Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

Kapitel 129 - Selbsterkenntnis

4.1K 305 52
                                        

Er war sauer auf mich. Das war etwas, mit dem ich nicht wirklich umgehen konnte. Eine Weile starrte ich einfach nur in den Kessel, die Zeitangaben hatten für mich sowieso schon ihre Rolle verloren. 'Ich hatte das Gefühl ich brauche Abstand' gestand ich ihm dann, nachdem es eine ganze Weile still zwischen und gewesen war.

'Hat es etwas genützt' will er wissen, es hört sich jedoch schon fast gleichgültig an.

Leicht schüttelte ich meinen Kopf und fügte nun die nächsten Zutaten hinzu, blieb nur zu hoffen, dass der Trank nicht explodierte 'nicht im geringsten' stellte ich bitter fest und griff wieder nach dem langen Rührstab.

Danach hatte Stille geherrscht. Was hätte ich auch noch sagen sollen? Mir war nicht nach reden, weder nach verbalen, noch nach non-verbalen.

Munter vor sich hin pfeifend blieb Slughorn zwischen unseren Kesseln stehen, dass fröhliche Geräusch ersten jäh "Miss Minkov, Mister Riddle, ich bin schockiert" ließ er mit ungläubigen Gesichtsausdruck verlauten.

Aber auch ich war verwirrt, jeder hatte selbständig brauen sollen, wieso schien er uns dann beide für meinen vollkommen vermaledeiten Trank verantwortlich zu machen?

"Ich habe nicht erwartet das irgendein Trank heute wirklich einsetzbar sein wird, doch von Ihnen beiden hätte ich zumindest erwartet, dass sie zumindest Ansatzweise den Normen entsprechen" beschwerte er sich "Miss Minkov, ich befürchte hiermit könnten Sie einen ausgewachsenen Drachen sofort töten" zeterte er weiter und schnalzte missbilligend mit der Zunge "wenn ich mir nicht sicher wäre, dass mir etwas Derartiges aufgefallen wäre, würde ich sagen Sie beide wären mit etwas vollkommen anderem beschäftigt gewesen" Slughorn sah recht verzweifelt aus, dann seufzte er "nun gut, es ist nicht zu ändern" brummte er dann und wand sich ab, dabei murmelte er noch so etwas wie "und das bei meinen besten Schülern" klang.

Irritiert sah ich zu Tom, dieser schaute tatsächlich recht grimmig aus, er hasste es abgrundtief, wenn ihm etwas nicht mit absoluter Perfektion gelang.

So absurd die Situation auch war, ich musste mir wirklich ein Lachen verkneifen, also sah ich wieder in meinen Kessel. Ja, das half mir wieder meine Laune zu drücken.

---

Als ich den Vormittag hinter mich gebracht hatte, begegnete ich Charlotte auf den Weg zur großen Halle "und, willst du mir sagen, wie es passieren konnte das ausgerechnet du und Riddle, euren Trank versaut habt" harkt sie bester Laune nach.

Sofort zuckte ich mit den Schultern "ich hatte einen schlechten Tag, was mit Tom ist weiß ich nicht" erwiderte ich ausweichend.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sie ihre Augen verdrehte "natürlich" ihre Stimme schien in Ironie zu versinken "komm schon, du hast dich merkwürdig verhalten, hast Löcher in die Luft gestarrt, bis zusammen gezuckt und hast den Kessel vor dir teilweise völlig ignoriert" klärte sie mich auf.

Manchmal war Lotte der verständnisvollste Person die ich kannte, doch ab und zu hatte sie eine unvorstellbar neugierige Ader.

Zaghaft fasste ich Gedanklich meine Fühler aus, und fasste nach Charlottes Geist, dieser lag so ungeschützt offen, dass ich erschauderte, ich glaubte, ohne Anstrengungen oder es zuvor jemals probiert zu haben, mit meinen Sharementik Kenntnissen, auch Leglimentik bei der rothaarigen anwenden zu können.

'Wir haben uns unterhalten, deshalb waren wir abgelenkt' gab ich mich schließlich seufzend geschlagen und wäre beinahe ohne sie um die Ecke gelaufen, weil ich ihr stehenbleiben kaum bemerkte.

Ich sah wie sie abwehrend die Hände hob, als ich mich zu ihr umdrehte "Moment mal" verlangte sie "was war das gerade" mit geweiteten Augen starrte sie mich an.

Ja, ihre Verwirrung konnte ich gut nachvollziehen "ich erkläre es dir später" bei ihrem verdutzen Gesicht musste ich leicht kichern.

Langsam nickte sie und setze sich zögerlich wieder in Bewegung "und wie du das wirst" murmelte sie und schüttelte ihren Kopf.

Damit war das Thema auch schon erledigt, zumindest vorerst.

Tom war nicht in der großen Halle, ohne wirklich darauf zu achten, hatte ich nach ihm Ausschau gehalten. Ein beklemmendes Gefühl beschlich mich, ich musste mit ihm reden.

Es war keine Option, ihn weiterhin zu ignorieren, ich befürchtete, dass er sonst recht bald ganz schön ungemütlich werden würde.

Jemand trat durch das Eingangstor, es ist Tom, was mich überrascht. Zwar taucht er des Öfteren einfach mal nicht auf, doch eigentlich bleibt er dann auch ganz weg. Meine Augen weiteten sich als ich sah, dass er nicht alleine war, schräg neben ihm lief Lea, die ihren Blick gar nicht von ihm lassen konnte.

Sofort baut sich in mir ein schon fast schmerzhaftes Gefühl des Unbehagens auf. Hatten die beiden etwa? Oh Merlin, dass konnte nicht sein. Oder?

Krampfhaft starre ich zuerst einen Moment die Blondine an, betrachte ihre Lippen, waren diese geschwollen? Keine Ahnung, von dieser Entfernung her konnte ich das unmöglich sagen.

Dann schaute ich zu Tom, das Drücken auf meinem Brustkorb wurde immer stärker während ich hier vollkommen regungslos und äußerlich ruhig saß. Seine Haare waren geordnet wie immer, genauso wie seine Schuluniform. Toms Äußeres unterschied sich in kleinster Weise von dem, was ich schon am Morgen gesehen hatte.

In mir machte sich das kindische Verlangen breit, Lea aufzulauern und ich zu sagen, dass sie die Finger von meinem Tom lassen sollte, ganz ähnlich der Situation, in der wir uns schon einmal befunden hatten, nur mit vertauschten Rollen.

Mit einer schwindelerregender Bitterkeit fiel mir ein, dass ich nicht den geringsten Anspruch auf ihn hatte. Egal was die beiden auch getan hatten, ob es eine Unterhaltung von Vertrauensschüler zu hilfsbedürftiger Schülerin gewesen war oder ein... leidenschaftliches Techtelmechtel in dieser... dieser verfluchten Kammer. Wieso gab es dieses Ding überhaupt? Ein alter Klassenraum war es sicher nicht und Putzmittel wurden dort ebenfalls nicht aufbewahrt. Es war ja schon fast so als wollten die Professoren, dass die Schüler dort verbotene Dinge taten!

Ruckartig wand ich meinen blick ab, starrte auf den leeren Teller vor mir und wusste einfach nicht was ich tun sollte. Wie immer war ich überfordert, konnte ich die Situation nicht einmal im Griff haben, die Überhand haben und genau wissen was zu tun war?

Aber dafür war ich einfach zu Feige, ich war zu Feige mich allem zu stellen und überhaupt wirklich über etwas nachzudenken. Die ganze Zeit hatte ich auf den richtigen Moment gewartet um mit Tom zu sprechen, doch den richtigen Moment gab es nicht.

Wieso nur war ich so unfassbar selbstzerstörerisch veranlagt? Hatte ich Schlussendlich so lange gezögert, dass ich ihn an Lea verloren hatte?

Etwas Eisiges gestellte sich zu den zweifeln, der Bitterkeit und der bodenlosen Angst mit mir hinzu. Es war ein taubes Gefühl, dass ich wohl nur mit einem Wort beschreiben konnte. Kummer.

Noch nie hatte ich so gefühlt, noch nicht einmal nachdem Tom und ich gestritten und uns dann gemieden hatte. Denn dies hier war anders. Ich hatte dass Gefühl, egal was ich jetzt tat, es war nicht mehr rückgängig zu machen, ein falscher Schritt und alles war verloren. Ich hatte Angst davor Tom zu verlieren.

Du hast recht, genau jetzt Spalten sich vor dir genau zwei Wege, einen wirst du beschreiten und egal welchen du nimmst, deine Zukunft in einen völlig andere Richtung gelenkt. Überlege es dir gut, denn es wird kein Zurück mehr geben.

Was auch immer das schon wieder heißen sollte.

Ich musste... ich würde mit ihm spreche und zwar ohne es weiter vor mich her zu schieben. Ohne mich in Ausflüchten zu verstecken, denn es war vorbei, wenn ich jetzt nicht handelte, war es vorbei.

Die Lage spitzt sich immer mehr zu, endlich weiß Kate was sie will.Meint ihr dieses Mal bleibt sie bei ihrem Entschluss, oder lässt sie sich wieder verunsichern?

Platzt 61 im Ranking, dass macht mich wirklich Sprachlos *-*

DANKE

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt