Prinzenpark

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In den folgenden Wochen setzte ich alles daran, meine Krücken loszuwerden und wieder spielen zu dürfen. Tägliches Training mit dem Physiotherapeuten von Chelsea, regelmäßige Kontrollen durch den Mannschaftsarzt und unbedingter Ehrgeiz sorgen dafür, dass ich schon drei Wochen später wieder mit meiner Mannschaft zusammen trainieren konnte. Die Zeit war sowohl für mich als auch für Harry unheimlich nervenaufreibend, schließlich hatte ich ihn dank meiner Verletzung kaum unterstützen können, weder mit Freddie noch mit dem Haushalt. Ich konnte ihm daher dabei zusehen, wie er von Tag zu Tag erschöpfter und auch gereizter wurde. Die schlaflosen Nächte und der stetig wachsende Alltagsstress ließen auch keine Zeit für eine Verschnaufpause. 

Wir gerieten häufig aneinander, häufiger als ich es gewohnt war, dennoch schafften wir es immer, vor dem Schlafengehen alle Probleme aus der Welt zu schaffen und wenigstens die paar Minuten vor dem Einschlafen gemeinsam zu genießen. Oft waren es nur einige Atemzüge, bis einer von uns einschlief, doch die wenigen Sekunden in denen wir beide noch wach waren, kuschelten wir uns aneinander und genossen einfach nur die Nähe des anderen. Außerdem kümmerte Harry sich aufopferungsvoll um Freddie und mich, egal wie genervt er gerade war. Bei jedem einzelnen Mal wuchs in mir dabei der Wunsch, ihm endlich etwas zurückgeben und für ihn da sein zu können. Ich hatte ihm zwar schon vor Monaten meine Liebe gestanden, doch zurückblickend waren die Gefühle, die ich damals verspürt hatte, nur ein Bruchteil von dem, was ich heute für ihn empfand. Ich war schlichtweg verrückt nach diesem Mann und konnte nur hoffen, dass er genauso für mich fühlte.

Ein Monat nach unserem Ausflug nach Doncaster durfte ich endlich wieder meine Mannschaft zu einem Spiel begleiten. Es war das Champions League Halbfinale und die Blues traten gegen PSG an, weshalb uns unser Mannschaftsbus zum Flughafen brachte, von wo aus wir erster Klasse nach Paris flogen. Doch noch vor dem Flug trommelte unser Trainer uns in der VIP-Lounge zusammen und bläute uns erneut die Strategie ein. Wieder und wieder gingen wir taktische Feinheiten durch, besprachen einzelne Positionen, gingen Spielanalysen der Gegenspieler durch und stimmten uns mental auf das bevorstehende Spiel ein. Dabei wurde unser Trainer aber auch nicht müde zu erwähnen, dass ich nicht zur Startelf gehören würde, schließlich war das mein erstes Spiel seit meiner Verletzung. 

Es wäre das erste Spiel seit Jahren, bei dem ich am Spielfeldrand sitzen würde. Das war auch einer der Gründe, weshalb ich während des gesamten Fluges unfassbar schlecht gelaunt war. Schließlich wäre dies, abhängig vom Ausgang des heutigen Abends, das letzte Champions League Spiel, das ich jemals würde spielen können. Und wie es aussah durfte ich dabei nur von der Ersatzbank aus zusehen können. Das nahende Ende meiner Karriere so deutlich zu spüren, war ein schreckliches Gefühl, doch ich versuchte meine Gedanken immer wieder in Richtung Harry zu lenken, der es definitiv wert war, all das hinter mir zu lassen. 

Als wir schließlich im Hotel in Paris eincheckten und Zayn und ich unser Zimmer bezogen, war meine Laune am Tiefpunkt. „Ich verstehe ja, dass du angepisst bist, aber das musst du nicht an mir auslassen", schrie Zayn mich an, als ich ihm mit meinem Handgepäckstrolley über den Fuß fuhr und diesen anschließend vor Frust laut gegen die Wand krachen ließ. „Ach scheiße", rief ich nur zurück und ließ mich aufs Bett fallen. Ich brüllte vor Frust in mein Kissen hinein, dann drehte ich mich um und zog mein Telefon aus meiner Hosentasche. 

Während ich Zayn dabei beobachtete, wie er seinen Koffer auspackte, wählte ich die Nummer von Harrys Blumenladen und versuchte meine Atmung zu beruhigen. „Harrys Sunflowers, Harry hier, wie kann ich helfen?", hörte ich die Stimme meines Freundes. Erleichtert atmete ich durch und schloss anschließend meine Augen. „Hey Harry, hier ist Louis", entgegnete ich ruhig, woraufhin ich hörte, wie Harry kurz stockte. „Kann ich dich zurückrufen? Ich habe noch eine Kundin", sagte mein Freund schnell und legte auf, ohne auch nur eine Antwort von mir abzuwarten. „Verdammte Scheiße", rief ich erzürnt und schmetterte mein Telefon davon. Es ging nur knapp an Zayns Kopf vorbei, bevor es gegen die Wand knallte und krachend zu Boden fiel.

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt