Eine Nacht mit Harry
Harry führte mich zielstrebig in den Raum der Wünsche, was erstaunlich war, da er als er die Tür öffnete, nur ein großes Bett in seinem Inneren offenbarte. Harry trat aber entschlossen ein und riss sich seine Sachen regelrecht vom Leib, als sich ebenfalls eine kleine Tür rechts von ihm öffnete, hinter der sich, wie ich ausmachte, ein gekacheltes Bad verbarg. Er verschwand darin, er hatte bisher kein Wort gesagt. So zuckte ich die Schultern, tat es ihm gleich und wünschte auch mir ein Bad und ging hinein.
Unter der rauschenden, wohltuenden Dusche konnte ich gegen das Schütteln, das von mir besitz ergriff, nichts tun und sank erschöpft auf den Boden, umschlang zitternd meine Knie mit den Armen und bettete mein Gesicht auf selbigen. Das Wasser tropfte beständig auf mich hinab und wärmte mich, da mir so unvorstellbar kalt war, innen wie außen. Es war so viel passiert, fast zu viel in der Kürze der Zeit, dass ich es fast nicht fassen konnte, diese ganzen Eindrücke und diese Masse an bestürzenden Informationen, all dies ließ mich erbeben, als ich dort wie ein verlorenes, kleines Kind in der Dusche saß und das Wasser auf mich eintrommelte... auf der anderen Seite, wie ging es wohl Harry?
Aufstöhnend schloss ich die müden, brennenden Augen und sofort erinnerte ich mich an Umbridges Augen, die Augen von Jugson, die Augen von Bole und auch die großen, ungläubigen Augen von Sirius, die ich trotz der Entfernung so gut hatte erkennen können. Das war das, was man nie vergaß, die Augen und der Blick in ihnen, es war das endgültige, ungläubige Staunen, was man darin miterlebte, wenn sie starben, die Erkenntnis, der Unglaube, die Angst, die Furcht und die Resignation sowie schlussendlich die Akzeptanz vor dem unausweichlich eintretenden Ende.
Ich fühlte, außer für Sirius, keine Trauer. Die anderen taten mir nicht leid! Sie hatten es allesamt verdient und man hatte ja gesehen, wie wirkungsvoll die Schocker gegen die Death Eater gewesen waren. Sie wurden einfach von ihren Mitstreitern wiedererweckt. Diejenigen, die ich ausgeschaltet hatte, die waren für den Kampf so was von unbrauchbar gewesen, also selbst schuld ...
Auch unsere Freunde hatten sich gut geschlagen, wie ich fand, unter Anbetracht, dass wir erwachsenen, zu allem entschlossenen Männern gegenüberstanden, wobei ich immer noch daran zweifelte, dass sie sich nicht doch zurückgehalten hatten!
Aber das waren müßige Gedanken, da mir niemand darauf Antworten geben würde.
So wie es aussah, hatte Snape Harrys Hinweis wirklich verstanden, den Orden informiert und war dann gekommen, um nach uns zu sehen. Wie er mich von dem Kampf in der Halle des Todes abgehalten hatte, das ließ mich doch glatt verwirrt lächeln, in so einer Lage schien er unseren Disput vergessen zu haben, das würde ich Draco erzählen müssen, so rührend besorgt war Snape sonst nicht.
Und dann Lucius! Ich fasste es nicht und hier war ich über mich wirklich ein wenig geschockt, ich hatte Remus kaltblütig geschockt, um Lucius zu retten, war ich noch zu retten?
Das war hier die Frage, aber allein für das blöde Gesicht, was er gemacht hatte als er erkannte, dass ich ihn gerettet hatte war es das wert gewesen, hier hätte er jetzt Stoff zum Nachdenken. Wobei ich mir sicher war, ebenso erkannt zu haben, dass er nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet hatte um aktiv zu werden und das hätte dann vielleicht noch mehr Opfer bedeutet!
Aber was würde er denken, was mich, das Mudblood, dazu veranlasst hatte, ihn, der mich jagte und dies vor meinen Freunden auch so offen bekannte, zu retten, ihm Askaban zu ersparen und dafür sogar Remus anzugreifen? Tja, mein Lieber, auf dein Gesicht wäre ich gespannt, wenn du die Antwort darauf erhältst!
Und diese abstrusen Gedanken heiterten mich über den Tod doch gefährlich auf, so fand ich die Kraft, ans Weitermachen zu glauben. Ich löste meine verkrampften Arme und streckte sie, danach zog ich mich hoch und erhob mich mit neuem Mut. Das Spiel ging weiter, also auf, Harry wartete.
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When Hermione Fights
FanfictionEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
