Kapitel 115 - der Morgen danach

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Wie... widerlich. Das bleierne Gefühl des Unwohlseins durchzog meinen ganzen Körper und schien ihn fest in die Matratze unter mir zu drücken. Merlin, mir war übel. Fest presste ich meine Lippen zusammen und drehte meinen Kopf zur Seite.

Vorsichtig öffnete ich meine Augen, in der finsteren Dunkelheit konnte ich die Gestalt vom Tom erkennen, sein Gesicht dass mir entgegen lag, die verstrubbelten Haare und die schmale Nase, ebenso die hohen, malerischen Wangenknochen wie seine Lippen, die ich allzu gerne küssten würde.

Wenn es mir möglich gewesen wäre hätte ich diesen Moment wahrscheinlich mehr als nur genossen, Toms schlafendes Profil zu betrachten, vielleicht hätte ich mich auch heimlich ein wenig näher zu ihm gekuschten und so erschöpft wie ich mich fühlte hätte ich vielleicht auch noch ein wenig geschlafen.

Aber in meinem Mund dominierte eine widerliche süße die ausgespült werden wollte, außerdem lag auf meinem Brustkorb ein fürchterlicher Druck und mein Magen... in dem schien es ein wahrlich abartiges Durcheinander zu geben, mein Kopf schien alles andere übertönen zu wollen, denn er fühlte sich an als wäre ich von drei Stupors auf einmal getroffen worden.

Nein, ich musste aufstehen, jetzt sofort. Zaghaft drehte ich mich zur Seite des Raumes. Prompt zog sich alles in meinem Bauch zusammen und ich presste vor hervorquellender Übelkeit meine Augen wieder fest zusammen.

Als die Schreckensgefühle langsam abbauten fuhr ich damit fort mich langsam aufzurichten. Wo war... mein Zauberstab? Oh Merlin... wo verflucht nochmal waren meine Klamotten? Ich trug nichts als ein Hemd von Tom. Mühsam unterdrückte ich ein stöhnen, okay, schwammig erinnerte ich mich daran meine Kleidung gewechselt zu haben. Suchend sah ich mich um, entdeckte einen schlafenden Abraxas, sowie einen noch friedlich schlummernden Rosier. Oh... vor dessen Bett lag meine Bluse, wie genau war die dorthin gek... nein, ich wollte es gar nicht erst wissen.

Mein Zauberstab lag wahrscheinlich unter Toms Kopfkissen, direkt neben seinem, hatte er mir diesen am Abend nicht irgendwann abgenommen? Irgendwas war da doch, grübelte ich doch wollte einfach nicht darauf kommen. Da ich in meinem mehr als erbärmlichen Zustand niemanden wecken wollte, konnte ich weder meine Kleidung zusammen klauben, noch meinen Zauberstab zurück ergattern. Das war... bitter.

Ich war eine Hexe und ohne meinen Zauberstab mehr als nur ein wenig aufgeschmissen. Mir war so schlecht, nichts wollte ich lieber als mir im Badezimmer den Mund auszuspülen sowie endlich auf die Toilette zu gehen, war meine Blase wirklich so voll wie sie sich anfühlte oder täuschte das weil alles in meinem Bauch so empfindlich war?

Nach weiteren Momenten versuchte ich mich daran aufzustehen, es war eine Tortur, Grundgütiger, fraß mein Magen sich gerade selbst auf? Noch nie hatte ich mich so elendig gefühlt. Wieso nur hatte ich so viel getrunken? Wieso war ich meinem eigenen Vorsatz nicht treu geblieben und hatte es einfach sein gelassen?

Schon nach der Hälfte des Weges den ich wirklich leise antrat kämpfte ich mit den Tränen vor Schmerzen und Übelkeit. Eww, wenn ich den Geschmack nicht sofort loswerden würde, würde die Galle die schon durch meinen Magen nach oben in meinen Hals gekämpft hatte überlaufen und ich würde mich hier an Ort und Stelle übergeben.

Die letzten Schritte flogen hastig durch den Schlafsaal, fest drückte ich die Türklinke hinunter und trat in den Raum, einen Moment noch blieb ich stehen und atmete beherrscht durch. Lauschte, niemand schien von meinen letzten, laut tapsenden Schritten geweckt worden zu sein.

Zart schloss ich nun die Tür, atmete noch einmal durch, im Ravenclaw Turm war es so, dass die Badezimmer alle Magisch abgeblockt waren, sodass die Zimmergenossen nicht wach wurden wenn mitten in der Nacht jemanden die Lust heimsuchte unter die Dusche zu springen. Hoffentlich war dies hier ebenfalls der Fall, den ich konnte nicht mehr.

Seelenspiegel -Tom Riddle-Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt