Es war so voll hier, dass ich mich irgendwie unwohl fühlte. Auch der Gedanke, dass es nur noch wenige Momente dauern würde, bis ich mich von meinen Eltern trennte, ließ widersprüchliche Gefühle in mir aufwallen.
"Katharina, halte deinen Rücken gerade." Streng schaute meine Mutter auf mich herab und hob skeptisch eine Augenbraue, als sie mein nervöses Gesicht erblickte.
Sofort straffte ich meine Schultern und drückte mein Kreuz durch, hauptsächlich, um ihren missbilligenden Blick zu entgehen "Entschuldigung.", erwiderte ich und blickte mich in der Menge nach einem bekannten Gesicht um, obwohl ich bezweifelte, jemanden zu entdecken.
Amüsiert lachte mein Vater auf "Nun lass sie, Olga. Siehst du denn nicht, wie aufgescheucht unser kleines Mädchen ist?", bat er feststellend und klopfte mir auf die Schulter "Beruhige dich, Katja. Du fährst nur nach Hogwarts", befahl er und lächelte aufmunternd zu mir hinunter.
Sofort nickte ich und widerstand dem Drang, ihm zu sagen, dass er falsch lag. Ich fürchtete mich nicht vor Hogwarts. Na gut, ein bisschen tat ich das vielleicht schon, aber eigentlich freute ich mich sehr darauf, dieses Internat zu besuchen. "Ja, Vater.", artig lächelte ich zu ihm auf.
Innerlich war ich schon ganz hibbelig, trotzdem war ich auch ein klein wenig ängstlich. Noch nie war ich so weit von meiner Mutter entfernt gewesen. Wie es wohl sein würde, wenn der Zug erst einmal mit mir an Bord losfuhr?
Zuerst zog Vater mich in die Arme, was seltsam war. Zwar hatte ich ihn sehr lieb, doch umarmen tat ich ihn eigentlich nie. "Pass auf dich auf, Liebling.", wies er mich ungewohnt sanft an und strich mir noch einmal durch mein Haar.
Mein Herz schwoll an, als mein Vater mir diese Zuneigung entgegen brachte, doch bevor ich etwas darauf erwidern konnte, ertönte schon die Stimme meiner Mutter. "Rabastan teilte uns mit, dass Slytherin ein sehr geeignetes Haus für dich wäre. Dort stimmt eine Vielzahl der Schüler mit unseren Ansichten und unserer Stellung in der Welt überein." Eindringlich sah sie mich an.
Meine Mutter war, was dieses Thema betraf, schon immer recht streng gewesen, was seltsam war, wenn man bedachte, dass Tante Alexandra eine seltsame Vernarrtheit gegenüber Muggeln gehabt hatte. "Nun lass sie aber", mischte mein Vater sich ein. "Meine Prinzessin darf in jedes Haus, in das sie möchte. Ich sehe den Sinn in solchen Aufteilungen sowieso nicht.", murrte er leise und schüttelte abfällig seinen Kopf.
Mutter schnaubte und fixierte ihren Mann ärgerlich. "Der Sinn darin ist, dass Katja auch nur Zeit mit jenen verbringt, die ihre Anwesenheit überhaupt verdienen. Stell dir vor, in anderen Häusern sind Schlammblüter vertreten, da wäre es weitaus besser, sie gleich nach Slytherin zu schicken, wo sie solch niederen Geblüts gar nicht erst begegnet.", schimpfte sie und warf ihre schwarzen Locken zurück.
Als ein lautes Pfeifen erklang, begann mein Herz sofort wieder sehr schnell zu schlagen. "Ich muss los", quietschte ich aufgeregt und vergaß wieder, wie so oft an diesem Tag schon, die Anweisung meiner Mutter, meine Gefühle nicht so auffällig zur Schau zu tragen.
Diese blickte mich auch sofort missbilligend an. "Dieses Kind.", seufzte sie theatralisch "Es wird niemals lernen, das Herz nicht auf der Zunge zu tragen." Eindeutig sah sie zu meinem Vater, dessen Mundwinkel anfingen zu zucken, da er dies wohl eher amüsant als ärgerlich fand. Daraufhin schüttelte meine Mutter ihren Kopf und zog mich in ihre Arme.
Diese Berührung genoss ich sehr, auch sie umarmte mich nicht oft, trotzdem war es vertraut. Genauso wie ihr Duft nach Rosen, der mich sofort umhüllte. "Benimm dich. Mach deiner Familie keine Schande.", trotz der eindeutigen Botschaft war ihre Stimme ganz sanft. Dann entließ sie mich auch schon wieder und schaute mich prüfend an. "Nun gut." Sie räusperte sich und strich sich über ihren Umhang, als müsse sie Falten darauf glatt streichen.
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Seelenspiegel -Tom Riddle-
FanfictionHarry Potter FF| Spielt in Tom Riddles Schulzeit | Hogwarts, dort ist Katharina glücklich. Zusammen mit ihren Freunden führt sie ein nahezu perfektes Leben, ein Alltag, der von Hausaufgaben, Streichen, verbotenen Ausflügen sowie gelegentlichen Rei...
