Harry und ich verbrachten noch den gesamten Montagmorgen bei Max und Eleanor, wodurch wir den beiden eine kleine Verschnaufpause verschafften. Nachmittags traf Harry sich mit Gemma, um die Bilanzen seines Blumenladens durchzugehen, während ich eines von neuerdings vielen Treffen mit meinem Bankberater hatte.
Als ich am Dienstag wieder zum Training ging, war das eine seltsam ungewohnte Form von Normalität, schließlich fühlte sich seit Freddies Geburt vor über einer Woche kaum mehr etwas normal an. Vater zu sein stellte einem wirklich das gesamte Denken auf den Kopf. Ich konnte es kaum erwarten, ihn wieder zu besuchen, doch zuvor hatte ich noch andere Pläne. Ich schlüpfte in meine gefütterte Lederjacke und schulterte meine Sporttasche, dann verließ ich den Umkleideraum.
Gerade als ich zur Tür hinaus trat, spürte ich, wie mir jemand auf die Schulter klopfte. „Tomlinson", rief ein Mannschaftskollege. „Ich hab' gehört, du knallst Bella Hadid. Die hat ein echt geiles Fahrgestell", meinte er in anerkennendem Tonfall, der mich nur eine Augenbraue in die Höhe ziehen ließ. „Was soll ich sagen? Sie ist echt scharf", entgegnete ich vage, dann verzog ich meine Lippen zu einem aufgesetzten Grinsen und kehrte ihm den Rücken.
Verärgert von meinem Teamkollegen eilte ich aus dem Gebäude hinaus und sah dort direkt Liams Wagen auf dem Parkplatz stehen. Schnell ging ich hinüber und warf meine Tasche in den Kofferraum, dann ließ ich mich auf der Rückbank neben Liam nieder. Schließlich hatte er noch immer keinen Führerschein. „Hey", begrüßte ich ihn, was er sofort erwiderte. „Schau mal", meinte er und reichte mir dabei sein Tablet. „Ich bin sicher, dass du mal wieder nicht auf dem neuesten Stand bist, was die Schlagzeilen über dich angehen."
Verwirrt blickte ich auf das Tablet und erkannte sofort einen Screenshot vom Titelblatt einer Boulevardzeitung, auf welchem groß das Gruppenbild von Bellas Geburtstag abgebildet war. „Ist SIE seine bessere Hälfte?", stand dick und fett darüber. Ich seufzte genervt, dann wischte ich nach links, nur um ein ähnlich aufgebautes Titelblatt zu sehen. „Begann ihre Liebe schon letztes Jahr?", stand da über dem Foto, das bei einer Party auf Zayns Yacht vor drei Jahren entstanden war. „Lächerlich", murmelte ich und rümpfte die Nase. Fünf weitere Screenshots erzählten mir von meiner großen Liebe zu Bella und rätselten, wann diese Liebe wohl schon begonnen hatte. Genervt atmete ich lautstark aus, dann gab ich Liam sein Tablet zurück.
„Die sollten sich mal den echten Problemen in dieser Welt widmen", redete ich leise vor mich hin und lehnte erschöpft meine Kopf gegen die Kopfstütze. „Das wäre zwar schön, aber das finden die Leute leider nicht unterhaltsam genug", lachte Liam. Ich rollte mit den Augen, während Liam die Bilder löschte und dann das Gerät achtlos zwischen uns auf den Sitz fallen ließ. „Warum hast du eigentlich noch keine Möbel für Freddie eingekauft? Du hattest doch neun Monate Vorbereitungszeit?", erkundigte sich Liam nach wenigen Minuten.
„Weil er eigentlich erst in zwei Wochen zur Welt kommen sollte und weil Eleanor gemeint hat, dass er die ersten Wochen sowieso ausschließlich bei ihr wohnen wird. Das und weil Harry und ich überlegen, uns irgendwo ein kleines Häuschen zu kaufen", antwortete ich zögernd und musterte meinen besten Freund dabei genau. „Dann wollt ihr nach Doncaster ziehen?", rief er überrascht aus. „Wie kommst du jetzt auf Doncaster?", wollte ich wissen, denn eigentlich hatte ich bisher immer den Stadtrand von London im Sinn. „Weil das nach wie vor deine Heimat ist, Louis. Bevor Fizzy gestorben ist, bist du jede zweite Woche nach Hause gefahren. Ich bin sicher, dass du noch immer an dieser Stadt hängst", erklärte er in ruhigem Tonfall.
Ich sparte mir eine Antwort darauf, zu sehr war ich in meine Gedanken vertieft. Doncaster fehlte mir wirklich, aber Harry würde niemals aus London weggehen. Schließlich hatte er sich hier ein Leben aufgebaut. Noch ehe ich mir aber weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte, parkte Liams Chauffeur und ließ uns aussteigen. Schweigend schlenderte ich neben Liam her, denn im Gegensatz zu ihm hatte ich keine Ahnung, wo man Kinderbettchen und Wickeltische kaufen konnte. „Warte hier, ich muss noch schnell Geld abheben", meinte Liam, weshalb ich einfach auf dem Bürgersteig stehen blieb und schließlich gelangweilt mein Telefon aus meiner Hosentasche zog.
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Only The Brave || Larry AU
Hayran KurguLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
