Meine Finger umfassten den Griff des ledernen Koffers so fest, dass meine Knöchel weiß hervortraten "Wenn Mister Fomin in zwei Wochen zurück nach Russland reist, werdet ihr sicherlich die Zeit zu einem gemeinsamen Spaziergang finden.", meinte meine Mutter, die diese Vorstellung wohl sehr zufriedenstellend fand.
Mir war ihre Begeisterung für uns beide jedoch mehr als unangenehm "Ich bin mir sicher Mutter, das Hypatius, sobald er zurück gekehrt ist sehr viel mit seiner Arbeit zu tun haben wird.", widersprach ich bemüht ruhig.
Kurz legte sie ihre Arme um mich "Nun gut.", seufzte sie daraufhin nur. Dann würde ihr Blick ernster und zugleich irgendwie weicher "Du bist schon so groß.", murmelte sie und ich zog irritiert meine Augenbrauen zusammen.
Das war mir neu, gab sie sich für gewöhnlich nicht alle Mühe auf meiner Größe herum zu hacken?
Unschlüssig, ob und vor allem was ich darauf erwidern sah ich ihr entgegen.
Ihre vollen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln "Gib auf dich acht.", bat sie leise und entließ mich wieder. Es war einer dieser seltene Momente in denen ich in ihren Augen etwas funkeln sah, dass wie bedauern wirkte, doch ich wusste nicht um was.
Sofort nickte ich "Aber natürlich", gab ich ernst zurück und trat direkt vor den Kamin.
Schon gestern Abend hatte mich von meinen Eltern, beziehungsweise meinem Vater verabschiedet, da dieser heute morgen schon ins Ministerium musste.
Dabei hing der Gedanke daran, im nächsten Jahr hier her zurückzukehren und meinen zukünftigen Ehemann kennen zu lernen wie ein Demokles Schwert über mir.
Es wunderte mich, dass Mutter so sehr auf eine mögliche Beziehung zwischen Hypatius und mir pochte, wo sie doch wusste, saß Vater wohl schon längst eine mögliche Partie für mich ausgewählt hatte. War es nicht das was sie immer gewollt hatte, dass er mir endlich einen eigenen Kopf nahm?
Doch selbst wenn er mir mit entscheidungsrecht geben würde, ich empfand rein gar nichts für Hypatius, auf jedenfalls nichts in romantischer Hinsicht.
Sympathisch war er mir, sehr sogar, doch es kam kein Gefühl ihm gegenüber, auch nur ansatzweise in die Nähe davon, was ich für Tom verspürte, allein wenn ich mit an ihn dachte.
Mit geschlossenen Augen öffnete ich meine Finger und ließ zu, dass das Flohpulver zum Kaminboden rieselte, dabei nannte ich die Anschlussstelle für Auslandsreisen.
Mein Onkel hatte angeboten mich abzuholen, doch da es mir kaum etwas ausmachte einen Zwischenstopp einzulegen hatte ich dankend abgelehnt.
Ein kurzer Zwischenstopp, das war wohl doch etwas zu freundlich ausgedrückt.
Als ich aus dem Kamin des Sammelpunkt's für Aus- und Inlandsreisen trat, traf mich fast der Schlag.
Ungläubig weiteten sich meine Augen als ich aus dem Kamin in einen völligen überfüllten Raum trat.
Am liebsten wäre ich einfach wieder einen Schritt zurück gegangen und wäre wieder nach Hause gefloht. Doch schon hörte ich das magische Knistern, dass den nächsten Ankömmling ankündigte und verschwand eilig aus dem Eingang.
Dämliche Bürokratie, das man auch nicht einfach über Landesgrenzen hinweg flohen oder apparieren konnte.
Wieso konnte ich nicht einfach volljährig sein? Was ein Jammer, jetzt musste ich mich tatsächlich hier anstellen.
Wenn ich apparieren nicht so verabscheuen würde, wäre alles halb so schlimm. Doch ich konnte mich noch gut an das letze mal erinnern, als wir so weit gereist waren. Damals hatte ich mich direkt auf Vater's Schuhen übergeben, keine schöne Erinnerung. Jetzt noch krampfte mein Magen sich beim bloßen Gedanken daran zusammen, je kürzer die Strecke, die ich mich magisch, in meiner Materie aufgelöst durch einen Schlauch pressen lassen musste desto besser.
Nach gefühlten Stunden war ich endlich an der Reihe.
Die Frau am Schalter sah erschöpft und deutlich genervt aus, ziemlich nachvollziehbar, wenn man bedachte dass sie vielleicht schon den ganzen Morgen hier saß und die verschiedenen Namen und Reiseziele notierte, sowie das Flohpulver verteilte, dass für bestimmte Länder gedacht war und ebenfalls die Kaminnummern weitergab, mit denen man an den richtigen Ort gelangte.
Erleichtert seufzte ich, als ich endlich in den Fernreisen Kamin trat, wovon ich nach Russland in dessen Reisenetz Sammelpunkt flohte, wo mir sofort auffiel, dass mir davon schwindelig wurde, wenn ich in kurzer Zeit so viel flohte.
Wie ich es hasste, so empfindlich zu sein.
Als ich dort meinen Onkel erblickte jauchzte ich begeistert.
Der ganze Stress schien einfach von mir abzufallen und meinen ganzen Anstand vergessend warf ich mich in seine Arme, was dieser lachend zu Kenntnis nahm.
Es war ungewohnt, dass er jetzt hier war, das ich ihn sehen und anfassen konnte.
Und obwohl ich wusste was er getan hatte und gegen Gewalt war... es war mir einfach egal. Ich war so glücklich ihn hier zu haben.
Das Strahlen in seinem Gesicht, als wir uns voneinander lösten und er mich ansah, kam den eines kleinen Kindes zu Weinachten gleich und sogleich zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen.
Als wir uns am Bahnhof gesehen hatten, war ich so mit mir selbst beschäftigt gewesen, dass ich kaum Kenntnis davon genommen hatte, das er wieder da war.
Reumütig sah ich zu ihm auf "Ich freue mich hier zu sein.", begrüßte ich ihn und meinte es genau so, jeder Tag zuhause, war für mich zur Qual geworden, seit Vater verkündet hatte, was er für meine Zukunft plante.
"Ich mich auch Kleine, am liebsten hätte ich dich schon am Bahnhof mit hierher geholt.", erklärte er und griff nach meinem Koffer.
Ein warmes Gefühl breitete sich in mir aus "Wo ist Dimitri?", fragte ich, während ich meine Finger um seinen Arm legte, den er mir entgegenhielt.
Als ich zu ihm aufschaute, sah ich den warmen Glanz in seinen Augen als er an seinen Sohn dachte "Der wartet sehnsüchtig im Anwesen auf dich.", erklärte, irgendwie ausweichend.
Doch bevor ich weiter nachhalten konnte traten wir durch die Tür ins Freie.
Tief atmete ich die Luft ein, die hier einfach anders war als zuhause.
Wir traten etwas zur Seite und Alexander ließ mir Zeit mich umzusehen.
Es war eigenartig, nicht unbedingt die Umgebung, von der nicht nicht wirklich viel sah, sondern eher das Gefühl in mir.
Der Gedanke daran, so weit weg von meinen Eltern und auch Hogwarts zu sein war beängstigend, doch auch irgendwie aufregend.
"Bereit?", hörte ich meinen Onkel fragen.
Stumm nickte ich, was ich sich schon im nächsten Moment bereute.
Denn schon wurde ich von dem widerwärtigen Gefühl erfasst, dass mich immer heimsuchte wenn ich apparierte.
Kurz und ziemlich unspektakulär, ich weiß doch ich wollte die Begrüßung mit ihrem Onkel noch einmal nachholen und etwas zu schreiben, dass für die Handlung nicht unbedingt wichtig ist, tat meiner Schreibblockade ganz gut 😄
Ich hoffe ihr hattet alle schöne Weinachten und für die es nicht feiern schöne Feiertage 😊
Rechtschreibfehler bitte nicht behalten sondern in den Kommentaren verpetzen, die schmeiße ich dann wieder raus.
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Seelenspiegel -Tom Riddle-
FanfictionHarry Potter FF| Spielt in Tom Riddles Schulzeit | Hogwarts, dort ist Katharina glücklich. Zusammen mit ihren Freunden führt sie ein nahezu perfektes Leben, ein Alltag, der von Hausaufgaben, Streichen, verbotenen Ausflügen sowie gelegentlichen Rei...
