„Es ist kaum zu glauben, dass der Artikel von deiner Schwester so große Wellen geschlagen hat", meinte Lottie vom Rücksitz aus, als wir Dienstagnachmittag durch Doncaster fuhren. „Ja, wirklich unglaublich", brummte ich und lehnte meinen Kopf gegen die Fensterscheibe. Schließlich hatte ich dank des Artikels beinahe meinen Job verloren. Und wirklich Besserung hatte sich seitdem nicht eingestellt. Im Gegenteil.
„Er hat auf jeden Fall die Aufmerksamkeit bekommen, die Gemma sich dafür gewünscht hat. Es war ihr eine Herzensangelegenheit, sich für die queere Gemeinschaft im Profisport einzusetzen. Und seit ich Louis kenne, ist es auch eine Herzensangelegenheit für mich. Nur schade, dass in diesem Fall der Schuss nach hinten losging", murmelte Harry und lotste das Auto in die Seitenstraße, die zur Villa der Doncaster Bürgermeisterin führte. „Wie meinst du das?", wollte Lottie wissen. „Ist doch egal. Lass uns bitte nicht mehr darüber sprechen", entgegnete ich, während meine Laune immer weiter in den Keller sank.
Harry bog ab, woraufhin wir uns auf dem Grundstück der Bürgermeisterin wiederfanden. Ein langer Weg, der in einem Zirkel um einen großen Springbrunnen mündete, führte durch das parkähnliche Areal bis zu der großen Steintreppe, die zu der herrschaftlichen Villa hinauf führte. „Das darf doch nicht wahr sein", stöhnte ich, als ich sah, wer vor uns in dem Kreis geparkt hatte. Er stieg gerade aus seinem Auto aus und ging mit gestrafften Schultern und die die Höhe gerecktem Kinn die Treppe nach oben, wo die Bürgermeisterin bereits wartete. „Was macht der Vorstand der Academy hier? Hat Mrs Jones nicht gesagt, dass wir die einzigen Gäste wären?", vollendete Harry meine Gedanken. „Diesen frauenfeindlichen Idiot habe ich gefressen. Ich hatte gehofft, ihm nie wieder begegnen zu müssen", gab auch Lottie ihrem Frust freien Lauf und spielte damit auf ihre Unterhaltung mit David beim Spatenstich für das neue Ausbildungszentrum an.
Ich blickte nach rechts zu Harry, der nun nervös mit seinen Fingern gegen das Lenkrad trommelte. „Lou... ich bin dir nicht böse, wenn du mich heute nicht als deinen Freund vorstellen willst", flüsterte Harry und blickte dabei starr zur Windschutzscheibe hinaus. Ich schloss meine Augen und ließ meinen Kopf seufzend gegen die Stütze fallen. „Fuck", hauchte ich erschöpft. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, endlich einmal Harry zu einem offiziellen Anlass als meine Begleitung mitnehmen zu können. Doch der Stress mit meinen jetzigen Chefs vor zwei Tagen hatte das Fass schon zum Überlaufen gebracht, da brauchte ich nicht noch die Abneigung meines ehemaligen Chefs.
„Tut mir leid, Harry. Ich wollte es wirklich", flüsterte ich schuldbewusst. Doch ich wusste, dass ich heute nicht die Kraft dafür hatte. „Schon gut, Louis. Ist ja nicht deine Schuld", antwortete mein Verlobter, doch mir entging nicht seine angespannte Mimik, die deutlich zeigte, wie sehr ihm die Situation zu schaffen machte. „Dann ist Harry heute Abend wieder einmal mein Freund?", erkundigte sich meine Schwester in einem mitleidigen Tonfall. „Ja", krächzte ich und blickte zum Fenster hinaus, um nicht Harrys enttäuschten Blick sehen zu müssen.
„Harry, würdest du noch einen Moment im Auto warten? Es sieht so aus, als würde der gerade unsere Ankunft filmen", murmelte Lottie. Als sie das sagte, ließ ich meinen Blick die steinerne Treppe hinauf schweifen. Dort oben, neben David und der Bürgermeisterin, stand tatsächlich ein Mann in Anzug hinter einem Stativ, auf welchem ein Smartphone eingespannt war. „Scheiß Social Media", brummte ich und krallte mich mit meinen Fingern an meinen Oberschenkeln in meiner teuren Anzugshose fest. „Harry, ich verspreche dir, ich werde bald nie wieder ein Stadion betreten. Du bist mein Verlobter, ich werde dich heiraten und mit dir und Freddie glücklich werden", sagte ich bestimmt und blickte zu Harry. Der erwiderte meinen Blick und legte dabei besorgt seine Stirn in Falten. „Wir reden heute Nacht nochmal, Lou. Lass uns einfach diesen Abend über die Bühne bringen", antwortete er leise, doch seine Enttäuschung und seine gleichzeitige Besorgnis war aus jeder einzelnen Silbe herauszuhören.
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Only The Brave || Larry AU
FanficLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
