„Männer, es zählt jeder Zweikampf, jeder Meter, jeder Pass. Ich will heute pure Präzision sehen. Ich will sehen, dass jeder von euch hundert, ach, was sage ich, hundertfünzig Prozent gibt", rief unser Trainer motivierend, als wir im Konferenzraum unseres Fünf-Sterne-Hotels in Porto saßen und uns mental auf das kommende Spiel einstimmten. In nur wenigen Stunden würden wir im Champions League - Finale gegen das deutsche Team FC Bayern München antreten. Dazu hatten wir uns gerade erneut eine zweistündige Spielanalyse des gegnerischen Teams anhören müssen, die in eine Motivationsrede von Frank gemündet hatte.
Mit einem lautstarken Händeklatschen beendete er das Meeting, woraufhin alle ihre Rucksäcke schnappten und den Raum verließen. Geschlossen trotteten wir zum Bus, der bereits vollständig mit unserer gesamten Ausrüstung beladen war und der uns nun zum Estádio do Dragão, dem Stadion des FC Porto bringen würde. Als wir über die Pflastersteine zum Bus hinüber gingen, steckte ich beide Kopfhörer in die Ohren und startete meine Playlist, dann ließ ich mich auf den Platz neben Zayn fallen und schloss meine Augen.
In dem Moment, als wir vor dem Stadion aus dem Bus ausstiegen, stoppte die Musik und mein Klingelton ertönte. Ohne mir die Mühe zu machen und mein Telefon aus der Tasche zu ziehen, drückte ich auf den Sensor des weißen Kopfhörers und nahm den Anruf entgegen. „Tomlinson", meldete ich mich, woraufhin ich hören konnte, wie der Mann am anderen Ende der Leitung schmunzelte. „Hier ist auch Tomlinson", sagte er, woraufhin mein Herz aufgeregt pochte und sich zeitgleich ein schlechtes Gewissen in mir breit machte.
„Sonnenschein", flüsterte ich, als ich auf dem Weg durch das Stadion etwas Abstand zwischen mich und meine Teamkollegen gebracht hatte. „Ich wollte dir noch viel Glück wünschen. Und dir sagen, dass ich mir das Spiel ansehen werde und an dich glaube, obwohl ich heute nicht live in Porto dabei sein kann", erwiderte er. In solchen Momenten, wenn er mit mir in diesem Tonfall sprach, wollte ich nichts lieber, als ihn fest in meine Arme zu schließen und ihm zu sagen, wie sehr ich ihn liebte.
„Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich einfach gegangen bin, obwohl es Freddie nicht gut geht", murmelte ich. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte Freddie so schlimm geschrien und geweint, dass wir verzweifelt und angsterfüllt Anne angerufen hatten, weil wir einfach nicht weiter gewusst hatten. Wir wussten zwar, dass Freddie unter 3-Monats-Koliken litt, doch so schlimm wie in dieser Nacht war es noch nie gewesen. Anne hatte uns daraufhin beruhigt und versprochen, gleich am nächsten Morgen nach London zu fahren.
Dennoch fühlte ich mich schlecht, weil Harry nun in dieser schwierigen Phase auf ihn aufpassen musste, während ich mich einfach vom Acker machte. „Meine Mum ist bei uns, du brauchst dir keine Sorgen machen, Lou. Konzentrier du dich auf das Spiel. Ich will, dass du alles gibst und jede einzelne Sekunde genießt. Morgen Abend bekommst du noch genug von unserem Schreihals ab", meinte Harry liebevoll und klang dabei ziemlich glücklich, obwohl er in der letzten Nacht sicher kein Auge zugetan hatte.
Noch immer mit Harry telefonierend ging ich meinen Mannschaftskollegen hinterher in die Kabine, begrüßte mit einem Lächeln und einer Handbewegung alle anwesenden Personen, dann warf ich meine Tasche an meinen Platz und hörte währenddessen dabei zu, wie Harry sich lautstark mit seiner Mutter unterhielt. Schnell zog ich mich aus, tauschte meine Klamotten mit denen, die an meinem Platz bereit lagen und ging anschließend zu den Liegen hinüber, wo bereits einige Physiotherapeuten auf uns warteten.
Schnell deutete ich auf meine Kopfhörer und blieb neben der Liege stehen. „Ich muss jetzt Schluss machen. Aber ich vertraue darauf, dass du dir das Spiel ansehen wirst. Du bist meine Motivation, heute über mich hinaus zu wachsen. Das wird das beste Spiel werden, das du je gesehen hast", flüsterte ich lächelnd. Einige Sekunden lang blieb es still am anderen Ende der Leitung. Doch in dieser kurzen Zeitspanne konnte ich mir ausmalen, wie Harry mit seinen Lippen ebenfalls ein Lächeln formte, sodass seine wunderschönen, grünen Augen strahlten.
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Only The Brave || Larry AU
Hayran KurguLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
