Eine Belohnung
Dracos Sicht
Ich legte ihr in einer besitzergreifenden Geste ihren schweren Stoffumhang um und schloss gewissenhaft die Schnalle, die ihn zuhielt, dann zog ich ihr die Kapuze tief ins Gesicht, doch zuvor küsste ich sie noch zärtlich auf die Stirn, mein kleines, mutiges Mudblood.
Danach ergriff ich bestimmt ihre Hand und wir verabschiedeten uns von Severus, wurde ja auch Zeit, es war wieder spät geworden.
Ich zog sie leicht hinter mir her, aus seinen Räumen hinaus und steuerte zielstrebig die Slytherinkerker an. Ich merkte, dass sie sich wunderte, warum ich auf einmal so ein Tempo vorlegte, aber ich wollte schnellstmöglich zurück in meine Räume. Als ich erfahren hatte, dass sie alleine ins Ministerium gegangen war, ohne mir etwas zu sagen und dann auch noch mit Potter, war ich richtig wütend auf sie gewesen, auch wenn ich mir Sorgen machte.
Ich war nicht besorgt wegen meines Vaters oder Bellatrix, die konnten ihr eh nichts anhaben, aber da waren ja noch genug andere Death Eater. Wie schon beim letzten Mal wechselten sich Wut und Sorge in mir ab, doch als mich dann Vater rief und mir erzählte, was passiert war, war ich einfach nur noch unglaublich erleichtert und stolz auf meine Hermione. Sie passte wirklich zu uns. Ich hatte gut gewählt und eine brillante Entscheidung getroffen, als ich sie in unsere Familie aufnahm und dass sie jetzt sogar Vater mehr oder weniger gerettet hatte, zeigte, dass sie sich gut einfügte.
Meine zum Teil sehr selbstgefälligen Gedanken ließen mich ganz leicht grinsen und so betraten wir den Gemeinschaftsraum der Slytherins, in dem reges Treiben herrschte, obwohl es schon so spät war, aber viele mussten noch packen.
Ich beachtete niemanden von ihnen, sondern steuerte meine Räume an und mittlerweile hatte es Hermione auch geschafft aufzuholen und hielt neben mir schritt. Wie ich mit ihr so zielstrebig eintrat und durch den Raum schritt und zeigte, dass ich meine kleine „Untouchable" wieder aus Severus' Klauen befreit hatte, würde für Gesprächsstoff sorgen, aber das war mir gleich.
Ich öffnete die Tür zu meinen Zimmern und ließ sie eintreten, sobald ich sie hinter ihr geschlossen hatte und noch während ich auf sie zu trat, um ihr diesen alles verhüllenden Umhang abzunehmen und sie in meine Arme zu ziehen, fragte sie:
„Du bist nicht glücklich, wie das im Ministerium abgelaufen ist?", und sah mich unbehaglich an.
„Nein, aber ich verstehe, wie es dazu kam und dass ich dich nicht immer von allem fernhalten kann, aber es gefällt mir trotzdem nicht, im Endeffekt bin ich nur froh, dass du gesund vor mir stehst!", erklärte ich ihr und konnte mich gerade noch halten, als sie sich stürmisch in meine Arme warf. Da hatte sie wohl Bedenken gehabt, dass ich erneut böse auf sie war und sie vielleicht sogar eine Strafe erwartete, aber heute würde sie nicht bestraft werden, nicht von mir.
Ihr Verhalten im Ministerium Vater gegenüber gebot mir eher, sie zu belohnen, denn meine Dankbarkeit dafür überwog gerade die Wut über ihr erneutes Ausbrechen, dass sie aber auch immer so wagemutig war. Sie hatte schon gelernt, dass man in unserer Familie zu gehorchen hatte und für ungehorsam bestraft wurde, nun sollte sie lernen, dass man durchaus auch belohnt wurde, wenn man sich an die Regeln hielt, oder sie sogar so getreu befolgte wie sie heute. Die Familie steht an erster Stelle, dies hatte sie wohl verinnerlicht.
„Was glaubst du, hab ich gefühlt, als du mir da bei Snape erzählt hast, dass du mit Lucius Askaban erstürmt hast? Ich hab gedacht, ich bekomme keine richtige Luft mehr. Gott sei Dank hab ich nicht mal im Ansatz geahnt was ihr plant, sonst hätte ich graue Haare in diesen Stunden bekommen!", warf sie ein und ich verstand, was sie gefühlt haben musste und diese Sorge um mich, die sie hatte, ließ ein tiefes Glücksgefühl in mir aufsteigen.
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When Hermione Fights
FanficEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
