Einsichten und Erkenntnisse
Ich kam nach Snape in die Halle, der anscheinend Harry hinweg gescheucht hatte, aber eines musste man ihm lassen, er ließ sich nicht das kleinste Bisschen Schmerz in seiner Haltung ansehen und fegte in seinen sich aufbauschenden Roben den Mittelgang dramatisch entlang. Was für ein stolzer Mann, erinnerte an meine eigene Halsstarrigkeit und ich fing Harrys sorgenvollen Blick auf, der misstrauisch Snape folgte um dann mir aufgeregt entgegen zu sehen, aber bevor er etwas sagen konnte war ich schneller:
„Nicht hier, Harry, bitte, später im Raum!", wisperte ich und sank noch immer müde auf die Bank.
„Was meint sie, Harry?", meinte Ron da schmatzend.
„Nichts, Ron, sie wollte mir einen Zauber zeigen!", machte mich Harry sprachlos, da ich annahm, er hatte sehr wohl gesehen, dass mein Name neben Snapes in dessen Räumen war, aber ich nahm den Aufschub dankbar an.
Ich konnte mit verfolgen, wie mich Dean, Seamus, Lav, Pav und Neville beäugten und ich bekam giftige Blicke von Ginny über den Tisch hinweg zu geschmissen, darüber regte ich mich aber überhaupt nicht auf, mir gingen die Geschehnisse mit Snape im Kopf herum.
Oh Mann, war das knapp gewesen, er hatte zu viel Blut verloren! Warum war dieser sture Bastard nicht einfach appariert, nachdem er verletzt wurde? Warum hatte er seine Truppe gesammelt und mit diesen Verletzungen weiter gekämpft, bis er zwei der drei Ordensmitglieder ausgeschaltet hatte? Was auch immer das hieß, ich hatte nur nicht nachgefragt, da, wenn sie tot wären, ich es früh genug erfahren würde. Nun horchte ich tief in mich, würde es mich tangieren?
Ich zuckte die Schultern, als ich den heißen, starken Kaffee auf meiner Zunge schmeckte und ihn gierig trank und da kam mir die Erkenntnis! Nein, es wäre mir egal, was mit Tonks, Moody und Shacklebolt passiert war, anders sah es damit aus, was mit Snape passiert und dass Draco verletzt gewesen wäre. Und ja, ich gestand es mir ein, auch ich wollte Snape nicht verlieren!
Warum es vor mir leugnen? Ich genoss die Gesellschaft dieses so schwierigen, komplexen Mannes immer mehr. Er war mir durchaus auf vielen Gebieten ein Mentor geworden, den ich bewunderte und dem ich auch vieles verdankte.
Ich würde es ja nie offen sagen, fragen oder zugeben, aber ich möchte mal wissen, ob er selbst wusste, wem er treu war? Wem er diente? Wem seine Loyalität gehörte? Aber so wie ich die Mitglieder meiner neuen Familie kennengelernt hatte, war es wohl eher das Motto: Ich stehe auf meiner eigenen Seite beziehungsweise auf der Seite der Familie und der Rest lässt sich richten. Flexibilität in allen Lebenslagen, schien das Motto zu lauten. Und wenn ich eines war, dann flexibel.
Ich würde mich diesem Diktat fügen, es würde mir auch gar nichts anderes übrig bleiben. Viele alternative Wege würden sich mir nicht bieten. Einige würden das bestimmt nicht verstehen, aber sind wir mal realistisch, schockierend offen und ehrlich, wenn Lucius und Snape heraus bekamen, dass ich ein Mitglied der Familie Malfoy war, würden beide mir nicht mehr viele Chancen und Möglichkeiten lassen, frei über mich zu entscheiden. Ich hatte den Schutz einer mächtigen Familie und von wichtigen, bedeutenden Männern, aber ich würde ein Spielball von ihnen werden, denn alle hatten auf die eine oder andere Weise Anspruch auf mich erhoben. Meine Befürchtung, dass Snape nach diesen neuen Erkenntnissen seine Scheu eher fallen lassen würde, machte es für mich nicht einfacher, oder dass ich mich wohler fühlte.
Auch Draco sollte man nicht vergessen, er war eine eindrucksvolle Persönlichkeit, wenn er denn wollte und darin lag das Problem, er wollte nicht immer, aber immer öfters. Dieser junge Mann hatte Macht in Hülle und Fülle, das konnte man fühlen und manchmal, wenn er den Boss in seinem Gemeinschaftsraum raushängen ließ, machte er mir mehr Angst als Snape und als Lucius, als dieser mich gebissen hatte, aber das würde ich niemals zugeben. Diese beiden Männer hatten alles dafür getan, in Draco einen würdigen Nachfolger heranzuziehen und er hatte alles getan, um von beiden nur das Beste aufzusaugen und vereinte das in sich!
DU LIEST GERADE
When Hermione Fights
Fiksi PenggemarEs heißt, man hätte immer eine Wahl und ich hatte gewählt. Ich würde kämpfen! Ich war bereit, mich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu stellen. Ich ging den Weg eines Kriegers. Nicht populär, aber notwendig, denn ich befand mich seit Jahren...
