Fotografie

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Als die Tür des Schlafzimmers ins Schloss fiel, zitterte mein Körper so stark, dass ich jegliche Kontrolle darüber verloren hatte. Ich war völlig übermüdet, konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und ich war durchflutet von Angst. Panischer Angst. Angst, die so gewaltig war, als würde ich in lodernden Flammen stehen, die meinen Körper lebendig verbrannten. Und doch war mir so kalt, dass ich beinahe erfror.

Simon sagte kein Wort. Stumm stellte er sich vor mich, reckte arrogant sein Kinn in die Höhe und legte seine Hände auf meinen Schultern ab. Er zögerte einen Moment, dann drückte er mich plötzlich nach unten, sodass ich überrascht auf meine Knie fiel. Ich spürte Schmerz. Schmerz in meinen Knien. Doch noch viel mehr spürte ich Schmerz an meinen Schultern, wo seine Hände den dünnen Stoff meines Hemdes berührt und sich geradezu in meine Haut gebrannt hatten.

Als mein Gesicht schließlich auf der Höhe von seinem Schritt war, wurde die Angst in mir so mächtig, dass jeder einzelne Muskel sich bis zur völligen Bewegungslosigkeit verkrampfte. „Na los, worauf wartest du, Schwuchtel?", lachte er. Verzweifelt versuchte ich, an Sauerstoff zu gelangen, doch meine Brust zitterte so stark, dass ich immer nur winzige Atemzüge nehmen konnte.

Ich blickte nach oben und sah, wie Simon zornig seine Augenbrauen zusammengezogen hatte. Alleine sein wütender Blick reichte aus, um mir genügend Angst einzujagen, sodass ich zitternd meine Hände hob. Sie schlotterten wie Espenlaub, als ich nach dem Stoff seiner kurzen Sporthose griff.  Sie war dunkelblau, genau wie die meine, die zu Hause im Schrank lag. Und genau wie bei meiner war am rechten Bein das Logo unseres Clubs abgedruckt. Meine Finger verkrampften sich in dem leichten, blauen Stoff, während ich einfach nur das Logo unseres Clubs anstarrte. Ich war regungslos. Vollkommen erstarrt.

„Nun mach endlich", rief Simon, woraufhin ich leicht am Stoff der Hose zog, jedoch nicht fest genug, um sie auch nur ein bisschen zu bewegen. Meine verkrampften Hände zitterten wie verrückt. Gleichzeitig schien jegliche Kraft aus meinem Körper entschwunden zu sein.

Simon schien plötzlich die Nase voll zu haben, denn binnen einer Sekunde zog er den Bund seiner Shorts bis zur Mitte seiner Oberschenkel und legte seine Hände auf meinen Hinterkopf.

Der Schock saß so tief in meinen Knochen, dass ich fest meine Zähne zusammenbiss und meinen gesamten Körper anspannte. Gleichzeitig drückte ich meinen Kopf nach hinten gegen seine Hände, als könnte ich das Unvermeidliche so noch abwehren. Ich stand völlig neben mir selbst. Als wäre das einfach nur ein schlimmer Alptraum. Ein fürchterlicher Alptraum. Und doch ein nie zu enden scheinenden Alptraum.

Simon gab mir einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf, während er eine Hand um sein Glied schloss. Doch alleine der Anblick dessen ließ Galle in mir aufsteigen. Alles in mir sträubte sich dagegen. Ich wollte die Augen schließen, ich wollte nichts sehen müssen. Ich wollte alle Empfindungen einfach abschalten können. 

Doch als Simon plötzlich meinen Kopf näher zu sich zog, wurde ich von so viel Angst auf einmal überrollt, dass ich panisch meinen Kopf zur Seite drehte und aus seinem Griff herauswand. Gleichzeitig ließ ich mich nach hinten fallen, sodass mein Rücken gegen die Wand lehnte und meine Beine vor meinem Körper angewinkelt waren. Schnell legte ich auch noch meine Unterarme über meinen Kopf, um mich zu schützen. Ich könnte Harry niemals im Leben betrügen. Ich wollte ihn glücklich machen, immer für ihn da sein, ihm treu sein. Ich könnte ihn nicht betrügen, nicht um alles in der Welt.

Mein Körper zitterte so sehr, ich hatte keine Macht mehr über mich selbst. Ich kauerte einfach nur da, kraftlos, ängstlich, klein. Ich wollte weinen. Ich wollte schreien. Ich wollte fliehen. Doch ich konnte nicht. „Harry", stotterte ich leise vor mich hin. „Harry, Harry." 

Plötzlich hörte ich Schritte und das Geräusch einer sich öffnenden Türe. „Du da, kümmer dich um den da", ertönte Simons Stimme, die mir geradewegs einen kalten Schauer den Rücken hinab jagte. Ich zitterte und fror. Ich hatte gewaltige Angst davor, dass er sich mir wieder nähern könnte.

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt