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Kapitel 192 - Eine Wahl treffen

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Mit starrer Miene blickte ich nach vorn, wo die Professorin einen Vortrag hielt, dem ich beim besten Willen, einfach nicht folgen konnte.

Flimmernd schloss ich meine Augen, nur für einen... einen Moment...

"Miss Minkov! Langweile ich Sie?", hörte ich es harsch durch den Raum hallen, und blickte erschrocken auf.

Blinzelnd versuchte ich meinen Blick zu schärfen und der Lehrerin in die Augen zu sehen "Nein Ma'am.", brachte ich nach kurzem Stocken hervor.

Skeptisch hob sie ihre Augenbraue, bevor sie sich abwandte und mit dem Unterricht fortfuhr.

Erleichtert atmete ich auf und setze mich gerade hin, um der Versuchung zu widerstehen, mein Kinn auf meinen auf der Tischplatten verschränkten Armen abzustützen.

Das konnte so wirklich nicht mehr weiter gehen, seit Marianne mir das über Tom gesagt hatte, konnte ich einfach nicht mehr richtig schlafen.

Diese ständige Müdigkeit zerrte an meinen Nerven und machte mich genauso fertig wie meine eigenen Gedanken es taten.

Als die Doppelstunde endlich endete, seufzte ich erleichtert und trottete neben Lotte aus dem Raum.

Als sie langsamer als die quatschende Schülermasse würde und anscheinend Anstand gewinnen wollte, hätte ich am liebsten aufgeholt und wäre zwischen meinen Klassenkameraden verschwunden.

Doch meine beste Freundin schien zu wissen was in meinem Kopf vor sich ging und harkte sich sicherheitshalber bei mir unter.

"Lotte, ich will einfach nur in den Schlafsaal und...", beschwerte ich mich erschöpft.

Allerdings schien sie das ganz und gar nicht hören zu wollen "und in dein Bett!", beendete sie ungeduldig meinen Satz. "Aber du wirst nicht schlafen können, genauso wenig wie in den letzen Tagen. Das wirst du so lange nicht können bist du endlich zu Tom gehst und mit ihm klärst, was auch immer ihr zu klären habt.", polterte sie und starrte mich mit ihren stechend grünen Augen fast nieder.

Ihre Worte ließen mich zusammen zucken, schluckend wand ich meinen Blick ab und starrte zu Boden "Das ist nicht so einfach.", flüsterte ich mit heiserer Stimme.

Ihr griff um meinen Unterarm wurde fester, dann seufzte sie "Das habe ich auch nie behaupten Kate.", stimmte sie mir sanft zu "Aber du... dir geht es nicht gut. Schon im Anwesen deines Onkels nicht, irgendetwas ist passiert. Und es hat etwas mit Tom zu tun.", behauptete sie.

Müde sah ich wieder auf und erwiderte ihren besorgten Blick "Du hast recht, doch ich habe Angst. Ich muss eine Entscheidung treffen, und es gibt keine richtige Wahl. Egal was ich wähle, es wird falsch sein.", flüsterte ich und spürte wie die Traurigkeit in meinem Brustkorb mir das Atmen schwer machte "Es ist feige, das weiß ich.", erklärte ich mit erstickter Stimme.

Charlottes Augen schimmerten feucht als sie mich fest in ihre Arme schloss und mich fast schon schützen an sich presste.

Lange standen wie einfach im Gang und umarmten uns. Und auch wenn es mir deshalb noch immer nicht gut ging, fühlte ich mich plötzlich viel weniger Einsam als noch zuvor.

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Obwohl ich das, was Lotte mir auf dem Gang entgegen geschleudert hatte, selbst wusste, schienen ihre Worte mich anzustoßen.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt