Kapitel 107

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Der Himmel war gespickt mit Sternen.

Ahsoka stand am Fenster und sah hinaus.

Dunkelheit schien ihr entgegen und erinnerte sie an ihre Blindheit.

Kalter Wind fegte in das Haus, aber wieder einmal war das nichts, um das sich Ahsoka kümmerte.

Der Wind war okay... er tat ihr gut.

Die Kälte die sie umfing war die selbe wie auf der Wiese. Als sie am Boden gelegen hatte.

Als das Leben langsam aus ihr heraus gesickert war.

Als es... es fast zuende war.

Diese Kälte war so friedlich gewesen. Sie hatte sie so sehr willkommen geheißen.

Aber sie wusste. Sie wusste, dass davor etwas gewesen war.

Sie sah weiter hinaus, zu dem einen kleinen Stern, der hell genug leuchtete um sich durch ihre Dunkelheit zu schlagen.

Es musste etwas davor gewesen sein.

Sie erinnerte sich an Schmerz.

Unbändiger Schmerz, der sich durch alle ihre Glieder zog, bis in ihr Herz.

Sie erinnerte sich an diese Zeit inzwischen genau.

Sie war in einer Zelle eingeschlossen gewesen.

Ihre Hände und Füße mit metallenen Ketten fixiert.

Die Ketten hatten ihre Haut aufgescheuert, sie spürte die Narben davon, die sich wie Armbänder um ihre Hand und Fußgelenke zogen.

Dort war dieser dunkle Mann gewesen. Seine Stimme wie spitze Eisdolche, die sich langsam in ihre Hoffnung bohrten.

Sie hatte Angst gehabt. Unbändige Angst.

Irgendetwas in ihr hatte geschrien zu Kämpfen und sie hatte gekämpft.

Sie hatte Mauern aus härtestem Gestein um ihren Geist gebaut um die Leere in sich selbst abzuschirmen. Die Leere, an die diese merkwürdige Kraft gehörte.

Sie schloss die Augen, als Tränen ihre Wangen hinunter rannen, bei der Erinnerung an diese Zeit.

Sie rieb sich das Handgelenk.

Es schmerzte.

Aber nur ihr linkes.

Ihr linkes Handgelenk schmerzte, als hätte sie gegen eine massive Metallwand geschlagen.

Dieses Gefühl zog sich von ihren Knöcheln aus den gesamten Arm hinauf.

Sie lenkte ihre Gedanken weg davon und zurück zu der Sache bei der die war.

Sie war in dieser Zelle gewesen. Hungrig. Durstig. Müde und Erschöpft. Alleine.

Aber was war davor? Was war vor dieser dunklen Zeit. Sie spürte Licht, weit entfernt. Aber es war zu weit entfernt, als dass sie es greifen konnte.

Sie musste langsam vorangehen.

Schritt für Schritt.

Die Dunkelheit war lang gewesen. Zu lang.

Davor lag verrat. Sie spürte dieses Gefühl, wie als würde etwas in ihr zerreißen. Eine Geste. Ein Stoß, der ihr Vertrauen brach.

Geborgenheit zu Angst werden ließ.

Sie hörte eine Stimme, von der sie Sanftheit erwartete, aber sie war kalt und hart.

Sie verstand sie nicht, sie klang zu gedämpft. Als wäre ihr eigener Verstand zu überlastet. Zu voll mit der Erkenntnis, das er sie verriet.

So voll, das er die Wahrheit nicht zu ihr durch ließ. Das sie sich an die Lüge klammerte, in der er für sie da war.

Sie ballte ihre Hand zur Faust, löste diese Geste aber wieder.

Die Wut fühlte sich falsch an. Wie Gift, das durch ihre Adern floss.

Sie wollte sie nicht.

Sie hatte nicht viel herausgefunden.

Aber die Mauer war gebrochen.

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