„Du musst darauf achten, immer schön sein Köpfchen zu halten", erklärte Anne, während ich die frisch gewickelte Babypuppe in meinen Armen hielt. Schnell befolgte ich ihre Anweisung und legte die Puppe so auf meinen Arm, dass auch sein Kopf gestützt war. „Was macht ihr denn da?", hörte ich plötzlich Harrys Stimme. Schnell fuhr ich herum und sah meinen Freund, der am Eingang des Raumes stand und uns überrascht musterte. In einer Hand hielt er einen Strauß Sonnenblumen. Ein Anblick, der augenblicklich pure Zufriedenheit in mir auslöste. „Wir haben ein wenig geredet", erklärte Anne mit einem einnehmenden Lächeln auf den Lippen.
„Und was ist das alles?", wollte Harry skeptisch wissen, wobei er mit seinem Zeigefinger auf die Babyartikel deutete, die noch immer über Couchtisch und Sofa verstreut waren. „Ich bereite ihn etwas darauf vor, ein Kind zu haben", sagte Anne und seufzte dabei, als müsse sie ihm das Offensichtliche erklären. Was ja eigentlich auch so war. Ich legte die Puppe auf dem Sofa ab und grinste meinen Freund mit wackelnden Augenbrauen an.
Grinsend kam er auf mich zu, bückte sich mir entgegen und hauchte mir einen sanften Kuss auf die Lippen. „Ein Glück für Freddie. Ich wette, du hättest ihn ansonsten in eine Plastiktüte gesteckt, weil du vergessen hättest, Windeln zu kaufen", lachte Harry und begrüßte nun auch seine Mutter mit einem Küsschen auf jede Wange. Ich stieg in sein Lachen ein, doch sparte mir dabei die Antwort. Er kannte mich einfach zu gut.
Nachdem Harry noch ein paar Worte mit seiner Mutter gewechselt hatte, legte er die Sonnenblumen auf dem Tisch ab und ging zur Küchenzeile, wo er sich bückte und an einem der unteren Küchenschränke hantierte. Mit meinem Blick verfolgte ich seine Bewegungen, bis ich letzten Endes nur noch auf seinen Hintern starren konnte. Es war mir vollkommen unmöglich, irgendwo anders hinzusehen, viel zu perfekt war meine Aussicht.
Gefangen von meinen Gedanken leckte ich mir über die Lippen und wurde erst wieder aus meinem tranceartigen Zustand gerissen, als Anne sich geräuschvoll vom Sessel erhob und so auf sich aufmerksam machte. „Ich werde mich dann jetzt auf den Weg machen", sagte sie und räumte alle Babyartikel zurück in die Tüte. Obenauf legte sie die Liste mit den Dingen, die ich vor Freddies Geburt noch würde kaufen müssen. Ich war wirklich zutiefst dankbar für Annes Hilfe, schließlich wäre mir ohne sie gar nicht bewusst gewesen, was ein Baby alles benötigte.
„Schon?", fragte nun Harry und zog eine gläserne Vase aus dem Schrank. In einer geschmeidigen Bewegung drehte er sich um und stand auf, nur um seine Mutter überrascht anzusehen. „Ihr könnt mich gerne einmal in Holmes Chapel besuchen, wenn ihr Sehnsucht habt. Aber ich muss meinen Zug erwischen, morgen muss ich schließlich wieder arbeiten", erklärte Anne und schob dabei ihr Smartphone zurück in ihre Handtasche, deren Träger sie sogleich über eine Schulter legte. Ich erhob mich ebenfalls und stellte mich neben Harry, der seine Mutter mit gerunzelter Stirn musterte. „Okay, Mum. Vielleicht kommen wir dich wirklich mal besuchen. Ich habe mich jedenfalls über deinen Besuch gefreut", meinte Harry und gab seiner Mutter erneut einen Kuss auf die Wange.
Daraufhin kam Anne auf mich zu und legte eine Hand an meinen Oberarm. „Also Louis, ich muss schon sagen, ich freue mich wirklich, dich endlich kennengelernt zu haben. Und schön, dass wir das Missverständnis klären konnten", schmunzelte sie und zwinkerte mir dabei amüsiert zu. „Anne, ich freue mich auch, dass wir uns kennengelernt haben. Wirklich, dass du mich so unterstützt und mir noch eine Chance gegeben hast, bedeutet mir echt viel." Anne sah mich gerührt an, dann zog sie mich mütterlich in ihre Arme. „Bis bald, ihr beiden", verabschiedete sie sich nun und verschwand zur Tür hinaus.
Ich klaute mir noch einen Kuss von meinem Freund, dann setzte ich mich zurück aufs Sofa und bettete meine überkreuzten Beine auf den Couchtisch. Schnell schaltete ich den Fernseher ein und startete die Übertragung des letzten Spiels der Donny Rovers, das ich wieder mal verpasst hatte. Doch wie immer, wenn Harry im selben Raum war, konnte ich mich nicht auf das Spiel konzentrieren, sondern beobachtete stattdessen meinen Freund dabei, wie er den Strauß auf dem Tisch abstellte und noch ein wenig daran herumzupfte.
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Only The Brave || Larry AU
FanficLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
