Meine finsterste Nacht

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Meine finsterste Nacht

Ich blickte noch ein letztes Mal gedankenverloren auf das aussagekräftige und auch belastende Foto in meinen Händen und steckte es dann entschlossen ein, denn natürlich hatte ich es mitgehen lassen, den einzig sichtbaren Beweis, dass sich Gellert und Albus freudestrahlend in den Armen lagen. Unglaublich, der historische Beweis, dass diese beiden mehr gewesen waren als nur Gegner in einem Duell!

So stand ich schlussendlich von der leicht morschen Holzbank mit Blick auf den malerischen Park von Godric's Hollow auf, da mittlerweile Dunkelheit herrschte und begab mich mit einem wehmütigen Seufzen zum Apparierpunkt. Dort zog ich mir meine Kapuze so tief ins Gesicht, sodass von mir gar nichts mehr zu sehen war und fühlte mich geschützt. Denn wo es nun hinging, da würde ich mit unbedecktem Kopf hervorleuchten, wie ein Glühwürmchen, dabei wollte ich bestimmt nicht auffallen.

Auf zu meinem „Date"!

Auf in die Knockturn Alley, auf zum „Geköpften Henker"! Als ich mal wieder in dieser verruchten und wenig einladenden Gasse stand, bemerkte ich, wie ich es doch vermisste hatte mich hier herumzutreiben und irgendwie war es beängstigend aber ich liebte es, hier entlang zu schleichen. Ich wusste nicht warum, aber ich fühlte mich unerklärlicherweise wohl, was wohl bedeutete, ich hatte keine Angst und ich genoss die spannungsgeladene Atmosphäre ebenso wie die außergewöhnlichen Auslagen, die mich fesselten. Dabei genoss ich es, die zum Teil obskuren Gesellen in dieser Gasse genau anzusehen und zu beobachten. Ich fand es interessant und aufregend, vielleicht auch zu einem kleinen Teil erregend, etwas so Gefährliches zu tun und mich in dieser zwielichtigen Gesellschaft zu bewegen, aber es entsprach meinem Naturell, wie ich mir mittlerweile eingestand.

Doch die Stimmung war anders als früher, noch unsicherer, noch explosiver, gerade die Menschen der schwarzen Gasse wussten ja sehr wohl, dass es darüber, ob [style]er[/style] wieder da war, keine Spekulationen geben musste, da [style]er[/style] zurück war, Punkt und aus!

Und auch wenn die Leute hier ohne Masken rumrannten, so sah man doch mancherorts eine Gruppe von drei bis fünf Spießgesellen, die alle die gleichen nachtschwarzen, alles verschluckenden Mäntel trugen und nichts Gutes verhießen. Und wer jetzt nicht ganz blöd war, dachte sich halt dann bitte einfach die Masken in seiner Fantasie hinzu und voilá, der Death Eater war enttarnt. Aber hier würde jeder, aber wirklich jeder die Klappe halten, dass hier alle zweifellos so viel Dreck am Stecken hatten, dass sie selbst so was von nach Askaban gehörten, stand außer Frage und so galt der Kodex des Schweigens!

So zog ich den Kopf ein um klein zu erscheinen und huschte schnell über das abgenutzte Kopfsteinpflaster, meinem Ziel entgegen, so schnell wie ich lief könnte man denken, ich freute mich darauf, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen, ging es mir gerade durchaus ironisch durch den Geist aber tatsächlich beschleunigte ich noch ein bisschen mehr, als ich hinter mir Stimmen laut grölen hörte und schon huschte ich rasant durch die Tür des hellerleuchteten Gasthauses.

Wie bei meinem letzten Besuch, war auch diesmal der Raum mehr als gut gefüllt und eine riesige Kakophonie rauschte in meinen Ohren, als ich wieder zu dem kahlköpfigen und zahnlosen Wirt trat, der an der bronzefarbenen Zapfanlage hantierte und per Magie mehrere Gläser gleichzeitig füllte.

Ich sprach dieselben Worte wie beim letzten Mal:

„Mich erwartet ein Herr, welches Zimmer...? Und einen Feuerwhiskey!", er versuchte nicht, wie beim letzten Mal, unter meine Kapuze zu sehen, da er zu beschäftigt war und ließ das Gewünschte wortlos zu mir schweben.

„Zimmer 13, die Dame!", meinte er nur kurz angebunden und ich legte die Sickel ungefragt auf den Tresen, kippte meinen Drink in einem hinunter, um mir Mut anzutrinken und stieg jetzt die ausgetretenen, knarzenden Stufen nach oben.

When Hermione FightsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt