Kapitel 186 - Offenbarung

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Noch immer erschien mir die Situation unwirklich, träumte ich vielleicht nur? Nein, dafür fühlte es sich einfach viel zu realistisch an.

Auf meiner Unterlippe herum knabbernd blickte ich zu Tom, betrachtete sein schönes Profil und wie sein Blick völlig gelassen nach vorn gerichtet war. Er wirkte verändert, es viel kaum auf. Doch wenn ich ihn genauer betrachtete schien es, als wären seine Gesichtszüge noch markanter geworden, noch schöner, wenn das überhaupt möglich war.

Doch vielleicht sah ich dies auch einfach nur so, weil ich schon so lange nicht mehr die Möglichkeit dazu gehabt hatte ihn einfach nur zu anzuschauen "Ich habe dich vermisst", murmelte ich ohne die Worte aufhalten zu können.

Tom blickte mich kurz an und ich wünschte ich hätte deuten können, was ich in seinen Augen sah, doch wie immer war er ein Rätsel für mich "Du hast gesagt du hättest Angst vor mir", erwiderte er leise und starrte geradeaus.

Meine Wangen röteten sich und ich bereute es, ihm dies gesagt zu haben, lange blieb ich still und dachte nach. "Du weißt selbst das du furchteinflößend sein kannst", gab ich ausweichend zurück und dachte an die Nacht zurück, in der er mir seinen Zauberstab gegen die Kehle gepresst hatte.

Sein Schritt verlangsamte sich, bis er schließlich stehen blieb und mir tief in die Augen blickte "Es ist nicht meine Absicht dir Angst zu machen", erklärte er eindringlich.

Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und am liebsten hätte ich mich auf die Zehenspitzen gestellt und ihn geküsst "Das weiß ich", erwiderte ich leise "Und ich will auch keine vor dir haben, aber... du bist unberechenbar...", gab ich zu und verzog entschuldigend mein Gesicht.

Er wirkte unzufrieden, sein Blick glitt zu meinem Hals und ich wusste das wir beide an dasselbe dachten "So etwas wird nicht noch einmal vorkommen. Ich werde dich nicht mehr körperlich verletzen", teilte er mir ernst mit "Fürchtest du dich jetzt auch vor mir?".

Ehrlich schüttelte ich meinen Kopf "Nein, gar nicht.", beteuerte ich legte meine Hand um seinen Unterarm.

Er nickte, doch ich sah ihm deutlich an das ihn das beschäftigte. Wenn es um etwas anderes gehen würde, würde ich mich freuen ihm so deutlich anzumerken was er dachte. So schmerzte es mich nur, ich wollte nicht der Grund dafür sein, dass er sich Vorwürfe machte.

Ich hielt inne. Vorwürfe? Der Gedanke, das Tom Riddle sich wegen irgendetwas Vorwürfe machte erschien mir völlig abwegig und dennoch schien es der Fall zu sein.

Er richtete sich auf "Komm, wir gehen weiter", beschloss er und deutete in die Richtung, in die wir mussten.

Zustimmend nickte ich, war in Gedanken allerdings noch immer woanders. Eine ganze Weile schritten wir schweigend nebeneinander her und ich genoss einfach nur seine Nähe, viel zu lange hatte ich diese nicht mehr gespürt. Am liebsten hätte ich mich gegen ihn gelehnt, es würde auch für mich schwer werden nur mit Tom befreundet zu sein. Doch dies würde mir immer noch tausendmal leichter fallen als wenn er mir aus dem Weg gehen würde.

Vor dem tropfendem Kessel machte Tom wieder halt "Wir sehen uns in Hogwarts", teilte er mir mit und ließ seinen Blick über mich gleiten.

Mein Brustkorb zog sich zusammen "Komm doch noch mit!", entgegnete ich hastig und spürte kaum das ich meine Fingernägel in seinen Arm krallte.

Seine Mundwinkel zuckten "Ich verzichte", gab er trocken zurück.

Alles in mir wehrte sich dagegen ihn jetzt gehen zu lassen, doch ich wusste aus Erfahrung nur allzu gut das Tom niemand war, zu dem man etwas überreden konnte. Ohne es zu wollen verzog sich mein Gesicht "Bis... dann", verabschiedete ich mich zögernd.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt