„Zayn, ich weiß, dass das alles überraschend für dich sein muss, aber bitte versuche die Situation einfach so zu akzeptieren wie sie ist", redete Liam auf ihn ein. Ich beobachtete Zayn dabei, wie er meinen besten Freund nachdenklich musterte, bevor er seinen Blick zu Harry schweifen ließ. Dieser sah meinen Teamkollegen eindringlich an, bevor auch er damit begann, ihm ins Gewissen zu reden.
„Zayn", machte Harry auf sich aufmerksam und griff über den Tisch hinweg wieder nach meiner Hand. „Lass dir bitte etwas gesagt sein. Das, was Louis gerade gemacht hat, war mehr als nur eine kleine Randbemerkung. Es mag dir vielleicht nicht bewusst sein, doch jemandem seine Sexualität preiszugeben ist so viel mehr als nur die Worte auszusprechen und den Gegenüber zu informieren. Man springt innerlich über seinen Schatten, schon lange bevor man sich jemandem anvertraut. Und wenn man das dann tut, dann ist man voller Hoffnung. Hoffnung darauf, dass der Gegenüber einen akzeptiert wie er ist. Hoffnung, dass derjenige versteht, dass man nicht nur seine Sexualität offenbart hat, sondern auch einen Teil seiner Identität."
Harry schwieg einen Moment, während Zayn noch immer seine Stirn gekräuselt und seine Lippen zusammengepresst hatte. Verständnis sah leider anders aus. Ich spürte wie die Panik, die ich vorhin so gut verdrängt hatte, jetzt wieder auftauchte und meinen ganzen Körper gefangen nahm. Zayns Blick brannte sich förmlich in mich, weshalb ich einmal tief durchatmete und mich anschließend von meinem Stuhl erhob. „Harry, wollen wir gehen?", fragte ich, denn ich wollte keine Sekunde länger Zayns Ablehnung ertragen müssen. Mein Freund schien genauso zu empfinden, denn er sprang schnell auf und stellte sich neben mich.
„Danke für die Einladung, Cheryl. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend", presste ich hervor, woraufhin Liams Verlobte besorgt nickte und sich ebenfalls von uns verabschiedete. Liam selbst erhob sich ebenfalls, während er meinen Teamkollegen mit seinen Blicken erdolchte. „Ich bringe euch noch zur Tür", murmelte er, dann eilte er uns voran in den Flur hinaus. Harry schenkte Zayn noch einen enttäuschten Blick, dann legte er provokant seine Hand auf meinen Hintern und seine Lippen auf meine. Zärtlich ließ er seine Zunge über meine Unterlippe tänzeln, bevor er auch seine Lippen sanft über meine streifen ließ.
Als er sich wieder von mir löste, zwinkerte er mir zu, dann griff er nach meiner Hand und führte mich Liam hinterher in den Flur. „Es tut mir wirklich leid, wie der Abend verlaufen ist", entschuldigte sich mein bester Freund, als die anderen außer Hörweite waren. „Ich weiß echt nicht, was ich mir dabei gedacht habe, als ich euch alle eingeladen habe." Mit aufgesetztem Lächeln schüttelte ich meinen Kopf und signalisierte Liam somit, dass es ihm nicht leidtun musste. Ich hatte ja selbst eine völlig andere Reaktion von Zayn erwartet. Niemand konnte wissen, dass er mich für meine Sexualität so verabscheuen würde.
Um weiteres peinliches Schweigen zu vermeiden, verabschiedeten wir uns schnell und eilten zu meinem Auto. Während der Fahrt nach Hause versuchte ich angestrengt die Verzweiflung, die Zayn in mir hervorgerufen hatte, vor Harry zu verbergen. Doch es war, als könnte er mich lesen wie ein offenes Buch. Harry schien immer genau zu wissen, was in mir vorging. „Ich hatte gehofft, du müsstest so etwas nie erleben", flüsterte er in die Stille hinein. Als wäre das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, wurde ich von einem Gefühl der Trauer und er Wut überrollt, sodass ich Mühe hatte, mich auf die Straße zu konzentrieren. Immer wieder hallten mir Zayns Worte durch den Kopf, wodurch ich mich immer schlechter fühlte.
Als wir endlich einen Parkplatz in der Nähe von Harrys Wohnung fanden, war ich heilfroh, den Motor endlich abstellen zu können. Meine Hände hatten sich so sehr um das Lenkrad verkrampft, dass es mir im Moment unmöglich schien, sie jemals wieder davon zu lösen. Harry schien das zu bemerken, denn er legte seine große Hand auf meine und umschloss sie liebevoll. „Komm, Lou. Lass uns reingehen", forderte er mich mit ruhiger Stimme auf.
Ich wandte meinen Blick zu meinem Freund, der mich aufmunternd anlächelte. Stumm nickte ich, dann tat ich es ihm gleich und stieg aus dem Auto aus. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, folgte ich ihm in das Gebäude hinein und in den Aufzug. Kaum hatten sich die Türen geschlossen, lehnte Harry sich an die Spiegelwand und zog mich in seine Arme.
Ohne zu zögern, vergrub ich mein Gesicht an seiner Brust und atmete seinen vertrauten Duft ein. „Wenn wir oben sind, werde ich etwas für dich kochen, dann kuscheln wir uns aufs Sofa und machen uns einen schönen Abend", versprach er mir, bevor er seine Hände an meinen Kiefer legte und meinen Kopf anhob, sodass ich ihm in die Augen sehen musste.
Er schenkte mir ein liebevolles Lächeln, woraufhin er seine Lippen auf meine Stirn legte und mich sanft küsste. Als schließlich der Aufzug signalisierte, dass wir das gewünschte Stockwerk erreicht hatten, drückte Harry die Tür auf und griff nach meiner Hand. Ein Gefühl der Geborgenheit übermannte mich, weshalb ich diese Geste zuließ und nicht sofort Abstand zwischen uns brachte. Außerdem würde uns in dem spärlich belichteten Flur kaum jemand erkennen.
„Harry!", durchbrach eine Frauenstimme meine Überlegungen, gerade als wir um die Ecke bogen. Schlagartig blieb ich stehen und ließ Harrys Hand los. „Du bist ja doch da, ich wollte gerade schon wieder gehen. Dein gutaussehender Nachbar hat mir unten die Tür aufgehalten, denn ich habe mal wieder meinen Schlüssel vergessen", erklärte sie meinem Freund, während ich stumm die Szene verfolgte. Die brünette Frau mit der verrückten Sonnenbrille in den Haaren fiel meinem Freund um den Hals, bevor sie sich von ihm löste und mich verwirrt ansah.
„Du bist doch...", begann sie und macht große Augen, woraufhin Harry seine Hand vorschnellen ließ und auf ihren Mund legte. „Psst, nicht hier, Gemma!", flüsterte er. Gemma! Sie war Harrys Schwester! Augenblicklich spürte ich, wie die Eifersucht und Anspannung von mir abfiel und sich ein Lächeln auf meinem Gesicht breit machte. Gemma grinste mir zu, dann folgten wir Harry in seine Wohnung hinein. „Du bist Louis Tomlinson", platzte es aus ihr heraus, als schließlich die Tür hinter uns ins Schloss fiel.
Ihr Enthusiasmus brachte mich zum Lachen, weshalb ich belustigt an meiner Unterlippe knabberte und zustimmend nickte. „Was machst du bei meinem Bruder? Und warum hast du in letzter Zeit nicht mehr gespielt? Wegen dir wurde ich doch überhaupt erst Chelsea-Fan", plauderte sie munter drauf los, wobei ihre Stimme mit jedem Wort, das ihre Lippen verließ, lauter und hektischer wurde.
Lächelnd blickte ich zu meinem Freund, der schräg hinter seiner Schwester stand und immer wieder augenrollend zu Gemma blickte. „Ich bin Harrys Freund", erklärte ich ihr. Doch trotz des Vorfalls mit Zayn sprach ich diese Worte mit Stolz aus. Schließlich wusste Gemma um Harrys Sexualität und würde mir diese sicher nicht zum Vorwurf machen.
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[1125 Wörter, 27.08.2020]
Zayn hat's wohl noch immer nicht kapiert... Jetzt wäre der Zeitpunkt erreicht, an dem ihr eure Bratpfannen auspacken und ihm mal ins Gewissen reden könnt:)
Und Louis hat Harrys Schwester kennengelernt:)
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Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
