„Er hat mir nur erzählt, dass du mich aus meinen Klamotten bekommen willst", erklärte ich der Frau am anderen Ende des Telefons und warf mich nebenbei schwungvoll aufs Sofa. Ich hatte den Großteil meines freien Montages dafür verwendet einen Ausdauerlauf durch London zu machen. Schließlich musste Harry arbeiten und Liam war Tag und Nacht im Studio, um Songs für sein neues Album aufzunehmen. „Ich liebe deinen Freund, Louis. Solltest du dich jemals von ihm trennen, wäre ich gerne zur Stelle, um ihn zu trösten", lachte Bella nicht ganz ernst gemeint.
„Das wird niemals passieren, Bella. Außerdem würde Harry nie etwas mit dir anfangen, schließlich hast du keinen Penis", erklärte ich ihr schmunzelnd. „Wahrscheinlich hast du recht", meinte sie, gefolgt von einem dramatischen Stöhnen. „Erklärst du mir jetzt, was es mit deinem Anruf gestern auf sich hatte?", wollte ich nun wissen. Harry war gestern nicht mehr dazu gekommen, mir von Bellas Anruf zu erzählen. Gleich nach dem Gespräch musste ich los, ich hatte gerade noch genügend Zeit Stadionkarten für Michal und Anne zu kaufen. Und letzte Nacht waren Harry und ich mit anderen Dingen beschäftigt.
„Also du erinnerst dich doch, dass ich genau das Foto von der Party gepostet habe, auf welchem ich mich so sehr an dich kuschle?", fragte sie leise und ich glaubte auch eine Spur Schuldbewusstsein in ihrer Stimme erkannt zu haben. „Ja, natürlich. Was ist damit?", hakte ich weiter nach. „Also es gibt mehrere Gründe, warum ich das getan habe", gestand sie nun. „Louis, du weißt ja, dass ich dich sehr mag. Und ich hätte auch so ein solches Foto von uns gemacht. Ich habe aber gerade dieses Bild gepostet, weil ich es satt habe, dass alle glauben, ich würde noch immer Abel hinterhertrauern..."- „Wem?", platzte es aus mir heraus. „The Weeknd, mein Ex-Freund", erklärte sie mir, woraufhin ich mich wage an einen Mann erinnerte, den ich einmal an Bellas Seite auf einer Party getroffen hatte.
„Außerdem dachte ich, dass dir das auch ziemlich gelegen käme, schließlich willst du deine Sexualität ja vor der Öffentlichkeit geheim halten. Es tut mir wirklich leid, dass ich dich nicht eingeweiht oder dich um dein Einverständnis gebeten habe", entschuldigte sie sich, doch ich musste die Informationen erst noch verdauen. „Jedenfalls hat unser Bild ziemlich hohe Wellen geschlagen, wie du ja sicher mitbekommen hast", redete sie weiter. Stumm schüttelte ich den Kopf, bevor ich zu einer Antwort ausholen konnte. „Ich habe seit der Party nicht mehr auf mein Handy gesehen. Es gab Wichtigeres zu tun", entgegnete ich leise.
„Oh, dann hast du das mit Taylors Interview auch noch nicht mitbekommen?", wollte sie nervös wissen. „Nein", presste ich hervor und spannte all meine Muskeln an. Seit ich mit Harry zusammengekommen war, wusste ich, dass dieser Moment einmal kommen würde. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass unser Geheimnis so bald schon an die Öffentlichkeit kommen würde. „Sie... sie hat doch nicht", stotterte ich fassungslos. Mir wurde heiß und kalt zugleich und ich sah schon mein ganzes Leben in die Brüche gehen. Ich würde auswandern müssen. Irgendwohin, wo es nur noch Harry und mich gab. Aber mein Traum vom Fußballspielen wäre unwiderruflich zerstört.
„Oh nein, Louis, hat sie nicht. Sie hat nichts ausgeplaudert. Sie wurde nur nach meiner Party gefragt und was sie über das Bild von uns allen sagen kann, weil ich mich da so sehr an dich schmiege. Darauf hat sie geantwortet, dass sie findet, dass du sehr verliebt seist. Sie hat aber nicht gesagt in wen. Ich meine, wir wissen alle, wen sie gemeint hat. Aber die Medien denken jetzt, dass du mein Freund wärst", klärte sie mich über die Geschehnisse auf.
Erleichtert schloss ich meine Augen und atmete tief durch, um die ganze Anspannung von mir abfallen zu lassen. „Hast du das Harry auch erzählt?", erkundigte ich mich. „Ja. Dein Freund hat gemeint, dass wir die Öffentlichkeit gerne in dem Glauben lassen können, solange ich nicht plötzlich deine Fake-Freundin werde", formte sie allmählich einen Plan. „Damit bin ich einverstanden. Ich kann in der Öffentlichkeit nicht so tun, als wäre ich mit dir zusammen. Das würde sich anfühlen, als würde ich Harry betrügen. Aber wir können sie gerne weiterspekulieren lassen", stimmte ich ihr zu.
„Warum willst du mich eigentlich aus meinen Klamotten bekommen?", wollte ich wissen, nachdem ein paar freudige Laute vom anderen Ende der Leitung bei mir ankamen. „Oh, das hatte ich fast vergessen. Du hast doch sicher mitbekommen, dass ich gerade an einer Kollaboration mit Calvin Klein arbeite, oder?", wollte sie mit bemerkenswerter Intonation wissen. Sie klang unheimlich euphorisch, sodass ich mich beinahe für meine folgende Aussage schämte. „Nicht wirklich?", gab ich zu und kratzte dabei verlegen über die Stelle unter meinem Ohr. In letzter Zeit hatte ich nur noch Fußball und Harry im Sinn. Ich hatte kaum etwas von meiner Umwelt mitbekommen. Vielleicht sollte ich jemanden einstellen, der für mich die Medien im Auge behält. Einen PR-Berater. Schließlich war es an meiner Stelle wirklich gefährlich, nicht zu wissen, was in der Öffentlichkeit vor sich ging.
„Also ich arbeite gerade für Calvin Klein an einer Unterwäschelinie. Und wie du dir sicher denken kannst, werde ich das weibliche Model für die Kampagne sein. Jedoch fehlt noch ein Mann. Und da das eine Zusammenarbeit ist, habe ich ein Mitspracherecht. Ich habe sofort an dich gedacht, Louis. Wem stehen hautenge Boxershorts besser als einem durchtrainierten Profifußballspieler mit perfektem Po?", fragte sie rhetorisch. Ich prustete kurz los und zog lachend meine Augenbrauen in die Höhe, während ich sprachlos meinen Kopf schüttelte. „Perfekter Po. Kaum zu glauben, dass du mir auf den Hintern gestarrt hast", entgegnete ich lachend.
„Natürlich, ich fand dich schon immer unwahrscheinlich heiß. Übrigens winkt dir nach dieser Kollektion eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Calvin Klein. Das wäre ein grober Verdienst von zehn Millionen Pfund. Jährlich", versuchte sie mich zu überzeugen. „Ich weiß nicht, Bella. Solche Werbedeals habe ich bisher immer abgelehnt, weil mein Fokus einzig und allein auf dem Fußball liegt", erklärte ich zögernd. „Und das Geld ist mir auch nicht wichtig." Ich konnte hören, wie Bella theatralisch seufzte, bevor sie sich wieder zu Wort meldete. „Ich will dich nicht dazu zwingen, Louis. Ich bin nur die Überbringerin des Angebots und ich würde mich riesig freuen, solltest du zusagen. Und das Geld könntest du ja auch spenden, wenn du es nicht willst. Oder einen Fond für dein Kind eröffnen, damit es in Zukunft finanziell abgesichert ist."
„Ich werde darüber nachdenken, Bella", sagte ich und wurde im selben Moment von der Türklingel überrascht. Schnell beendete ich das Gespräch mit ihr und eilte zur Gegensprechanlage. „Ja?", sprach ich in den Hörer, neugierig darauf, wer uns wohl besuchen wollte. „Louis, hier ist Anne", drang die Stimme von Harrys Mutter zu mir durch. „Harry ist nicht da. Er ist auf der Arbeit", erklärte ich ihr. Ich wusste, dass sie die Nacht in London verbracht hatte, doch ich war davon ausgegangen, dass sie schon früh wieder nach Holmes Chapel aufgebrochen war. „Ich weiß."
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[1146 Wörter, 10.10.2020]
Was haltet ihr von Bella und ihrer Intention hinter dem Foto? Und sollte Louis den Werbedeal annehmen? Und was könnte Anne nur wollen?
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
