Wut. Ein starkes Gefühl. Mein Gegenüber wusste dies genauso gut wie ich. Wie er da stand, lächerlich.
Heute hatte die Quidditchseason begonnen, demzufolge hatte auch das erste Spiel stattgefunden, Slytherin gegen Gryffindor. Eigentlich nichts, was mit mir zu tun hatte. Doch mir ging es um etwas anderes, etwas Persönliches. Es ging um einen Freund.
Abraxas Malfoy hatte kurz bevor der Schnatz gefangen wurde, in einem unbeobachteten Moment Antony vom Besen geschubst. Einfach so. Niemand hatte etwas bemerkt und das machte mich einfach wütend. Nun lag er nach seinem üblen Sturz auf der Krankenstation und Malfoy? Der kam einfach so davon, als wäre nichts gewesen.
Und nun stand ich hier, der Trubel hatte sich gelöst und wir waren ganz allein "Was willst du, Minkov? Soll ich dich genauso auf die Krankenstation bringen, wie ich es mit deinem Freund getan habe?", höhnisch grinste er.
Vor Wut zitterte ich, den Zauberstab gehoben. In meinem Kopf wirbelten unglaublich viele Flüche "Weißt du, wenn ich du wäre, würde ich meinen Mund nicht zu voll nehmen.", zischte ich und verengte meine Augen zu Schlitzen. Er konnte etwas erleben. Ich mochte ihn schon in meinem ersten Jahr nicht sonderlich, aber er hatte sich immer mehr zum Ekelpaket entwickelt.
Er lachte, provozierte mich. Trieb mich zur Weißglut. "Stupor.", rief ich und zielte.
Leider war er darauf vorbereitet und blockte den Fluch murmelnd ab. „Da hat wohl jemand ganz anderes den Mund zu voll genommen.", spottet er dreist. "Densaugeo.", laut und deutlich ließ er den Fluch, der meine Zähne ziemlich wachsen lassen würde, auf mich zu.
Hastig wich ich dem roten Strahl aus, gleich darauf setzte er einige Schritte auf mich zu. Ich nutzte meine Übungen, die ich für die Verwandlung in einen Animagus benötigte, nämlich ungesagte Zauber und ließ einen Beinklammerfluch auf ihn zu los und wusste, dass ich durch den Überraschungsmoment jetzt schon gewonnen hatte.
Wenige Momente später ließ ich ihn mit einem Zauber an den noch gefesselten Beinen in die Luft fliegen. Erschrocken schreit er und lässt seinen Zauberstab fallen.
Was für ein Troll, seine Logik war nicht gerade herausragend. Da konnten seine Arbeiten in Zaubertränke noch so gut sein, ich verstand sowieso nicht, wie jemand wie er, ein Volldepp mit Schrumpfhirn, überhaupt ein Talent in diesem schwierigen Fach haben konnte, das so viel Fingerspitzengefühl benötigte.
Wütend fuchtelte er mit seinen Armen in der Luft herum "Lass mich sofort herunter.", rief er mit unermesslicher Wut in der Stimme und zappelte herum, wie ein Gartengnom, der wusste, dass man gleich Antignomiussäure auf das Beet sprühen würde.
Ungerührt trat ich näher "Wieso sollte ich?", fragte ich süßlich und blinzelte ihn von meiner unteren Position herauf liebenswürdig an.
Zornig schnaubte er "Ich schwöre dir, ich werde dich...", zischte er und schien zu zittern, dafür hielt er nun wenigstens halbwegs still, um mich besser anblitzen zu können.
Nun ärgerlich hob ich meinen Zauberstab, direkt an seine Kehle. Sofort verstummte er "Was wirst du?", knurrte ich und starrte ihm in die Augen "Ich sage dir, was ich tun werde, wenn du im Quidditch nochmal meine Freunde foulst. Und zwar jedem sagen, wie du hier schreiend in der Luft schwebst, unfähig dich zu befreien.", erklärte ich ungerührt.
Sein Blick wurde ausdruckslos, er schien zu bemerken, wie aussichtslos seine Situation war "Gut.", erwiderte er.
Amüsiert beobachtete ich, wie sein Gesicht eine wirklich ungesunde rote Farbe annahm. Dann ließ ich den Zauber unwirksam werden. Malfoy ächzte als er auf dem Boden aufschlug.
Vorsichtig ging ich einige Schritte rückwärts und belegte mich selbst vorsichtshalber mit einem Schutzschild. Doch auch als ich mich umdrehte und mit sicheren Schritt davon ging, traf mich kein Fluch, weshalb ich mich ungehindert in den Krankenflügel aufmachen konnte.
Madam Winston, die ziemlich strenge Medi-Hexe hatte die anderen gerade erst hinein gelassen. Paarweise besuchten wir Tony in dem großem Saal. Als ich ihm erzählte, was mit Malfoy passiert war, ging es ihm gleich viel besser, was mich auch freute.
Danach war es auch schon Zeit für die tägliche Brauzeit, die ich jeden Abend mit Tom in einem der ungenutzten Räume im Kerker verbrachte. Zuerst war es mir tatsächlich unwohl gewesen. Wieso brauten wir gerade im Kerker, ziemlich unfair, doch schlussendlich war es ja egal.
Trotzdem hatte ich gerade heute nicht den geringsten Elan, dort hinzugehen. Das Abendessen hatte ich durch mein Duell und den Besuch im Krankenflügel verpasst, was mich nicht gerade aufmunterte. Doch ich wollte Tom nicht verärgern und somit wohl die recht angenehme Atmosphäre verderben, die wir uns gerade erst aufgebaut hatten. Er bestand schon immerzu auf Pünktlichkeit und zimperte ziemlich herum, wenn ich doch mal zu spät kam. Da wollte ich nicht unbedingt in Erfahrung bringen, wie er reagierte, wenn ich gar nicht erst auftauchte.
Also machte ich mich missmutig nach unten in die dunklen Kellerräume auf. Es war mir fast schon zu anstrengend, mich die Stufen hinunterzuquälen. Der Kampf hatte mich einfach ausgelaugt und das fühlte sich furchtbar an. Doch es hatte sich auch gut angefühlt, vor allem war ich stolz auf den ungesagten Zauber, den ich im Kampf vollbracht hatte. Im Normalfall funktionierte etwas der Art nur, wenn ich alleine war und mich voll und ganz konzentrieren konnte, ohne Stress und äußeren Reizen, die mich ablenkten.
Leise öffnete ich die Tür. Der Dunkelhaarige stand mit dem Rücken zu mir an einem der Schränke, welche er genaustens betrachtete. "Guten Abend", begrüßte er mich recht uninteressiert. Also wie immer eigentlich. Nur weil wir uns nicht mehr beleidigten, hieß das nicht, dass er plötzlich besonders gesellig war.
Ungeschickt versuchte ich ein Gähnen zu unterdrücken, während ich mich weiter in den Raum aufmachte auf den Zaubertrank zu. Er hatte für dieses Stadium genau die richtige Farbe "Hallo.", gab ich zurück und lächelte ihm leicht zu, da er seinen Kopf zu mir umgewandt hatte.
Seinen Blick konnte ich nicht ganz deuten, doch ich hatte es auch schon aufgegeben, zu versuchen, ihn zu durchschauen "Es verwundert mich, dass du so pünktlich hier bist. Ich habe gehört, dein Freund ist... unglücklich gestürzt.", teilte er mir mit.
Ärgerlich schnaubte ich "Es war mir bewusst, dass so etwas von einen Slytherin kommt.", erwiderte ich bemüht meinen Tonfall ruhig zu halten.
Gekonnt hebt er eine Augenbraue "Slytherin? Ist es nicht ein wenig unhöflich, mich mit dem Namen meines Hauses anzusprechen?", harkte er tonlos nach.
Künstlich lächelte ich "Ist es nicht ein wenig unhöflich, bei einer Sportveranstaltung jemanden absichtlich vom Besen zu rempeln?", konterte ich süßlich, da ich mir sicher war, dass Abraxas in seinem Haus mit seiner Tat geprahlt hatte, so ein Widerling.
Er ging zu dem Trank und nahm den großen Stab zur Hand "Möglich.", meinte er nur "Reich mir doch zwei Blüten von der Mondblume.", verlangte er höflich.
Ich verkniff mir zu erwidern, dass ich weiß, was und wieviel als nächstes in den Trank gelangen muss und laufe schnell zum Zutatenvorrat "Natürlich." Mit wenigen Schritten war ich wieder bei ihm angelangt und ließ die Blüten zart in das Gebräu fallen.
Schweigend rührt er. Währenddessen ging ich zu dem alten Schreibtisch, auf dem schon ein Bogen Pergament bereit lag und trug die heutigen Befunde sorgfältig ein. So hatten wir das ausgemacht, wir würden uns mit dem Brauen und dem Protokollieren abwechseln, damit nichts durcheinander geriet.
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Seelenspiegel -Tom Riddle-
FanfictionHarry Potter FF| Spielt in Tom Riddles Schulzeit | Hogwarts, dort ist Katharina glücklich. Zusammen mit ihren Freunden führt sie ein nahezu perfektes Leben, ein Alltag, der von Hausaufgaben, Streichen, verbotenen Ausflügen sowie gelegentlichen Rei...
