Schluss

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Harrys Geständnis löste in mir das reinste Gefühlschaos aus. Mir wurde heiß und kalt zur selben Zeit und mein Herz pochte wie verrückt. Mit zitternden Händen schloss ich leise die Tür und blendete so das restliche Gespräch aus. Ich presste mich wieder gegen die Wand und stützte überfordert meine Hände an meinen Knien ab, denn mein Verstand schrie mir zu, ich solle mich von Harry trennen, bevor es zu spät war. Schließlich gab es einfach zu viele Möglichkeiten, bei denen unsere Beziehung in einer Katastrophe enden würden. Zu viele Wege, bei denen Harry verletzt würde. Und ich könnte es nicht verkraften, ihn wegen mir leiden zu sehen.

Verzweifelt rutschte ich an der Wand entlang nach unten und krallte meine Hände in meinen Haaren fest. Harry war mein Sonnenschein, meine Rettung. Dennoch war es mir nicht vergönnt, mit ihm glücklich zu werden. Als meine Glieder aufhörten zu zittern, erhob ich mich langsam und taumelte in Richtung Bett, wo ich mich niederließ und meine Beine an meine Brust zog. 

Ich saß einfach nur da und starrte die Tür zum Wohnzimmer an. Mit jeder Minute, die verstrich brach mein Herz ein Stück mehr, auch wenn ich mir sicher war, dass dies das Beste für Harry war. Der Eine hatte er gesagt. Ich schloss meine Augen und schluckte den Schmerz hinunter. Er war auch der Eine für mich. Er war das Beste, was mir je passiert war. Und zu gerne malte ich mir eine gemeinsame Zukunft mit ihm aus. Eine glückliche Zukunft. Doch wie sollte das klappen in einer Welt, die derart grausam war?

„Louis", tönte durch den Raum gefolgt von dem Geräusch der schließenden Tür. „Gab es Probleme mit Eleanor?", fragte er vorsichtig, woraufhin ich meine Augen öffnete und ihn einfach nur ansah. Harry war wunderschön. Der schönste Mann, der mir jemals begegnet war. „Nein", erwiderte ich mit erstickter Stimme. „Mit Eleanor gab es keine Probleme. Aber ich habe gehört, was Gemma gesagt hat." Harry kräuselte seine Stirn und bedachte mich mit einem fragenden Blick. 

„Warum bist du dann jetzt so niedergeschlagen? Was sie gesagt hat, war doch erfreulich? Zumindest das, was sie mir am Ende versprochen hat", erkundigte er sich, woraufhin ich kurz verwirrt blinzelte. Schließlich überging ich seine Aussage und stand auf. Vorsichtig griff ich nach seinen Händen und atmete tief durch. Dann stellte ich mich auf Zehenspitzen, näherte mich langsam seinem Gesicht. Als ich in seine leuchtenden Augen sah, überkam mich eine Welle des Schmerzes, der sogleich Tränen in meine Augen trieb. Ich spürte, wie sie über meine Wangen kullerten und allmählich mein Gesicht benetzten. 

Als ich meine Augen wieder öffnete, lehnte ich mich vor und presste meine Lippen sehnsüchtig auf seine. Ich genoss das Kribbeln, das die Berührung in mir auslöste und die Wärme, die sogleich durch meinen ganzen Körper rauschte. Jedoch blieb mir keine andere Wahl, als mich wieder von ihm zu lösen und etwas Abstand zwischen uns zu bringen. „Lou, du weinst ja", flüsterte Harry und ließ meine Hände los, um mir sanft über die Wangen zu streicheln. 

„Gemma hat recht", erklärte ich ihm daraufhin. „Du bist viel zu gut für mich, Harry. Ich habe dich gar nicht verdient." Ich sah dabei zu, wie Harry erst langsam und überrascht, dann immer schneller und vehementer den Kopf schüttelte. „Sag so etwas nicht, Louis", forderte er, dann vereinte er unsere Lippen erneut zu einem liebevollen Kuss. Erneut schloss ich meine Augen, um mich vollkommen auf die Empfindungen zu konzentrieren, die ich nun wahrscheinlich zum letzten Mal fühlen würde.

„Harry", setzte ich an, um die unvermeidlichen Worte auszusprechen. Der aber schüttelte seinen Kopf, verzog seine Lippen zu einem liebevollen Lächeln und streichelte sanft mit seinen Daumen über meine Wangen. „Spürst du es denn nicht, Louis? Wir sind perfekt füreinander", erklärte er mir enthusiastisch, woraufhin er meine Hände in seine legte, als wolle er mir das Gesagte beweisen. Mit zusammengepressten Lippen ließ ich meinen Blick zu unseren Händen wandern, die wirklich perfekt ineinander passten. Einen Moment in Ruhe vergönnte ich mir, dann ließ ich ihn los und trat mehrere Schritte zurück.

„Das funktioniert so nicht, Harry. Ich mute dir zu viel zu. Ich will nicht dabei zusehen, wie du an unserer Beziehung zu Grunde gehst", sagte ich mit bestimmter Stimme, die sogar mich selbst überraschte. „Was willst du mir damit sagen, Louis?", hauchte Harry und überbrückte den Abstand zwischen uns. Schmerzerfüllt kniff ich meine Augen zusammen, denn ich schaffte es nicht, Harry so verletzt zu sehen. „Wir sollten das zwischen uns beenden, Harry", erklärte ich ihm leise. Noch während ich die Worte sagte, die unsere Beziehung beendeten spürte ich, wie mir eine einzelne Träne die Wange hinab lief. Schniefend drehte ich meinen Kopf und wischte sie an meiner Schulter ab.

„Du... du machst Schluss mit mir?", stotterte Harry gebrochen. Immer mehr Tränen sammelten sich in meinen Augenwinkel, die nun allesamt über meine Wangen hinab strömten. „Ich will doch nur, dass du glücklich wirst, Harry. Du sollst das Leben führen können, das du verdient hast", flüsterte ich, wobei mir so kalt wurde, dass ich am ganzen Körper eine Gänsehaut bekam. „Aber ich bin doch nur glücklich, wenn ich bei dir bin, Louis", rief er und raufte sich die Haare. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und versuchte den Schmerz zu ertragen, der sich mir aufbürdete. 

„Ich will doch nur, dass du ein schönes und erfülltes Leben führen kannst, Harry", sagte ich, wissend, dass das mit mir an seiner Seite nicht funktionieren konnte. 

„Einfach nur, weil ich dich liebe", ergänzte ich leise. 

Ohne ihn auch nur anzusehen oder seine Reaktion abzuwarten, drehte ich mich um und schmiss all meine Klamotten zurück in den Koffer, der noch immer neben seinem Bett lag.

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[936 Wörter, 02.09.2020]

Louis hat mit Harry Schluss gemacht... Obwohl er ihn liebt...

Was könnte Gemma Harry versprochen haben, als Louis nicht mehr gelauscht hat?

Heute mal ein etwas kürzeres Kapitel. Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen und lauert mir nicht heute Abend mit Mistgabeln und Fackeln auf :0

Only The Brave || Larry AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt