Wingman

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Dienstagmorgen fand ich mich im Alltag wieder. Es fühlte sich so an, als wäre ich schlagartig aus einem wunderschönen Traum erwacht. Harry und ich hatten die letzten Tage genutzt, um uns nahe zu sein und über vieles zu reden, für das wir sonst kaum Zeit hatten. Wir hatten uns fast den ganzen Sonntag darüber unterhalten, wie dieses Jahr für uns laufen könnte und laufen würde. Wir hatten lange darüber gesprochen, wie ich mich outen wollte und wie ich Wunsch und Realität vereinen könnte. Bei all diesen Gesprächen, als Harry sich in meine Arme kuschelte oder ich mich in seine, da wusste ich, dass es mir eigentlich egal war, wie mein Outing laufen würde oder was die Welt davon halten könnte. Ich wusste, dass ich für meine Zukunft einfach genau das mit Harry wollte: Lange Gespräche mit ihm führen und seine Nähe spüren. 

Mein morgendliches Workout hatte ich schon längst beendet, außerdem war ich bereits frisch geduscht und auch Freddie war schon gefüttert und gewickelt. Harry aber hatte sich von der Geräuschkulisse kein bisschen stören lassen, er schlummerte noch immer tief und fest. Schmunzelnd nahm ich Freddie in meine Arme, dann lief ich ins Schlafzimmer hinüber, wo ich direkt das Licht anschaltete. „Guten Morgen, Schlafmütze. Zeit, aufzustehen", rief ich grinsend, woraufhin auch Freddie mit freudigen Rufen einstimmte. Ich sah dabei zu, wie Harry sich auf den Rücken drehte und missmutig die Nase rümpfte. „Warum weckst du mich mitten in der Nacht?", brummte er, dann schob er die Unterlippe vor uns sah mich traurig an.

„Warum kommst du nicht zu mir ins Bett und wir kuscheln noch eine Weile?", schlug er vor und bedachte mich mit einem bettelnden Blick, dem ich kaum widerstehen konnte. „Wenn du jetzt aufstehst, verspreche ich dir, dass wir uns heute Abend, sobald ich vom Training komme, gemeinsam aufs Sofa kuscheln werden und dort den ganzen Abend verbringen werden. Nur du und ich und Freddie", machte ich einen Gegenvorschlag, denn ich würde es niemals rechtzeitig zum Training schaffen, sollte ich mich jetzt noch einmal zu Harry ins Bett legen. „Na gut, überredet", seufzte Harry, dann schlug er die Decke zur Seite und kletterte aus dem Bett. 

Belustigt sah ich dabei zu, wie mein Mann mit halb geschlossenen Augen das Bett umrundete und dann einige Male blinzelte, als er bei mir war. Schlaftrunken sah er mich an, während seine Lippen ein liebevolles Lächeln formten. „Guten Morgen, Traummann", flüsterte er, bevor er sich mir entgegen lehnte und mir einen Kuss auf die Wange drückte. Anschließend entfernte er sich nicht wieder von mir, sondern lehnte seine Stirn gegen die Seite meines Kopfes, sodass seine Lippen nahe an meinem Ohr waren. „Ich dachte schon, dass alles einfach nur ein schöner Traum war. Du mein Ehemann, vier Tage nur du und ich, das ist zu schön, um wahr zu sein", murmelte er, wobei deutlich zu hören war, wie glücklich er im Moment war.

Ich hörte, wie Harry tief ein- und ausatmete, dann lehnte er sich zurück und drückte Freddie ein sanftes Küsschen auf den Kopf. „Guten Morgen, zweiter Traummann", flüsterte er und überhäufte ihn mit Küssen, dann trottete er langsam an uns vorbei in Richtung Badezimmer. Ich blieb im Türrahmen des Schlafzimmers stehen und sah meinem Mann noch einen Moment hinterher, dann wurde mein tranceartiger Zustand vom Klingeln meines Telefons unterbrochen. „Was gibt's, Jack?", brummte ich wenig begeistert ins Telefon, nachdem ich den Anruf angenommen hatte. Mit Freddie auf dem einen Arm und meinem Telefon in der anderen Hand schlenderte ich ins Wohnzimmer hinüber, wo ich Freddie auf seine Kuscheldecke auf den Boden legte und mich neben ihn setzte.

„Louis, tut mir leid, dass ich störe, aber ich habe gerade eine Stunde lang mit dem Management von Chelsea telefoniert. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue, dass du bald den Verein wechseln wirst. Die Zusammenarbeit mit denen hält doch keiner aus", empörte sich mein Manager am anderen Ende der Leitung. „Was ist los? Machen sie etwa Druck, weil Harry und ich diese Verschweigenheitsvereinbarung noch nicht unterschrieben haben?", wollte ich wissen und spielte mit dem Kuscheltier, dass an dem Spielbogen über Freddie hing und ihn unterhalten sollte.

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt