Nagellack

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„Oh?", gab Dan einen verwunderten Ton von sich. Dann ließ er perplex seinen Blick zwischen uns beiden hin und her schweifen. „Ihr redet nur davon, die Hochzeit zu verschieben, oder? Ihr habt doch hoffentlich nicht vor, euch zu trennen?", stellte er nun die Frage aller Fragen in den Raum. Einige Sekunden lang blieb es, bis auf Freddies Schreie, komplett still. Dann schniefte Harry lautstark und schüttelte den Kopf, während Tränen über seine Wangen rannen, die er mit seinem Handballen wieder zur Seite wischte.

Zerrissen von meinen Gefühlen und mit Tränen in den Augen bettete ich meine Stirn auf Harrys Schulter und sog seinen typischen Harry-Duft ein, der jetzt, gleich nach dem Aufstehen, noch unglaublich intensiv war. Ich schloss meine Augen und versuchte einfach nur den Moment zu genießen, wenngleich ich auch Angst vor den nächsten Minuten hatte. „Gut. Ich weiß ja, dass das Leben nicht immer fair zu euch ist. Aber egal, was vorgefallen ist, ihr liebt und ihr braucht euch gegenseitig. Ihr beide gehört einfach zusammen. Also bitte, bitte schafft das aus der Welt", sagte Dan und sah uns dabei eindringlich an. Dann verschwand er aus dem Zimmer.

Als die Tür ins Schloss fiel, hob ich erschöpft meinen Kopf und ging einige Schritte zurück. „Ich werde dann mal duschen gehen... dann hast du ein paar Minuten Zeit, um in Ruhe nachzudenken", murmelte ich, dann ging ich an meine Tasche und kramte nach frischen Boxershorts. Nachdem ich diese gefunden hatte, suchte ich noch nach einer Jogginghose. Doch kaum hielt ich den dunkelblauen Stoff meiner langen Sporthose in den Händen und hatte Blick auf das Logo des Chelsea FC, ließ ich die Hose schnell wieder fallen. Stattdessen stand ich auf und ging träge zu meinem Kleiderschrank hinüber, wo ich noch einige Klamotten aufbewahrte, die ich nie mit nach London genommen hatte.

Ich zog eine schlichte, schwarze Sporthose heraus, griff nach meinen Boxershorts und verschwand im Badezimmer. In der Dusche drehte ich das Wasser so heiß es nur ging und reinigte gründlich jede Stelle meines Körpers, als könnte ich so Simons Berührungen ungeschehen machen. Auch wenn es sich so anfühlte, als würde das heiße Wasser jede Stelle meiner Haut verbrennen, ließ ich es immer weiter laufen. Als ich schließlich eine gefühlte Ewigkeit später aus der Dusche stieg, fühlte ich mich noch immer nicht wirklich sauber, doch immerhin nicht mehr so schmutzig wie zuvor.

Zögernd, fast schon ängstlich tapste ich wenig später zurück zu meinem Zimmer. Die Tür stand noch immer halb offen, sodass ich Harrys Stimmer bereits vernahm, bevor ich den Raum betrat. „Egal, was passiert, du musst dir keine Sorgen machen, Kiwi. Du hast so viele Menschen, die dich lieben", hörte ich seine Stimme gefolgt von einem schmerzerfüllten Schluchzer. „Ich liebe dich, Freddie. Und deinen Daddy liebe ich auch. Von ganzem Herzen", redete er weiter, woraufhin ich mein altes Kinderzimmer betrat. „Ich liebe dich auch, Harry", sagte ich leise, woraufhin er seinen Kopf hob und mir mit Tränen in den Augen entgegen blickte. Ich versuchte ihm mit meiner Mimik zu zeigen, wie ernst mir diese Aussage war, während ich blind die Tür hinter mir schloss.

Harry saß auf meinem alten Schreibtischstuhl und hielt mit beiden Händen Freddie, den er auf dem Schreibtisch abgesetzt hatte und der nur mit seinen kleinen Ärmchen herumwedelte und in die Luft griff. Ich schnappte mir einen Stuhl aus der Ecke und ging langsam auf die beiden zu. Zögernd setzte ich mich neben Harry und beobachtete, wie er Freddie auf seinem Oberschenkel absetzte und eine Hand auf seinen Bauch legte, um ihn so sicher an seinem Körper zu halten. Schnell ergriff ich meine Chance und umfasste seine andere Hand mit beiden Händen.

„Ich will mein Leben mit dir verbringen, Harry", flüsterte ich, da ich meiner Stimme nicht mehr zutraute, einen vollständigen Satz zu formen. Harry sah mich kurz an, dann schloss er seine Augen und blickte nach unten zu Freddie. „Ich will mein Leben auch mit dir verbringen, Louis. Das steht außer Frage", murmelte er als Antwort, woraufhin ich erleichtert ausatmete, seine Hand zu meinem Mund führte und einen sanften Kuss auf seinen Handrücken hauchte. „Du... du musst nur verstehen, da ist bei mir gerade so viel Ungewissheit... ich kann mir nur zusammenreimen, was letzte Nacht wirklich passiert ist. Aber ich vertraue dir, Louis. Ich vertraue dir, wenn du sagst, dass nichts passiert ist", sagte er und legte seinen Kopf schief, während er meinen Blick erwiderte.

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt