Geheimagent

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„Bis später, Sonnenschein", murmelte ich, bevor ich meinem schlafenden Freund einen Kuss auf die Lippen drückte und zur Tür hinaus schlich. Der gestrige Abend hatte uns beide ziemlich aufgewühlt, doch am Ende waren wir glücklich aneinander gekuschelt in unserem Bett eingeschlafen. Das Harry mir seine Liebe gestanden hatte, gab mir ein unglaubliches Gefühl, welches sogar alle Ängste und Zweifel überschattete, die mich noch immer heimsuchten. 

Motiviert für den Tag schulterte ich meine Trainingstasche, zog die Kapuze tief ins Gesicht und setzte meine Sonnenbrille auf die Nase. Ich fühlte mich wie ein Geheimagent, als ich erst zur Tür hinaus spickte und dann in den Flur trat. Da ich niemanden sehen konnte, schlich ich mich durch den langen Gang und ins Treppenhaus. Aufzug wäre zu gefährlich, schließlich würde ich nicht einfach abhauen können, sollte jemand zusteigen. Die Gefahr erkannt zu werden, war einfach zu groß. Mit dieser Versteckspielerei würde ich nun Tag für Tag leben müssen, jedoch war das ein geringes Übel dafür, dass ich nun mit Harry zusammen wohnen konnte.

Schnell eilte ich die Treppen hinunter und zu meinem Auto, dann manövrierte ich mein Auto durch den Londoner Stadtverkehr. Mein neues Zuhause lag in unmittelbarer Entfernung vom Trainingsplatz, sodass ich sogar kurz mit dem Gedanken spielte, mir ein Fahrrad zuzulegen. Mein Auto fiel in dieser Gegend einfach zu sehr auf.

Als ich am Trainingsgelände ankam, verschwendete ich keine Zeit und ging direkt zu den Umkleiden. Nur wenige Spieler waren schon da und auch von Zayn war weit und breit nichts zu sehen. Vielleicht mied er mich ja absichtlich. „Hey, Tomlinson. Auch mal wieder da?", fragte ein Mannschaftskollege, der seit dieser Saison neu im Team war. „Ja, endlich. Ich habe es schon vermisst, auf dem Platz zu stehen", antwortete ich mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht, woraufhin mein Gegenüber lachte. „Das kann ich mir vorstellen. Du bist wirklich eine Legende auf dem Platz", lobte er mich, bevor er seine Schienbeinschoner zurecht zog und aus der Kabine verschwand.

Meine ohnehin schon gute Laune wurde durch dieses Gespräch noch weiter gesteigert, sodass es mir auch nichts ausmachte, als Zayn plötzlich mit mürrischem Gesichtsausdruck den Raum betrat. Ich zog gerade mein Shirt über den Kopf, da setzte er sich neben mich an seinen Platz und brummte ein leises „Hi". Mit hochgezogenen Augenbrauen nahm ich das zur Kenntnis und erwiderte seinen kurzen Gruß, der mehr als deutlich machte, was er noch immer von mir hielt. Ich hoffte nur, dass er über die ganze Situation Stillschweigen bewahren und mich nicht bei der erstbesten Gelegenheit an die Presse verpfeifen würde.

„Ist die Schwuchtel auch mal wieder da?", tönte es da plötzlich durch den Raum, woraufhin mich eine Eiseskälte erfasste, die meinen gesamten Körper zum Erstarren brachte.

„Was ist dein Problem?", erwiderte ich so bedrohlich wie nur möglich und drehte mich um meine eigene Achse, damit ich ihm in die Augen blicken konnte.

„Du bist das Problem", fauchte er angriffslustig und funkelte mich dabei herausfordernd an. Dann verzog er seine Lippen zu einem listigen Grinsen und schob noch ein „Schwanzlutscher", hinterher. 

Baff von seiner Direktheit fielen mir fast die Augen aus dem Kopf. Bevor ich aber reagieren konnte, hatte Zayn sich schützend vor mir aufgebaut und seine Arme vor seiner Brust verschränkt. „Ich glaube der einzige, der hier Schwänze lutscht, bist du, Simon", sagte er mit eisiger Stimme. „Ich wette, die Sexpuppen waren auch von dir. Hast sie davor noch schön durchgefickt, bevor du sie hier her gebracht hast", spuckte Zayn unserem Kollegen entgegen. 

„Du verdammter Wichser", schrie Simon aufgebracht und fuchtelte wild mit seinen Händen in der Luft herum. „Ich glaube, du verwechselst da etwas", lachte Zayn völlig unbeeindruckt. „Ich habe eine Freundin. Du bist derjenige, der sich mit seiner rechten Hand begnügen muss. Oder mit seinen Puppen." Kaum hatte Zayn seinen Satz beendet, konnte man dabei zusehen, wie Simon wütend sein Gesicht verzerrte und erneut zu einer Antwort ausholen wollte. „Simon, halt einfach deine Klappe", mischte sich nun Paul ein, der bis jetzt stumm das Schauspiel beobachtet hatte. „Und werd' endlich mal erwachsen. Dein Verhalten nervt", ergänzte Paul, woraufhin Simon wutschäumend seine Tasche schnappte und die Umkleidekabine wieder verließ. 

„Danke", hauchte ich etwas überfordert, als Zayn sich wieder umdrehte und zu mir blickte. Er sah mich einen Moment ausdruckslos an, dann zuckte er mit den Schultern. „Nicht dafür", seufzte er, dann begann er damit, sich umzuziehen. Ich bemerkte zwar, dass er sich damit beeilte, dennoch blieb das erwartete Drama aus. Auch während des Trainings ließ er sich nicht anmerken, dass gestern etwas zwischen uns vorgefallen war. Hätte ich nicht noch seinen angewiderten Blick vor Augen, hätte ich nicht geglaubt, dass das wirklich geschehen war. Er verhielt sich schlichtweg wie immer. Auch als unser Trainer mich am Ende der Trainingseinheit zu sich zitierte, blieb Zayn an meiner Seite, so wie er das bisher immer gemacht hatte. 

„Tomlinson", rief Frank und nickte Zayn kurz zu. „Ich bin zufrieden mit deiner Leistung. Du bist morgen dabei", teilte er mir mit, dann entließ er uns in unseren wohlverdienten Feierabend. „Valencia", murmelte Zayn, während wir zum Gebäude zurück schlenderten. Ich presste nur meine Lippen zusammen und setzte ein Grinsen auf. „Ja, das wird ein Spaß", erwiderte ich schließlich. Die Blues waren auch in der Champions League vertreten, daher würden wir morgen nach Spanien fliegen und gegen Valencia spielen. 

Mir war klar, dass Zayn nur versuchte, ein unverfängliches Thema zu finden, dennoch wollte ich wissen, was er dachte. „Wegen gestern", begann ich daher und sah meinen Kumpel abwartend an. Der schnaubte und zog seine Schultern in die Höhe. „Wenn du mir jetzt auch noch einen Vortrag halten willst, spar's dir. Das hat Liam gestern schon erledigt. Und Gigi und Cheryl." 

Ich nickte vorsichtig, dann entfuhr mir ein verzweifeltes Seufzen. „Hoffentlich hast du dann endlich begriffen, dass man für seine Sexualität nichts kann. Ich hätte auch gerne weniger Drama, aber ich liebe ihn nun mal", erklärte ich ihm im Flüsterton, woraufhin meinem Kumpel der Mund aufklappte. „Du liebst ihn? So richtig?", stotterte er, woraufhin ich mich fühlte, als müsse ich einem Kindergartenkind die Welt erklären. „Ja, ich liebe ihn. Und zwar so richtig. Und zu meinem Glück liebt er mich auch", versuchte ich es ihm klarzumachen. Zayn nickte, dann kratzte er sich verlegen am Hals. 

„Dann werde ich mich wohl wirklich an euch gewöhnen müssen", sagte er kleinlaut. Augenblicklich zuckten meine Mundwinkel in die Höhe und ich musste kurz auflachen. „Ja, ich schätze, das wirst du müssen. Es ist nämlich ernst zwischen uns." Daraufhin sagte Zayn nichts mehr. Eine Antwort war auch gar nicht mehr nötig, er hatte bereits alles gesagt, was ich wissen wollte. Schweigend gingen wir nebeneinander her zu den Umkleiden und schließlich unter die Dusche, wo er zwar erst seine Stirn kräuselte, ansonsten aber nicht den Anschein machte, er würde sich sonderlich unwohl in meiner Gegenwart fühlen.

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[1126 Wörter, 04.09.2020]

Meint ihr, Zayn wird sich an sein Geheimagentenleben gewöhnen können?

Und was haltet ihr von Zayn?


Noch kurz etwas in eigener Sache. Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass ich unglaublich viel Zeit in das Schreiben dieser Geschichte investiere. Diejenigen von euch, die selbst schreiben, wissen ja wie das ist, an die anderen: Es steckt mehr Arbeit dahinter, als es den Anschein macht. Und wenn ich dann soweit bin und ein Kapitel für euch veröffentliche, warte ich gebannt auf eure Kommentare und Ansichten, über das, was ich zu Papier gebracht habe. In letzter Zeit habe ich immer mehr das Gefühl, dass ihr gar kein Interesse an der Story habt. Also wenn euch wirklich etwas stört, dann klärt mich bitte auf. Auch diejenigen unter euch, die noch nie kommentiert haben, dürfen mir gerne ihre Meinung mitteilen. Allgemein würde ich mich freuen, wenn jeder einen Kommentar pro Kapitel dalassen könnte. Das ist wirklich kein Aufwand. Ein kurzes "War gut/ War nicht gut, weil", oder einen Kommentar mitten im Kapitel würde mich unheimlich freuen. Alles in allem will ich eigentlich nur sagen, dass ich mich über jeden einzelnen Kommentar sehr freue. Wirklich, das macht mich immer richtig glücklich, wenn ich lesen kann, was ihr darüber denkt. Fettes Lob an die, die tatsächlich immer kommentieren. Und danke an alle, die bei jedem Kapitel dabei sind und meine Geschichte lesen<3

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt