Samstag
Der Samstag verlief relativ ruhig.
Da das Wetter noch recht schön war, verbrachten wir den ersten Teil des Tages draußen auf den weitläufigen Ländereien von Hogwarts und genossen die letzten, warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Bald würde es wieder kalt werden, hier in den schottischen Highlands. Im Laufe des Tages zog ich mich dann zu meinen Büchern zurück, da ich aufgrund meiner abendlichen Verabredung ein unbestimmtes Kribbeln im Bauch fühlen konnte. Es nahm immer mehr zu, desto später der Tag wurde und so war ich von der Laune her eine schlechte bis miserable Gesellschaft und floh daher zu den Büchern, denn diese können nicht von mir verbal verletzt werden, außerdem hatte ich dort meine ersehnte Ruhe. Ich warf immer wieder einen Tempus, um ja nicht die Zeit aus den Augen zu verlieren, so nervös kannte ich mich gar nicht. Als es dann endlich Zeit fürs Abendessen war, machte ich mich schnell auf, um das Essen hinter mich zu bringen.
„Hermione, schade, dass du dich heute schon so früh von uns verabschiedet hast, das war nicht nett", meinte Ginny vorwurfsvoll und sah mich tadelnd, aber treuherzig mit ihren braunen Augen an.
„Sorry, aber ihr wisst doch die ZAGs stehen an. Ihr verliert das aus den Augen, ich werde euch einen Plan aufstellen Harry, Ron, damit ihr richtig und zielorientiert lernt", bot ich großzügig an und strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Ich wusste dafür würden sie mich am liebsten erwürgen, aber sie trauten sich nicht, mich mit ihrer Ablehnung zu verletzen und wollten mir ihr Entsetzen aufgrund dieser bedrohlichen Ankündigung nicht zeigen.
„Äha, danke Hermione, sehr lieb von dir", kam es von Harry sehr verhalten und er stopfte sich ein Stück Brot in den Mund, dabei wirkte er alles in allem unglücklich.
„Ja, ganz toll!", erklang es sehr überzeugend von Ron, daran würde er noch arbeiten müssen, dachte ich dabei nur. Man sah ihm sein Missfallen überdeutlich an, aber ich ignorierte es gekonnt.
„Aber du musst dir nicht solche Mühe machen, ich meine...", stotterte Harry plötzlich abwehrend.
„Aber Harry, nicht doch, ich mach mir doch gerne für euch die Mühe", meinte ich freundlich. Innerlich schüttete ich mich gerade aus vor Lachen, aber nach außen hin, machte ich eine wichtigtuerische und gönnerische Miene.
„Danke, Hermione, du bist die Beste!", gab sich der gutmütige Harry geschlagen. Es sah so aus als würde er am liebsten seinen Kopf auf den Tisch knallen. Na, na, wir wollen doch mal nicht so sein!
„Ich werde dann gleich nochmal in die Bibliothek gehen und dies alles ausarbeiten. Es kann spät werden, aber wenn ihr möchtet, könnt ihr auch mitkommen und mir helfen", bot ich großzügig an und kalkulierte eiskalt ihre Reaktion mit ein. Ich war wirklich sehr hinterlistig.
„Äh ja, weißt du Hermione, echt gerne, aber wir müssen uns wegen Quidditch unterhalten, das ist echt wichtig, da ich doch so Ärger mit Angelina wegen der ganzen Strafarbeitsgeschichte mit der Bitch und so hab. Ich hab echt keine Zeit, sorry!", fiel Harry gerade noch rechtzeitig eine sehr fadenscheinige Ausrede ein, die ich doch liebend gerne mit einem unglücklichen Seufzen annahm, während ich zum alles vernichtenden Schlag ausholte.
„Na gut, und was ist mit dir Ron?", fragte ich bösartig nett, dabei fiel ihm sein Essen aus dem Mund, vor Schock, von mir direkt gefragt zu werden. Nicht schön anzusehen, aber ich sparte mir meine Spucke, hätte eh keine Sinn zu versuchen ihm Manieren beizubringen und ich war nicht seine Mutter.
„Ich... ich... hab keine Zeit, ich muss Hausaufgaben machen und..., und...", stockte er unintelligent und blickte hilfesuchend zu Harry, der nur rasch mit den Schultern zuckte. Rette sich wer kann, war wohl ihre Devise.
DU LIEST GERADE
When Hermione Fights
FanfictionEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
