„Hier?", formte Harry mit seinen Lippen, bevor er mir ein aufgeregtes Lächeln schenkte. Ich zog meine Unterlippe zwischen meine Zähne und ließ für einen kurzen Augenblick meine Augenbrauen in die Höhe wandern. Harry zog daraufhin erwartungsvoll die Luft ein und ließ seinen Blick erneut zu meiner Mitte schweifen. An seinem Gesichtsausdruck sah man nur zu deutlich, was sich gerade in seinen Gedanken abspielte. Am liebsten würde ich meinen Freund jetzt schnappen und ihn doch für einen Quickie zur Männertoilette zerren. Doch ich wusste, dass das schiefgehen würde. Wir wären nicht das erste Paar, bei dem ein neugieriger Spanner über die Kabinenwand hinweg ein Filmchen drehen würde.
„Louis, du hast ja gar keine Verkleidung", meckerte Bella, als sie mir einen kurzen Klaps auf den Oberschenkel gab und mich so dazu bewog, mich aufrecht hinzusetzen. Kaum berührten meine Füße den Boden, setzte sie sich auch schon neben mich. Kurze Zeit später setzte sich Taylor noch zwischen Bella und Harry, während die anderen sich hinter dem Sofa aufstellten.
Einen Arm hatte ich locker um Bellas Rücken gelegt, als wir nacheinander unzählige Bilder schossen. Überraschenderweise hatte ich viel Spaß dabei, denn wir machten zwischendurch immer wieder alberne Bilder, in denen alle eine Grimasse schnitten und ihre Arme in die Luft warfen. Einmal war mein Freund sogar wie eine Ballerina vor uns durch die Luft gesprungen. Jedoch bevor der Timer abgelaufen war. So hatten wir kein Foto von seinem wahnsinnig eleganten Sprung, sondern eines wie er auf dem Boden lag, da er bei der Landung über seine eigenen Füße gestolpert war.
Nach dem letzten Schnappschuss versammelten wir uns alle vor der Fotomaschine und betrachteten das Bild. „Darf ich das posten?", fragte das Geburtstagskind und drückte auf dem Touchpad schon den Button eines sozialen Netzwerks. Noch einmal ließ ich meinen Blick über das Foto schweifen, nur um erneut festzustellen, wie gutaussehend mein Freund war. Er war wirklich fotogen und er strahlte regelrecht in die Kamera. Ich dagegen hatte mein normales Grinsen aufgesetzt, während Bella ihren Kopf auf meine Schulter und eine Hand auf meinen Oberschenkel gebettet hatte. „Von mir aus", seufzte ich, dann entfernte ich mich wieder von der Gruppe und ließ mich zurück auf das Sofa fallen.
„Hallo schöner Mann", säuselte mein Freund und kam langsam auf mich zu. Einen Moment blieb er vor mir stehen und lächelte mich liebevoll an, dann setzte er sich mit gespreizten Beinen mir zugewandt auf meinen Schoss. Alarmiert ließ ich meinen Blick zur Tür wandern, doch die war, zum Glück, nach wie vor geschlossen und alle anwesenden Personen wussten bereits von uns. „Du siehst in dieser Hose verdammt heiß aus", stellte ich fest und leckte mir daraufhin demonstrativ über die Lippen. Harry verschränkte seine Arme in meinem Nacken und lehnte seine Stirn gegen meine. „Ich weiß, die hat ja auch ein Vermögen gekostet", lachte er. Besorgt legte ich meine Hände auf seinen unteren Rücken und zog ihn näher zu mir.
„Ich möchte nicht, dass du wegen mir so viel Geld ausgibst, Sonnenschein. Ich zahle dir das", meinte ich, doch Harry hob nur ruckartig seinen Kopf an und schüttelte ihn bestimmt. „Ich hätte mir die nicht gekauft, könnte ich sie mir nicht leisten. Aber sie hat so viel gekostet wie eine Woche All-Inclusive am Mittelmeer. Dann kann ich dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren, aber es ist sowieso viel schöner, mit dir zu Hause zu sein", erklärte er mir, dann kam er mir wieder näher. „Du wolltest in den Urlaub fahren?", wollte ich erstaunt wissen. Harry hatte bisher nie etwas in diese Richtung angedeutet.
„Gemma und ich fahren immer Mitte Oktober weg. Aber dieses Jahr geht sie mit unserer Mutter zusammen in den Urlaub", klärte er mich auf, dann presste er seine Lippen sehnsüchtig auf meine. Augenblicklich fielen meine Augenlider zu und meine Hände rutschen zu seinem Hintern hinab. „Was hältst du davon, mit mir in den Urlaub zu fahren?", fragte ich zwischen zwei Küssen. Harry ließ etwas von mir ab und legte seine Hände an meinen Hals. Sein Blick zeigte pure Begeisterung gemixt mit einem abenteuerlichen Funkeln. „Nichts lieber als das", seufzte er, dann vereinte er unsere Lippen erneut zu einem leidenschaftlichen Kuss.
„Gehen wir endlich nach Hause? Ich will vögeln", sagte Harry mit rauer Stimme. Eine Welle der Erregung rauschte durch meinen Körper, sodass ich einen Moment die Luft anhalten musste, um einen kühlen Kopf zu bewahren. „Wollen wir davor noch ein Foto machen? Wir haben noch gar kein gemeinsames Foto von uns beiden", raunte ich ihm leise zu und griff nun nach der pinken Federboa, die noch immer um seinen Hals hing.
„Kann ich dein Smartphone haben?", fragte ich meinen Freund, machte mir aber nicht die Mühe auf seine Antwort zu warten, sondern zog es einfach selbst aus seiner Hosentasche. „Liam, kannst du ein Foto von uns machen?", rief ich meinem besten Freund zu und legte derweil meinen Finger auf das Touchpad, um das Telefon mittels Fingerabdrucksensor zu entsperren. Ich hatte Harry klar gemacht, dass er jederzeit Zugang zu meinem Telefon haben durfte, weshalb er seinen Fingerabdruck dann in mein Telefon eingespeichert hatte. Selbiges durfte ich daraufhin bei ihm machen.
„Warum benutzen wir nicht die Fotobox?", wollte Harry wissen, als er von meinem Schoss rutschte und sich neben mich fallen ließ. „Weil auf diese Fotos alle Partygäste zugreifen können", erklärte ich ihm. Harry legte seine langen Beine über meinen Schoss und seine Arme um meinen Hals, dann drückte er seine Lippen für einen feuchten Kuss auf meine Wange. Durch Harrys Geste konnte ich mir ein liebevolles Lächeln nicht mehr verkneifen, weshalb ich glücklich in die Handykamera strahlte. Kaum hatte Liam ein Foto gemacht, sprang Harry vom Sofa auf und zog mich ebenfalls auf die Beine. Glücklich legte ich meine Hände auf seine Brust, während er seine hinter meinem Rücken verschränkte.
„Ich liebe dich, Louis", flüsterte er mir zu und wirkte auf einmal nicht mehr so betrunken wie noch vorhin. „Ich liebe dich auch, Harry." Damit stellte ich mich auf Zehenspitzen und ließ erneut meine Lippen über die meines Freundes streifen. „Gehen wir zusammen nach Hause?", fragte Harry und ließ seine Hände zu meinem Hintern gleiten. Wie gerne würde ich diese Frage bejahen. Doch mir war bewusst, dass sich vor dem Eingang des Gebäudes noch immer Paparazzi tummelten. „Ich rufe dir ein Taxi und komme dann kurze Zeit später nach", erklärte ich ihm.
Gleich nachdem Liam meinem Freund sein Telefon zurückgegeben hatte, rief ich ein Taxi für Harry. „Hör zu, Harry. Das ist jetzt ganz wichtig. Du darfst nicht mit den Reportern da draußen reden. Kein Wort, egal was sie fragen. Sag einfach gar nichts", wies ich ihn an. Harry seufzte und ließ eine Hand meinen Oberkörper hinab zu meinem Hosenbund wandern. „Ich werd' schon nichts sagen", versicherte er mir.
Das war alles, was ich hören wollte, weshalb wir uns gleich darauf von unseren Freunden verabschiedeten und mit gebührendem Abstand die Bar betraten. Am Ausgang baute ich mich vor einem Mitarbeiter der Security auf und deutete zu meinem Freund, der in sicherer Entfernung stehen geblieben war. „Bring ihn zum Taxi, er ist betrunken", herrschte ich ihn an. Ich erntete zwar einen genervten Blick, doch der muskulöse Mann legte gleich einen Arm um meinen Freund und geleitete ihn nach draußen.
Eine halbe Stunde später wagte auch ich den Gang hinaus ins Freie. Wie erwartet standen noch immer einige informationsgeile Reporter vor der Tür, die nur auf ihre Schlagzeile warteten. Ich vergrub meine Hände in meinen Hosentaschen und schlenderte gemütlich an ihnen vorbei. Ihre Worte drangen gar nicht zu mir durch, denn meine Gedanken waren schon bei meinem Freund und was ich gleich noch mit ihm anstellen würde. Als mein Fahrer mich schließlich vor unserem Wohnhaus absetzte, sprintete ich die Treppe ungeduldig nach oben und betrat hektisch unsere Wohnung.
Meine Schuhe landeten in hohem Bogen in irgendeiner Ecke und meine Klamotten machten Bekanntschaft mit der Couch. Nur in Boxershorts bekleidet betrat ich unser Schlafzimmer. Doch was ich da sah, hatte ich so nicht erwartet. Harry lag dort schlafend auf meiner Seite des Bettes. Eine Hand hatte er zwischen Hinterkopf und Kopfkissen geschoben, die andere lag unterhalb seines Bauchnabels. Außerdem war er nackt.
Schmunzelnd hob ich die Bettdecke vom Boden auf und warf sie über ihn, dann löschte ich das Licht und kuschelte mich zu ihm ins Bett. Er schien meine Anwesenheit zu bemerken, denn er drehte sich im Halbschlaf um, sodass er einen Arm um meinen Bauch schlang und seinen Kopf auf meine Brust bettete. „Lou?", schmatze er, woraufhin ich mir ein Lachen verkneifen musste. Gerade war er noch spitz wie ein Hirsch in der Brunst und jetzt war er einfach nur knuffig. „Lou?", brummte er erneut gegen meine Brust. Es war offensichtlich, dass er noch immer fest im Land der Träume war. „Ja?", flüsterte ich lächelnd zurück. „Vögeln wir jetzt?"
----------------------
[1452 Wörter, 29.09.2020]
Scheint, als hätten sie die Party gut überstanden. Oder was meint ihr?
Und was haltet ihr von einem gemeinsamen Urlaub?
DU LIEST GERADE
Only The Brave || Larry AU
FanfictionLouis ist Profi-Fußballer, dessen Leben zur Zeit nicht besser laufen könnte. Wäre da nicht eine Begegnung, die ihn nicht loslassen wollte. [ziemlich lange Larry Au] ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: Diese Geschichte thematisiert Suizid und Missbrauch. Diese K...
