Ein langer Weg bis zum Samstag
Und schon holte mich wieder der nächste Tag ein, der Donnerstag und wieder war der Tagesprophet eine Erleuchtung. In dem Zeitungsartikel wurde auf der Titelseite darüber informiert, dass Professor Umbridge im Auftrag des Ministeriums längst überfällige Reformen in Hogwarts durchführen würde. Sie wurde durch einen Erlass zu Hogwarts „Großinquisitorin".
Dieser quakende Frosch sollte das sein! Nicht zu fassen, ich konnte nicht mal mehr den Kopf schütteln. Hatte die Zaubererwelt sich ihre Ideen von den Muggeln abgeschaut?
Hallo, „Großinquisitorin"? Würden die hier jetzt die Inquisition wie im Mittelalter der Muggel einführen? Hatten sie die noch alle? Wollten die uns alle auf brennende Scheiterhaufen stellen, die nicht so dachten wie Fudge? Ich konnte über den reißerischen Inhalt dieses Artikels nur vollkommen ungläubig den Kopf schütteln. Und so begannen ihre Inspektionen im Unterricht der Lehrer, was, wie ich fand, sehr erheiterungswürdig war, aber mich fragt ja keiner, war halt mein trockener Humor. Die Inspektionen waren herrlich. Harry und Ron berichteten mir vom Wahrsageunterricht, den ich ja im dritten Jahr geschmissen hatte, da ich dieses Fach als eher schwammig bezeichnen würde und ich brauchte klare, strukturierte Linien, nicht dieses... ich sehe etwas in einer rauchigen Kugel, es ist aber leider nur als ungenau und wage zu umschreiben! Ja, das war nicht meins und ich wusste wann ich an meine Grenzen stieß und hier waren sie so was von erreicht gewesen.
„Das war echt heftig, wie die olle Kröte das alte, verrückte Insekt fertig gemacht hat", erzählte Ron mitleidlos und ich sah Trelawney direkt vor mir, mit ihren riesig vergrößerten Augen, hinter ihrer zu großen Brille und die Abertausenden von Schleiern und Schals und diversen Perlenketten, die sie um sich geschlungen trug, um besonders geheimnisvoll daher zu kommen. Nein, sie war niemand, der es mit einer verschlagenen Umbrigde aufnehmen konnte.
„Ja, hat sie völlig in ihrer ignoranten Art verunsichert, hat sie von Tisch zu Tisch verfolgt und Trelawneys gespielt entrückte und geheimnisvolle Masche hat bei der natürlich überhaupt nicht gezogen. Ich meine, die funktioniert nicht mal bei uns!", grinste Harry böse.
„Wo du recht hast und was war weiter?", war ich neugierig und schnitt mir ein Stück des Bratens ab und kaute langsam.
„Boaa, echt, das war so krass gemein! Umbitch wollte eine Prophezeiung und die Libelle hat halt wie immer ihren Unsinn verzapft! War echt nicht auszuhalten!", kicherte Ron nun böse und gemein.
„Fremdschämen! Echt, die Libelle hat voll gezittert, da hat sie mir richtig leidgetan und Umbitch kann ich echt nicht ab, in ihrer selbstgerechten Art!", echauffierte sich Harry und klar, wer mochte schon die Kröte. Als das Mittagsmahl vorbei war, eilten wir drei zum Verwandlungsunterricht von Professor McGonagall und hatten auch dort die Ehre auf Umbridge zu treffen, obwohl ich der Verunglimpfung des Namens von Harry und Ron aus vollem Herzen zustimmte. Sie war eine Bitch, aber die brave, regelgetreue Hermione würde so ein Wort niemals in den Mund nehmen.
Der Drahtseilakt, diese Hermione zu sein, wurde immer größer aber auch immer schwerer aufrechtzuerhalten. Es war durchwegs anstrengend. McGonagall enttäuschte mich nicht und ließ sich von der bösen Hexe nicht aus der Ruhe bringen. So herrschte sie die „Großinquisitorin" nach zu vielen Unterbrechungen an, das sie sie bitte unterrichten lassen sollte und wenn es ihr nicht zusagen sollte wie sie den Unterricht führen würde, wäre sie herzlichst eingeladen, es selbst zu übernehmen. Das „Dolores", welches McGonagall gekonnt rollte, war Balsam für die Seele der genervten Schüler, was dazu führte, dass diese sich verschnupft in eine Ecke zurückzog und auf ihrer Mappe herumkritzelte, aber ab jetzt schwieg.
Als wir uns dann zur Pflege magischer Geschöpfe zusammen mit den Slytherins nach draußen begaben, streifte mich auf einmal eine Hand und drückte meine kurz. Ich blickte erstaunt auf und sah nur noch den Rücken von Draco entschwinden. Aha, das war so lieb von ihm, da wir heute noch keine Zeit gehabt hatten uns auszutauschen. Ich vermisste ihn, ging mir aber wohl nicht alleine so, das war ein schönes Gefühl, zu erleben, dass es ihm ähnlich ging! Als wir uns alle eingefunden hatten, musste sich Professor Raue-Pritsche gegen Umbridge behaupten, was ihr gar nicht so schlecht gelang. Sie ließ sich nicht herab, Hagrid, oder den mir mittlerweile leicht sauer aufstoßenden Dumbledore, zu diskreditieren. Während der letzten Stunde, des langen Tages, in Umbridges eigenem Unterricht kriegten sie und Harry mal wieder Streit über den Dark Lord und dessen erscheinen oder eben nicht erscheinen. Es war eine ewigliche Geschichte, nur diesmal handelte er sich Nachsitzen für eine Woche ein und dies für jede Nacht.
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When Hermione Fights
FanfictionEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
