Kapitel 184 - Unheil

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Leise schlich ich durch den Gang und fühlte mich von den vereinzelten Gemälden an der Wand verfolgt, obwohl sie alle schliefen.

Mit einem mulmigen Gefühl erreichte ich die Tür und legte meine Finger zögerlich um die Klinke.

Ich sollte das nicht tun, es war einfach nicht richtig. Doch was hatte ich für eine andere Wahl, wo mir doch niemand die Fragen die ich hatte antworten wollte.

Mit bedacht öffnete ich schließlich die Tür einen Spalt und blickte in den kleinen Salon.

Sofort folgte ich einem seltsamen Geräusch und fand meinen Onkel auf dem Sessel schlafend vor.

Irritiert runzelte ich die Stirn, das sah alles andere als bequem aus, warum war er nicht in seinem Bett?! Zögernd zog ich meinen Zauberstab und atmete tief durch.

Alles zögern brachte nichts, auch wenn es mir wie Verrat vorkam.

Mit einer einfachen Stabbewegung ließ ich meinen Onkel in einen tiefen Schlaf fallen, bevor ich mich in die Richtung des Kamins drehte, über welchem ein edles und dunkel gerahmtes Gemälde hing.

Langsam trat ich darauf zu und betrachtete die Frau, wie immer gefangen von ihrem Anblick und der Sehnsucht in meinem Herzen.

Schlafend saß Alexandra auf einem blauen Sessel und schien nichts davon mitzubekommen was um sie herum geschah.

Wie von selbst hoben sich meine Finger und strichen über die Leimwand, es kam kein laut über meine Lippen während ich einfach zu ihr hinauf starrte und mir wünschte sie in die Arme schließen zu können.

"Ich habe dich schon erwartet", hauchte sie plötzlich und blinzelte aus halb geschlossenen Liedern zu mir hinunter.

Angst, dass sie wieder einfach in das andere Gemälde verschwinden könnte kam in mir auf und ich suchte in ihrem Gesicht nach irgendwelchen Anzeichen "Meine liebte Nichte.", murmelte sie und Stütze ihre Ellbogen auf die Knie um ihr Kinn auf ihren Händen abzulegen "Es tut dir nicht gut mich zu sehen, ich erkenne den Schmerz in deinen Augen.", flüsterte sie mit bedrückendem klang in ihrer sanften Stimme.

Zögernd legte ich meinen Kopf schief "Ich vermisse dich.", hauchte ich traurig "Nach all den Jahren wünsche ich mir noch immer das alles wäre nur ein furchtbarer Alptraum gewesen.", gestand ich dann.

Ein betrübtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen "Ich weiß, das ist etwas was du mit meinem geliebten Bruder gemein hast.", gab sie zurück "Und auch wenn ich ihn nicht aufzuhalten vermach, so lege ich dir nahe mich nicht mehr aufzusuchen. Du bist kein Kind mehr, sondern eine überaus talentierte junge Dame, es würde mir nicht mehr in den Sinn kommen andere aufzufordern dich von mir fern zu halten, doch gerade weil du ein so kluges Ding bist, rate ich dir zu erkennen das es dir nicht guttun wird weiterhin an mir zu hängen.", bat sie leise.

Meine Augen weiteten sich als ihre Worte in meinen Verstand drangen "Du...", ich stockte, wollte mir nicht eingestehen, dass das was sie mir gerade mitgeteilt hatte wirklich der Wahrheit entsprach.

Sie streckte ihre Finger aus, als wolle sie mich berühren. Dann nickte sie "Ja, ich bat deinen Vater dir zu verbieten mich aufzusuchen", ihre Hand sank zurück in ihren Schoß.

Sie musste die Feststellung, dass ich klug sei wohl revidieren, denn ich sah keinen Sinn in ihrer Offenbarung "Aber warum?", brachte ich verletzt hervor.

Es fühlte sich an als hätte man mich geschlagen, schlimmer noch, als hätte sie mich verstoßen.

Die Frau die mich mit erzogen hatte, die Nachts wenn ich mich gefürchtet hatte einen Lichtzauber unter mein Bett gelegt hatte... sie hatte mich nicht sehen wollen.

Alexandra seufzte "Du wirst noch verstehen warum, aber du solltest gehen.", deutlich sah ich den feuchten Schimmer in ihren Augen, dennoch klang ihre Stimme fest.

Dann erhob sie sich "Warte!", fuhr es heftiger als beabsichtigt aus mir heraus "Du wirst nicht eher verschwinden bevor du dir überhaupt angehört hast warum ich hier bin!", verlangte ich aufgebracht.

Überrascht blinzelte sie mich an "Katja", murmelte sie.

Entschlossen reckte ich mein Kinn. Sie wollte mich nicht bei sich haben, fein! Aber antworten würde sie mir trotzdem. "Das du mich nicht sehen will ist in Ordnung, ich werde mich dir nicht länger aufdrängen! Ich bin wegen etwas anderes hier", erklärte ich und blinzelte gegen das brennen in meinen Augen an.

Dann hob ich meine Hand und zog ruppig den Anhänger meiner Kette hervor "Was weißt du hierüber?!", verlangte ich zu wissen.

Mit leerem Gesichtsausdruck ließ sie sich zurück in ihren Sessel sinken "Oh mein Liebling.", murmelte sie.

Verzweifelt versuchte ich ihren Blick aufzufangen "Tante Alex, bitte!", fest hielt ich die Kette in meinen Fingern.

"Der Junge wegen dem du so traurig warst, du hast die Kette von ihm, nicht?", fragte sie leise.

Zustimmend nickte ich "Der Stein darin ist während eines Rituals entstanden, aber ich kann mich nicht daran erinnern!", erklärte ich zweifelnd und fuhr mir durch mein Haar.

Ernst erwiderte sie meinen Blick "Was fühlst du wenn du nicht oder dann wenn du bei ihm bist? Siehst du seltsame Dinge oder ist da ein seltsamer Zwang?", sie schien besorgt, doch die Worte kamen völlig ruhig zwischen ihren Lippen hervor.

Ich stutze, war das was sie beschrieb, nicht die Situation aus ihrem Tagebuch? "Nein... Ich vermisse ihn nur...", hauchte ich und versuchte einen Sinn in ihren Worten zu erkennen.

Langsam nickte sie und fixierte die Kette "Was passiert wenn du den Stein abnimmst?", harkte sie eindringlich nach.

Meine Augen weiteten sich, genau hatte ich die Unterrichtsstunde vor Augen als ich dies versucht hatte "Es schmerzt.", erwiderte ich.

Alexandra beugte sich vor "Katja, halt dich von ihm fern, hört du?!", drängte sie mich.

Ungläubig trat ich von ihr zurück. Dann schüttelte ich meinen Kopf "Niemals.", antwortete ich Ernst.

Schmerz blitze in ihren verschiedenfarbigen Irden auf "Katja, du versteht das nicht... Es kann doch nicht dein Wunsch sein nur für einen anderen Menschen zu existieren...", etwas flehentliches lag in ihrer Stimme.

Ihre Worte ergaben keinen Sinn "Nein... du hast recht, das verstehe ich nicht", erwiderte ich leise und trat noch einen Schritt zurück.

"Bleib weg von ihm, bitte!", hauchte sie verzweifelt.

Überfordert schüttelte ich meinen Kopf "Das kann ich nicht!", wisperte ich, alles was ich mir wünschte war mit Tom zusammen zu sein. Mich von ihm zu trennen war mir schwerer gefallen als jemals etwas anderes. Mich endgültig von ihm loszusagen erschien mir unmöglich.

Ihr Gesicht würde ausdruckslos "Dann wird er dein Untergang sein".

Tja, arme Kate. Was denkt ihr, kommt sie mit dem was Alexandra ihr gesagt hat und dem aus dem Tagebuch irgendwie weiter?

Was haltet ihr davon das es von ihrer Tante ausging, dass Kate ihr Gemälde nicht sehen durfte?

Das nächste Kapitel wird toll (finde ich mal) und und freue mich riesig darauf es fertig zu schreiben! 😋

Hoffe ich schaffe es die Woche weiter daran zu arbeiten 😑

Ich weiß, ich wollte es gestern noch updaten. Sorry.

Wenn ich morgen um 6 nicht aus dem Bett komme weiß ich warum 😂

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt