Depressionen sind leise. Oft bleiben sie unsichtbar, besonders dann, wenn Kinder betroffen sind oder mitbetroffen sind, weil ein Elternteil erkrankt. Dieses Buch erzählt eine solche Geschichte. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen.
Denn psychische Erkrankungen können jeden treffen,unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Und sie hinterlassen Spuren, nicht nur bei den Betroffenen selbst, sondern auch in ihrem Umfeld. Besonders Kinder erleben diese Situationen auf ihre ganz eigene Weise: fragend, tastend, manchmal verstummend und doch mit einer unglaublichen Klarheit und Sensibilität.
„Mama hat ihren Regenschirm verloren" gibt einem dieser Kinder eine Stimme. Eine Stimme, die nicht laut sein muss, um gehört zu werden. Eine Stimme, die berührt, weil sie ehrlich ist.
Dieses Buch ist nicht nur für diejenigen geschrieben, die Ähnliches erlebt haben, sondern auch für alle, die sich sensibilisieren möchten. Es soll Mut machen, über das zu sprechen, was oft im Schatten bleibt. Denn es ist nicht schlimm, einen schweren Tag zu haben, das gehört zum Leben. Und es ist auch nicht schlimm, wenn aus einem Tag mehrere werden. Wichtig ist, dass niemand damit allein bleibt.
Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Ebenso wichtig ist es, für andere da zu sein, hinzuschauen, nachzufragen, Unterstützung anzubieten. Manchmal reicht ein aufmerksamer Blick, ein Gespräch oder eine kleine Geste, um zu zeigen: Du bist nicht allein.
Vielleicht gibt es irgendwo ein Kind, das gerade unter einer viel zu großen Last aus Sorgen und Verantwortung zusammenzubrechen droht. Vielleicht hilft dieses Buch dabei, solche Kinder besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen.
Denn manchmal beginnt Veränderung mit genau diesem Moment: dem Mut, nicht wegzusehen.
Lasst uns aufmerksam bleiben, füreinander, miteinander.
Lasst uns den unsichtbaren Regenschirm gemeinsam halten.
Und wenn wir ihn doch einmal verlieren:
Lasst uns nicht aufgeben, ihn wiederzufinden.
Flicken wir ihn gemeinsam, nähen neue Stoffe ein aus Vertrauen, Verständnis und Mitgefühl.
Denn selbst an Regentagen gilt:
Manchmal ist es okay, nicht okay zu sein – solange jemand da ist, der bleibt.
- Vivi
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Mama hat ihren Regenschirm verloren - Wie Depressionen eine Familie verändern
General FictionDepressionen betreffen nicht nur den Menschen, der sie trägt. Sie sickern in alles, was ihn umgibt. In Beziehungen. In Kinder. In Liebe. Marlene ist sieben Jahre alt, als ihre Welt zu kippen beginnt. Mama verändert sich. Mal ist sie wie früher, mal...
