Die Reise nach Deutschland verlief genau wie erwartet. Wir flogen erster Klasse und erreichten gegen Mittag unser Hotel. Es war ein nobles Golf Resort im Osten von Deutschland, wo wir vom Personal freundlich empfangen und zu unseren Zimmern gebracht wurden. Ich teilte mir - wie auch in Portugal - eines mit Zayn, worüber ich äußerst froh war. Es hätte mir nichts ausgemacht, mir mit anderen Teammitgliedern ein Zimmer zu teilen, doch es war eine Erleichterung, mich im eigenen Zimmer nicht verstecken zu müssen. So konnte ich wenigstens dort ungestört mit Harry telefonieren oder auch mit Zayn Privatgespräche führen, ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen.
Direkt nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, wurden wir in den schicken Konferenzsaal des Hotels berufen, wo wir den ersten organisatorischen wie auch taktischen Ansprachen lauschen durften. Wie immer gab ich mir große Mühe, aufmerksam zuzuhören, schließlich war es mein Job und ich wollte diesen besonders jetzt, auf den letzten Metern, wirklich gut machen. Dennoch ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich mir Sorgen um meinen Mann und auch um unseren Sohn machte. Die beiden zurückgelassen zu haben, obwohl ein nicht zurechnungsfähiger Mensch es auf sie abgesehen hatte, machte mir wirklich zu schaffen. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass sie dem nur meinetwegen ausgesetzt waren. Aber vor allem hatte ich einfach nur Angst. Angst um meine Familie.
Am Abend, nach einer intensiven Trainingseinheit und einem leckeren Abendessen, begab ich mich mit ein paar der Jungs sowie Zayn und Mason auf den Golfplatz, um noch ein paar Löcher zu schlagen. Gerade als Zayn jedoch schwungvoll ausholte, klingelte mein Telefon lautstark und brachte ihn komplett aus dem Konzept. So durften wir alle beobachten, wie nicht nur sein Ball, sondern auch sein Schläger weit über den grünen Platz hinwegflogen. Lachend schüttelte ich den Kopf, zuckte entschuldigend mit den Schultern, dann warf ich meinen Schläger auf den Boden und zog mein Smartphone aus meiner Tasche. Schon als ich den Namen sah, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht mehr verkneifen. „Entschuldigt mich kurz, da muss ich rangehen, meine Schwester", rief ich meinen Kollegen zu, dann drückte ich auf den grünen Button. „Hey Lottie", sagte ich und versuchte mir meine Freude über den Anruf meines Mannes nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Schließlich konnte es sein, dass einer meiner Kollegen der Erpresser war oder zumindest mit ihm oder ihr in Verbindung stand.
„Lottie?", hörte ich meinen Mann irritiert fragen, während ich mich zügig von meinen Kollegen entfernte und mich in ein Abseits stehendes Golfcart setzte. „Ich bin gerade mit meinen Kollegen golfen und bin mir nicht sicher, ob ich allen trauen kann. Man kann nie vorsichtig genug sein", erklärte ich mich, denn die Sorge um meinen Mann war ständig präsent.
„Aber jetzt nochmal von vorne: Hallo Sonnenschein", begrüßte ich meine bessere Hälfte, nach der ich mich schon jetzt über die Maßen sehnte. „Hey, Liebster", erwiderte Harry und ich konnte praktisch das sanfte Lächeln auf seinen Lippen hören. Ich spürte, wie sich ein Gefühl der Erleichterung in mir breit machte, als ich hörte, dass es ihm gut ging. „Es ist zwar erst ein paar Stunden her, seit ich dich zum letzten Mal gesehen habe, aber ich vermisse dich schon. Deshalb dachte ich, ich versuche mal mein Glück und rufe dich an", hörte ich meine absolute Lieblingsstimme sagen. „Ich vermisse dich auch", ich konnte mir gerade noch verkneifen, seinen Namen laut auszusprechen, man wusste schließlich nie, wer einen belauschte, „und ich freue mich, dass du anrufst. Wirklich. Wie geht es dir? Wie geht es Freddie? Seid ihr in Sicherheit?"
Ich blickte über das satte Grün des Grases hinweg zu dem Ort, an dem meine Kollegen standen und sich amüsiert unterhielten. „Mir geht es gut und Freddie liegt neben mir auf dem Sofa und grinst mich an. Mal sehen, wie lange es dauert, bis er merkt, dass du nicht mehr da bist", lachte Harry und ich konnte hören, wie er daraufhin liebevoll mit unserem Sohn redete. Ich spürte, wie mein Herz fest in meiner Brust schlug, als ich an meine beiden Lieblingsmänner dachte. Und daran, dass Harry noch immer mein Mann war. Trotz der Katastrophe vom Vorabend.
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
