Meine offensive Fahrweise schien Wirkung zu zeigen, denn die ganze Horde sprang mit einem Satz auseinander, sodass ich endlich den Knopf an der Fernbedienung drücken und das Tor öffnen konnte. Ein Paparazzo schien sich von dem ganzen Theater allerdings nicht beeindrucken zu lassen, denn er blieb eisern stehen und richtete noch immer seine Kamera auf mich.
Wütend durch sein dreistes Verhalten kniff ich meine Augen zusammen, während ich immer wieder meinen Motor aufheulen ließ und schließlich ordentlich aufs Gas drückte, bevor ich dann das Tor passierte und im Hof zum Stehen kam. Dass mein Auto bei der kurzen Fahrt ordentlich geholpert hat, war mir dabei nicht entgangen. Ein schadenfreudiges Lächeln zierte meine Lippen, als ich die Schmerzensrufe, des idiotischen Paparazzos zur Kenntnis nahm.
Schnell drückte ich erneut auf die Fernbedienung zum Tor, dann stieg ich aus dem Auto aus. „Louis, Louis, wo hast du die Nacht verbracht? ", „Hast du eine Affäre?", schallte es von der anderen Seite der Begrenzung, was ich einfach ignorierte und meine Basecap tief ins Gesicht zog. Währenddessen umkreiste ich mein Auto, um meine Tasche aus dem Kofferraum zu holen. „Ist das Kind gar nicht von dir?", wollte da eine weitere Stimme wissen, die mich schlagartig herumfahren ließ.
„Du elender Wichser, verpiss dich von meinem Grundstück", entgegnete ich aufgebracht dem Mann, der sich als einziger durchs Tor geschlichen haben musste und jetzt neben mir im Hof stand. Permanent richtete er seine Kamera auf mein Gesicht und schoss dabei ohne Unterlass Bilder. „Hat Eleanor dich betrogen? Sie wurde neuerdings mit vielen Männern gesehen", wollte er nun mit einem arroganten Lächeln im Gesicht wissen.
„Damit das klar ist", zischte ich und baute mich vor ihm auf, was mit meiner Körpergröße gar nicht so einfach war. „Wenn du Eleanor noch einmal so in den Dreck ziehst, dann endest du genauso wie dein netter Kollege da draußen", erklärte ich ihm mit eiskalter Stimme, dann deutete ich auf die andere Seite des Tores, wo der Mann, dem ich über den Fuß gefahren war, auf dem Boden saß und fluchend seinen Fuß hielt.
„Ist Eleanors Kind von einem anderen? Sie scheint eine ziemliche Hure zu sein", entgegnete er nun kühl und überging dabei meine Drohung. „Dreckskerl", rief ich, dann holte ich aus, legte in der Luft eine halbe Drehung hin und kickte ihm die verdammte Kamera aus der Hand. Meinen Blick auf den schwarzen Apparat fixiert, kam ich am Boden auf und bewunderte mich dabei selbst für meinen Schuss.
Ein siegreiches Lächeln zierte meine Lippen, als ich dabei zusah, wie die Kamera den Kopf einer Statue aus dem Hof meiner Nachbarn mit sich riss und schließlich platschend im Springbrunnen landete. Zufrieden klatschte ich mir den imaginären Staub von den Schultern, dann schnappte ich meine Sporttasche, deren Inhalt ich noch in meinen Handgepäckskoffer umpacken musste.
„Verschwindest du alleine oder brauchst du polizeiliche Begleitung? ", fragte ich hämisch, während meinem Gegenüber der Zorn ins Gesicht geschrieben stand. „Das wird ein Nachspiel haben", fauchte er mit hochrotem Kopf. Grinsend zuckte ich mit den Schultern, dann öffnete ich das Tor und sah ihm dabei zu, wie er den Hof verließ.
Als ich Stunden später in Spanien aus dem Flieger stieg, war ich bereits so ausgelaugt, dass ich mir sicher war, dass das Spiel eine Katastrophe werden würde. Wie immer wurden wir schon auf dem Rollfeld von unserem Mannschaftsbus erwartet, in welchen wir auch sogleich stiegen. Ich ließ mich auf einem Fensterplatz nieder, während Zayn sich erschöpft auf den Platz neben mir fallen ließ. „Was für ein Tag", seufzte er. „Das kannst du laut sagen", erwiderte ich und zog schnell mein Telefon aus meiner Hosentasche, um Harry zu schreiben, dass wir gut gelandet waren.
„Du hast heute ja auch schon ein Spezialtraining absolviert", lachte er und verwies damit auf die Bilder von heute morgen, die bereits im Internet kursierten. „Am besten hat mir gefallen, wie du vor den Mädchen weggerannt bist. Passt ja irgendwie", lachte er leise, dennoch deutete ich ihm schnell, seine Klappe zu halten. Man wusste schließlich nie, wer gerade in der Nähe seine Ohren aufsperrte.
„Die hatten alle eine solche Fahne, dass ich alleine von deren Ausdünstungen betrunken wurde", erklärte ich ihm, als ich an die Teenager dachte, deren Klamotten so nuttig waren, dass es gefährlich für sie wäre, sich an den Straßenrand zu stellen. „Außerdem wollte ich nur in Ruhe laufen und die Gegend erkunden. Ich konnte ja nicht wissen, dass um diese Uhrzeit schon kreischende Mädchen und Paparazzi ihre Runden ziehen", erklärte ich mich weiter. Doch Zayn schüttelt nur seinen Kopf. „Du bist der bestbezahlteste Spieler Englands, natürlich stehst du im allgemeinen Fokus", führte er mir wieder meine Position vor Augen.
Seufzend blickte ich auf mein Smartphone, das mit dem Display nach unten auf dem schwarzen Ausklapptischen lag und just in diesem Augenblick zu vibrieren begann. 'Sonnenschein' stand dort. So hatte ich Harry eingespeichert. Reine Vorsichtsmaßnahme, sollte jemand Unbefugtes mein Telefon in die Finger kriegen sollte. Schließlich sagte der Kosenamen nichts über die Person dahinter aus. „Na geh' schon ran", murmelte Zayn, dann schloss er die Augen und lehnte seinen Kopf gegen die Nackenstütze.
Ein paar Sekunden lang betrachtete ich mein Smartphone, dann drückte ich den grünen Knopf und hielt mir das Gerät ans Ohr. „Hey", flüsterte ich und rutschte in meinem Sitz etwas weiter nach unten, als ob ich dadurch unsichtbar werden würde. Zum Glück war es im Bus ziemlich laut, daher würde es auch niemandem auffallen, dass ich telefonierte.
„Seid ihr schon auf dem Weg zum Hotel?", wollte nun mein Freund wissen. „Ja, wir sitzen im Bus.", erwiderte ich so kurz wie nur möglich. „Ich habe Bilder gesehen. Und Videos", seufzte er daraufhin. „Videos, wie du einem Mann über den Fuß fährst und du einem Paparazzo die Kamera aus der Hand kickst", erklärte er weiter. Ich blies abwartend meine Backen auf und ließ anschließend meine Lippen auseinander ploppen. „Du sahst dabei echt heiß aus", erklärte mir mein Freund mit rauer Stimme.
Diese Aussage würde mir direkt wieder ein Schmunzeln auf die Lippen legen, wäre da nicht dieser seltsame Unterton, der unterschwellig in seiner Stimme mitschwang. „Was ist los?", wollte ich deshalb alarmiert wissen. „Es ist nur so, dass...", begann er, stockte aber sogleich und ließ den angefangenen Satz in der Luft hängen. „Magst du mich nicht mehr, weil ich mich gegen diese Idioten gewehrt habe?", wollte ich halb im Scherz wissen.
„Nein, Quatsch, als ob ich dich nicht mehr mögen könnte. Das ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit." Als er seinen Satz beendet hatte, spürte ich wie mir ein Stein vom Herzen fiel. „Was ist es dann?", wollte ich nun wissen, denn sein Verhalten beunruhigte mich sehr. „Es ist nichts, Lou. Lass uns einfach darüber reden, wenn du wieder zu Hause bist. Ich liebe dich", sagte er zögernd. „Ich liebe dich auch", erwiderte ich dann, obwohl ich noch immer verwirrt war.
„Ärger im Paradies?", fragte nun mein schwarzhaariger Teamkollege mit hochgezogener Augenbraue.
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[1142 Wörter, 12.09.2020]
Immer diese Paparazzi... Was haltet ihr von Louis Umgang mit ihnen?
Und was denkt ihr, was mit Harry los ist?
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
