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Kapitel 36 - Schachfigur

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Wieder verfiel ich in eine Art Schockzustand und konnte mich kaum bewegen. Ich kannte dieses Räuspern. Ich hatte es schon oft gehört. Zum Beispiel im Verwandlungsunterricht, immer wenn es eigentlich ganz ruhig war und ich trotzdem leise mit Charlotte quatschte. Dann erklang es wieder und wir schauten zeitgleich auf, weil wir wussten das Professor Dumbledore jetzt genau vor unserem Pult stand.

Jetzt fühlte ich mich genauso ertappt, wie im Unterricht. Nur das ich jetzt wohl eine wesentlich schlimmere Strafe erwarten konnte als ein gutmütiges Augenzwinkern.

Und tatsächlich, von Gutmütigkeit konnte man bei seinem Gesichtsausdruck tatsächlich nicht die Rede sein. Diese Ernsthaftigkeit war fast schon ungewohnt und erschrak mich wirklich.

Er hatte die Arme hinter seinem Rücken verschreckt und blickte mit erhobenen Kopf zu mir hinab, dabei fühlte ich mich einfach nur unglaublich klein. "Guten Abend Miss Minkov, es tut mir leid wenn ich Sie bei ihrer Nachtwanderung stören muss, dennoch wäre es ratsam wenn Sie Ihre Spaziergänge vielleicht auf eine Tageszeit verlegen könnten, bei denen es Schülern erlaubt ist durch die Gänge zu streifen" merkte er an, fast schon im Plauderton und als er aus seiner Tasche ein Bonbon nahm, glaubte ich fast mich versehen zu haben.

Unsicher kratze ich mich am Kopf, war das hier sein Ernst? "Oh" stieß ich aus und sah auf seine mir entgegengestreckte Hand, auf der ein Zitronentrop lag.

Unsicher nahm ich es entgegen"Danke" murmelte ich kleinlaut und legte es auf meine Zunge, hauptsächlich um etwas zu tun zu haben. "Wieso wussten Sie dass ich genau jetzt hier sein würde Professor" will ich dann doch wissen und traue mich kaum ihm in die Augen zu schauen. Wieso war er nicht wütend? Zog mir Hauspunkte ab und schrie mich an das ich sofort in meinen Schlafsaal sollte?

Okay. Das war Dumbledore, so würde er nie handeln, trotzdem schien diese Situation einfach seltsam.

Er schritt fast schon anmutig durch den Raum, bis er an einem der großen Fenster angelangt war, durch die das seichte Mondlicht viel "ich habe persönlich einen weiteren Zauber an dem Buch Seelenkunde angebracht, so, dass ich es sofort mitbekommen würde, wenn speziell SIE es berühren würden" erklärte er, als wäre es sonst nichts weiter.

Ich schluckte als mir klar wurde, das Professor Dumbledore die ganze Zeit schon Informationen darüber gehabt hatte, wie man den Fluch brechen konnte. Wieso hatte er es mir nicht gesagt? "Aber... aber dann..." Versuchte ich meine Gedanken in Worte zu fassen.

Er bewegte sich nicht, wie ein Fels stand er da, von den silbrigen Licht des Mondes angestrahlt "in der Tat, ich war mir der Existenz dieses Buches die ganze Zeit über bewusst" bestätigte  er meine Gedanken.

Aus welchen Gründen auch immer fühlte ich mich verraten, es war nicht faire. "Warum" will ich wissen und spürte allmählich, wie sich Wut einen Weg durch meine Adern bahnte.

Er seufzte, fast schon bedauernd "es gab mehrere Gründe weshalb sie den Zauber niemals lesen sollten. Der gewichtigste jedoch ist, das es sich hierbei um tiefe schwarze Magie handelt, Toms Seele gehört ein Stück weit zu Ihnen Katharina, und sie verschließen diesen Teil, mit diesem Zauber tief in sich, es sollte so nicht sein meine Liebe, das ist gefährliche Magie" erklärte er vollkommen ruhig, dabei sah er immer noch in den Himmel.

Ich schluckte, wie er das so sagte, klang es ganz anders wie das was ich gelesen hatte, aber... "Trotzdem, ich kann das nicht Professor, ich fühle mich noch nicht bereit dazu. Es stand in dem Buch, dass es irgendwann zurück kommen würde. Vielleicht.... vielleicht bin ich ja dann bereit dazu, aber vielleicht schaffe ich es auch einfach, das er mich für immer in Ruhe lässt. Ich muss es einfach versuchen " begehrte ich auf und wusste nicht was ich davon halten sollte, dass er, obwohl ich gegen Schluss immer lauter geworden war, er immer noch mit dem Rücken mir zugewandt dort stand.

Wieder seufzte ich "ich verstehe, dennoch..." Nun drehte er sich zu mir, sah mich eindringlich an. "Haben sie die Nebenwirkungen auch wirklich verstanden" will er wissen, und starrt mir dabei intensiv in die Augen.

Leicht verunsichert schüttelte ich meinen Kopf "ich... ich denke schon Sir... Irgendwas mit einem inneren Verlust?" Fragend sah ich ihn an.

Augenblicklich verloren seine Züge ein wenig an strenge "es ist nicht nur irgendein innerer Verlust. Du wirrst alles vergessen, was mit dem Seelenspiegel zu tun hat, dein Gedächtnis wird dir streiche Spielen, du wirst dich selbst belügen. Dir sagen das die Dinge nie so geschehen sind, obwohl dies gar nicht der Fall war. Verstehst du, welches Opfer du wirst bringen müssen" will er eindringlich wissen und ich schluckte.

So etwas hatten tatsächlich nicht erwarte. Also würde ich auch vergessen was Tom in der Zukunft tun würde. Ich würde einfach davon laufen, dabei war ich doch jetzt die einzige Person die ihn davon abhalten konnte.

Aber genau deshalb hatte ich mir den Zauber doch gesucht, um davon du laufen. Aber... Wenn meine Erinnerungen erst einfach fort wären, konnte ich mich nicht mehr um entscheiden. Gar nicht mehr, plötzlich fühlte sich mein Herz unglaublich schwer an. Was war... wenn ich ihm doch helfen wollte?

Aus dem Augenwinkel sah ich wie er sich bewegte "nun, ich denke Sie sollten noch einmal gründlich darüber nachdenken meine Liebe. Und... Ich muss zugeben, es gibt noch einen Grund weshalb ich noch damit warten wollte Ihnen von der Formel  zu erzählen. Wie Sie mittlerweile sicherlich wissen, Misstraue ich Mister Riddle zutiefst. Er hat die Maske eines Musterschülers, er ist zuvorkommend, klug, charmant und nicht zu vergessen äußerst Hilfsbereit" sprach er und ich ergänzte noch Eigenschaften wie sadistisch, gewissenlos, grausam, kreativ was seltsame Namen angeht kurz sah er mich einfach nur an "verstehen Sie, ich möchte einfach nur wissen, ob es ein Grund gibt ihm zu misstrauen. Und Sie Katharina, könnten mir die Antwort darauf geben" meinte er.

Als er das so sagte, fühle ich mich wie eine einfache Schachfigur, als wolle Dumbledore mich dafür benutzen seine Pläne zu erfüllen.

Doch dann kam mir plötzlich der Gedanke ihm die Wahrheit zu sagen. Tom würde mich wahrscheinlich foltern, sollte er es hinaus finden, aber trotzdem "Misstrauen Sie ihm Professor, aber sie können noch lange nichts gegen ihn tun, nur irgendwann, sollten Sie vorbereitet sein" flüsterte ich, voller schlechten Gewissen.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt