspielraum, dass mir ganz seltsam zu Mute wurde.

Gerade verstaute ich die Briefe in der Innenseite meines Mantels, als noch ein weiterer Vogel auf mich zugeflogen kam, oder wohl eher zugestürzt, er war recht weit oben und als er mich erblickte, kreischte er laut auf und sank in einem schnellen tempo in meine Richtung.

Es war ein dunkelbrauner, recht großer Kauz, der mich mit schief gelegtem Kopf musterte, als er dann doch sehr elegant vor mir landete. An beiden Füßen Trug er Briefe, seinen linken reckte er mir auffordernd entgegen.

Vorsichtig band ich ihn los, wobei ich akribisch darauf achtete mich von seinen langen Klauen fernzuhalten. Danach schaute ich ihm neugierig nach, als er sich wieder erhob und zum Slytherin Tisch segelte.

Sofort beschleunigte sich mein Herzschlag, Demes und mein Blick verwob sich miteinander, er grinste leicht als er dem Tier über die kräftigen Federn strich.

Freudig sah ich zu dem Umschlag in meinen Händen, auf dem in ordentlicher Schrift Katja stand.

Noch einmal sah ich zu meinen Cousin und konnte nicht verhindern dass ich ihm breit anlächelte "und, von wem ist er" hörte ich Lotte.

"Von meinem Onkel" mit einem Schwung meines Zauberstabes öffnete ich das Kuvert.

Sie zog scharf Luft an "von dem aus Azkabahn" harkte sie unsicher nach. Obwohl sie leise gesprochen hatte, flogen die Blicke von so einigen Schülern ungläubig auf mich.

Als ich das Papier auffaltete sah ich leicht zu ihr "er ist nicht mehr in Haft, sonst könnte er mir ja nicht schreiben" erwiderte ich belustigt.

Sofort wurde sie leicht rot, sagte aber nichts mehr, wohl damit ich in Ruhe lesen konnte.

Neugierig flog mein Blick über die Zeilen. Er schrieb genauso wie ich ihn in Erinnerung hatte, lediglich seine Schrift wirkte ein wenig zittrig, aber ich konnte mich auch irren, schließlich war das alles schon furchtbar lange her.

Er beschwerte sich darüber, dass ich den Namen Petrov nicht annehmen wollte und somit seinen Sohn heiratete, erläuterte mir jedoch schon im nächsten Satz, das ich trotzdem sein kleines Mädchen bleiben würde, wenn ich schon nicht seine Schwiegertochter wurde.

Er erwähnte mit keinem Wort seine Haft in dem Zauberergefängnis. Dafür lies er sich jedoch zu genüge über meine Mutter aus, sowie den Umstand, dass England soviel anders als Russland war und er so schnell wie möglich wieder dass Herrenhaus der Familie Petrov beziehen wollte.

Er wünschte, dass ich in dem letzen Ferienmonat zu ihnen stoßen würde, zu Beginn der Ferien hatte er vor, vollends in Arbeit begraben zu sein, so sagte er und hätte deshalb keine Zeit mich besuchen zu kommen.

Selbst als ich mit dem lesen fertig war, starrte ich noch einige Momente auf das Pergament. Knapp 10 Jahre hatte ich nichts mehr von ihm gehört und nun war er wieder da.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt