Draco
Ich hatte mein Gesicht ganz unter meiner Kapuze versteckt, als ich wie immer meinen Schutzzauber sprach und dann forsch den Gemeinschaftsraum betrat. Erneut zog ich unmittelbar mit meiner Finsternis natürlich alle Aufmerksamkeit auf mich und durfte zusehen, wie vielen der sonst so gleichgültigen Slytherins, die Münder aufklappten und sie mich erschrocken anstarrten. Sie hatten wohl gehofft mich nicht mehr zu sehen. Ich glaube, sie mochten es nicht, wenn ich in ihr Haus eindrang! Verständlich, aber nicht zu ändern. Pech für sie, ging meine Gehässigkeit mit mir durch. Ich erlebte, wie sich der schöne Zabini rasch von seinem Platz vorm Kamin erhob und mich skeptisch, überlegend ansah.
Ich wusste, dank Lav und Pav, dass Zabini ein sogenannter Frauen... äh, nein, halt! Ein Mädchenschwarm war, groß gewachsen und mit seiner dunklen Haut, die an Vollmilchschokolade erinnerte und den hohen Wangenknochen und diesen leicht schrägstehenden, dunkelbraunen Augen, war er auch wirklich hübsch anzusehen. Er gefiel vielen hier und wie Slytherins halt nun mal waren, wusste er, dass er umschwärmt wurde und genoss es, so wie er tagtäglich selbstbewusst durch die Schule schlenderte, sich seiner Ausstrahlung, seines Charismas nur zu bewusst. Und mutig war er anscheinend auch, da er sich jetzt langsam auf mich zubewegte. Ich hatte, wie immer in diesem Raum, meinen Stab in den Falten meines Mantels verborgen und ihn verteidigungsbereit in meiner Hand.
„Ähm, hallo, womit kann ich dir helfen?", fragte er unsicher und versuchte ein charmantes Lächeln in seinem durchaus attraktiven Gesicht. Er wagte es wirklich mich anzusprechen, das musste in diesem Haus etwas bedeuten. Aber was, schließlich war auch er es gewesen, der Draco und mich geholt hatte, als Snape im Gemeinschaftsraum gewartet hatte, interessant. Warum hatten die Slytherins die bestaussehenden Männer und gleichzeitig die hässlichsten und schrecklichsten, siehe Bole, Crabbe und Goyle? Ich war positiv überrascht und reagierte souverän auf diese erstaunlich freundliche Aufnahme und neigte leicht das verborgene Haupt.
„Draco!", meinte ich dann nur heiser.
„Erwartet er dich?", wagte er sehr vorsichtig zu fragen und machte ein unbehagliches Gesicht. Die Schlangen belauerten uns bewegungslos und warteten ab.
„Wäre ich sonst hier?", gab ich die Gegenfrage an ihn kalt zurück und konnte sehen, wie die Schlangen leicht zu tuscheln begannen und uns nicht aus den Augen ließen.
„Er ist in seinem Zimmer, aber ich weiß nicht ob du...?", fuhr er sich in einer abwägenden Geste durch sein kurzes, schwarzes Haar.
„Ich darf, nur keine Sorge und danke, Zabini!", sagte ich fest zu ihm und schritt nun zielstrebig auf die Schlafzimmer der Jungen zu und ließ die neugierige Meute überrumpelt zurück. Draco, Draco... du und deine Spielchen, dachte ich mir, hatte er sich doch absichtlich verkrochen, um zu sehen wie ihm das Haus gehorchte? Durchschaubarer ging's ja wohl kaum, was mich gefährlich lächeln ließ. Er war echt unmöglich! Diese Machtspiele, ich glaubte zu wissen, dass er da oben schon sehr neugierig auf mein Erscheinen wartete! Er war echt ein schlimmer Finger, aber wie es schien hielt sich sein Haus an seine Anordnungen und befolgte seine Befehle, gut zu wissen, für ihn wie für mich.
„Du bist unmöglich, Draco!", verkündete ich ihm auch als Begrüßung, schlug die Tür bestimmt ins Schloss und verzauberte sie. Ich hatte ohne zu klopfen seinen Raum betreten.
„Hallo, mein Mudblood! Haben sie dich leben lassen?", meinte er verschlagen und grinste mich von seinem Bett aus verrucht an. Er lehnte mit seinem Oberkörper an seinem Kopfende und lag entspannt da, dabei hatte er ein Buch auf dem Schoß liegen.
„Hallo, mein spielerisches Pureblood! Was wäre gewesen wenn sie sich nicht an deine Anweisungen gehalten hätten?", fragte ich pikiert, aber auch lässig und legte den Mantel ab, auf einen der grünen Samtsessel, die vor dem Kamin standen.
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When Hermione Fights
FanficEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
