„Ich bin sprachlos... wie habt ihr das in der kurzen Zeit geschafft", stammelte ich nahe an Lotties Ohr. Meine Schwester grinste und zwinkerte mir zu. „Wir wollten einfach, dass es perfekt wird für euch beide. Ihr habt es verdient", erwiderte Lottie und drückte meine Hand ein wenig fester. Überwältigt ließ ich meinen Blick zu der Szene vor mir schweifen. Am Rand unseres Weges waren links und rechts abwechselnd Sonnenblumen und Fußbälle drapiert worden. Dieser Weg mündete dann im Mittelkreis des Fußballfeldes in einen Gang zwischen weißen Stühlen, die ordentlich in mehreren Reihen standen und auf denen mehr Leute saßen, als ich erwartet hatte.
Ich hatte schon so viele Stunden in diesem Stadion verbracht. Hatte mich gefreut, gelacht, geweint, gekämpft und doch hatte ich noch nie diese Emotionen verspürt, die ich im Moment fühlte. Es war, als würde ich eine völlig neue Dimension an Gefühlen erkunden. Gefühle, die die normale Aufregung und Vorfreude weit überschritten. Ich atmete tief durch, dann schritt ich an Lotties Seite aus dem Spielertunnel heraus und den Weg entlang. Meine Nervosität schien bei jedem Schritt größer zu werden, sodass ich es kaum schaffte, das freudige Grinsen zu erwidern, das unsere Familien und Freunde mir entgegen warfen.
Langsam gingen wir den Gang entlang, bis wir vor der Bürgermeisterin zum Stehen kamen. Sie wartete bereits mit einem freudigen Lächeln auf den Lippen hinter dem Rednerpult auf uns. Hinter ihr befand sich ein Fußballtor, an welchem alle drei Latten komplett mit Sonnenblumen geschmückt waren. Das alles war schon über die Maßen überwältigend für mich, doch als ich mich dann nach der Quelle der Musik umsah und meinen Blick neben das Tor schweifen ließ, traute ich meinen Augen nicht mehr. „Taylor Swift ist da?", fragte ich überrascht, woraufhin Lottie grinste und langsam nickte. „Sie hat morgen ein Konzert in London und ich konnte sie glücklicherweise dazu überreden, heute hier zu sein", antwortete sie leise, wobei ihre Mundwinkel so weit in die Höhe wanderten, als wäre es ihre eigene Hochzeit.
Glücksgefühle rauschten nur so durch meinen Körper, als Taylor plötzlich zu singen begann. Schließlich wusste ich, dass mein Zukünftiger ein großer Fan von ihr war. Außerdem war mir bewusst, dass er diesen Ort mit all den Sonnenblumen genauso perfekt finden würde, wie ich es tat. Ich atmete tief durch, grinste Lottie an und drehte mich dann zu unseren Freunden und Familien um. „Warum sind da drei freie Stühle?", fragte ich im Flüsterton meine Schwester und blickte irritiert zu den freien Plätzen neben Dan. „Einer ist für mich und die beiden anderen sind... ein Gedenken", erklärte Lottie genauso leise. Ich schluckte schwer, dann zwang ich mich, meinen Blick wieder in Richtung Spielertunnel zu richten und mich von der aufkommenden Trauer abzulenken.
Als Lottie daraufhin Anstalten machte, sich von mir zu lösen und an ihren Platz zu gehen, griff ich schnell nach ihrem Arm. „Bitte warte mit mir", flehte ich schon fast, denn ich war aufgeregt wie nie zuvor. Meine Hände schwitzten und mein Herz pochte so schnell, als hätte ich gerade sämtliche Trainingseinheiten auf einmal absolviert. „Denkst du, Harry kommt überhaupt?", fragte ich nach Atem ringend. Mein Blick war starr auf den Spielertunnel gerichtet, wo ich aber noch immer keine Bewegung erahnen konnte. „Natürlich wird er kommen, Louis. Ich hatte eher Angst, dass du in letzter Sekunde einen Rückzieher machen würdest", schmunzelte sie.
Ich drehte meinen Kopf und sah sie an, während Taylor Swift in die Tasten haute und immer lauter spielte. „Ich hätte Harry niemals vor dem Altar stehen lassen. Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, mich von ihm zu trennen, weil er ohne mich ein besseres Leben haben könnte. Aber verdammt, ich liebe diesen Mann einfach, ich will ihn endlich heiraten", sagte ich entschieden zu meiner Schwester. Zeitgleich vernahm ich, wie Taylors Stimme immer kräftiger wurde.
Ich streifte meine verschwitzten Hände an meinen Oberschenkeln ab und blickte nervös zu Lottie. „Warum spannt er mich denn so sehr auf die Folter? Kann er nicht endlich kommen, damit ich ihm diesen verdammten Ring an den Finger stecken und ich ihn endlich küssen kann?", gab ich verzweifelt von mir. Lottie lachte und grinste mich an. „Das Crescendo ist sein Zeichen, dann läuft er los", meinte meine Schwester und zwinkerte mir zu. „Was?", entgegnete ich und wurde immer nervöser, während die Musik immer lauter wurde. „Das ist sein Zeichen, Louis", sagte sie, als würde sie einem kleinen Kind die Welt erklären müssen. Dann nickte sie mit ihrem Kopf in Richtung Spielertunnel.
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
