„Liebster...", begann Harry, dann blickte er einmal kurz zu unserem Sohn in meinem Arm und warf diesem einige Luftküsse zu. „Wenn du wieder so anfängst, dann reicht es mir bald wirklich. Du hast nicht Schuld an alledem, sondern einzig und allein die Person, die uns beide, uns drei bedroht. Wenn du also wieder mit Trennung anfängst, dann kann es bei mir bald wirklich soweit sein, dass ich dem Ganzen überdrüssig werde."
Während seiner kleinen Ansprache wirkte Harry merkwürdig gefasst. So, als wären ihm genau diese Worte schon tausendmal durch den Kopf gegangen. Als hätte er schon häufiger über genau diese Situation nachgedacht. „Ich möchte, dass du hier und jetzt sagst, dass unsere Beziehung etwas ist, wofür du immer kämpfen willst. Egal, ob du oder ich bedroht werden. Ich brauche dich doch, Liebster. Aber ich kann nicht immer wieder hören, dass eine Trennung sicherer wäre. Denn ich bin nirgendwo sicherer als an deiner Seite."
Nachdem mein Mann das gesagt hatte war es mir, als hätte er mir mit seinen Worten die Luft abgeschnürt. Überfordert stand ich auf und lief mit Freddie auf dem Arm zum Fenster. Stumm sah ich zu, wie vor dem Haus einige Pflegerinnen und Pfleger standen und gemeinsam rauchten. Es lenkte mich für eine Millisekunde ab, doch die Schuldgefühle, die ich im Moment verspürte zeigten mir schnell wieder, wie viel Gewicht Harrys Worte hatten. Ich atmete tief durch, wippte ein wenig hin und her, dann ging ich zurück zu Harry.
Stumm sah ich eine ganze Weile meinen Mann an. „Harry, mein Sonnenschein. Ich habe dir geschworen, dass ich dich jeden Tag meines Lebens lieben werde. Und ich liebe dich so sehr. Wenn mir etwas passieren würde, hätte ich weitaus weniger Schmerzen, als wenn dir etwas passiert. Es tut mir wirklich weh, dich immer und immer wieder so zerstört zu sehen...", versuchte ich meine Gedanken in Worte zu fassen. „Aber du bist doch nicht Sch...", wollte Harry etwas einwerfen, doch ich hob schnell meine freie Hand und bat ihn so, mir noch zuzuhören. Denn mir war gerade etwas klargeworden, was mir schon in der Nacht vor meiner Deutschland-Reise hätte klarwerden sollen.
„Ich liebe dich Harry. Ich habe geschworen, für dich da zu sein und dir zuzuhören. Es tut mir leid, dass ich genau das nicht getan habe. Ich hätte dir schon damals besser zuhören sollen. Ich will nur sagen, dass ich dich so sehr liebe, dass ich dich gerne beschützen möchte. Doch ich habe nicht verstanden, dass es manchmal ausreicht, einfach zu lieben." Ich redete mich um Kopf und Kragen und hoffte, dass Harry verstand, was ich ihm sagen wollte. Nämlich, dass ich mittlerweile verstand. „Ich liebe dich, Harry. Und ich werde dich auf ewig lieben", sagte ich nun entschieden, dann setzte ich mich wieder auf den Stuhl neben das Bett und legte meine Hand an seine Wange.
Stumm sahen wir uns einander an. Dann nickte Harry mehrmals. „Für immer, Liebster. Du und ich für immer." Damals bei unserer Hochzeit wusste ich, dass ich in Harry verliebt war und ihn über alles liebte. Doch jetzt, in genau diesem Moment, wusste ich, dass unsere Liebe so viel gewachsen war. Sie war reifer und realistischer geworden. Und klarer. Vorsichtig legte ich Freddie in das Krankenbett neben Harry, immer darauf achtend, nicht an seine Infusionen zu kommen. Dann beugte ich mich über unseren Sohn hinweg und legte so zart ich konnte meine Lippen auf die meines Mannes. Mit geschlossenen Augen verweilte ich einige Sekunden, dann hob ich wieder meinen Kopf und sah ihn an. „Du und ich, Louis. Gemeinsam."
Ich nickte, dann setzte ich mich zurück auf meinen Stuhl und griff erneut nach Harrys Hand. Eine Weile lang sahen wir uns einfach in die Augen, genossen die Ruhe und die Nähe zueinander. Durch die Weltmeisterschaft hatten ich zu lange auf beide verzichten müssen. Doch sie genauso auf mich. Für Harry und mich hatte die Fernbeziehung insgesamt ganz gut geklappt, doch für mehrere Wochen nicht bei seinem Neugeborenen sein zu können, war einfach nur grausam. Ich hatte vorhin direkt gemerkt dass Freddie sich neben Harry deutlich wohler fühlte, als in meinen Armen. „Wie war eigentlich...", setzte ich zur Frage nach ihrem Befinden in den letzten Wochen an, als Freddie plötzlich sein Gesicht zu einer Schnute verzog, sich Tränen in seinen winzigen Äuglein sammelten und er lautstark losschrie.
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
