Lilian ist Single, glücklicher Single und arbeitet in einer renommierten Spedition als Human Ressource Managerin. Ab und an verirrt sich mal ein Mann in ihr Leben, aber seit 18 Jahren hat sie nie wieder jemanden so nah an sich rangelassen wie ihn...
Ich hatte mich bewusst in den letzten Wochen mit dem Thema Geburt auseinander gesetzt und schnell war mir klar geworden, das für mich keine Entbindung in einem Krankenhaus in Frage kam. Als ich dann vorerst in Hamburg blieb, fand ich dank meiner alten Frauenärztin das Geburtshaus und lernte Anna kennen. Wir beide verstanden uns auf Anhieb. Natürlich sprachen wir auch darüber, was mit dem Kindsvater sei und ich erklärte ihr grob von unseren Differenzen. Einmal fragte sie ganz vorsichtig, was es denn mit meinem Nachnamen Aufsicht hatte, aber sie akzeptierte mein Stillschweigen und äußerte sich dazu nicht mehr... naja jetzt war es eh egal... sie hatte ihn eindeutig erkannt, so wie sie ihn ansprach, arbeitete aber weiter, als sei es das normalste der Welt für sie. „Hat das jetzt geklappt, das Rose bei Ralf ist?", fragte sie nach, während sie mir aus der nassen Hose half. „Mist...", entfuhr es mir und Patrick nickte mir nur zu und rief seinen Bruder an. Er stellte auf laut, das ich mithören konnte und mich etwas von den Wehen ablenkte. Anna holte uns derweil was zu trinken.
„Ey man, wo biste denn? Ich bin mit Rose schon fast durch den ganzen Zoo gelaufen! Gleich muss ich sie zurück zu Lilly bringen!", wetterte Jimmy und lies Patrick zunächst keine Chance, sich zu erklären. „Jimmy, damn listen! Lilly... ich bin bei ihr... das Baby kommt..." „Bitte was?!" „Erklär ich später. Kannst du dich bitte um Rose kümmern? Ich weiß nicht, wann ich hier weg komme oder wie lange so was dauert und..." „Jimmy?", sprach ich dazwischen. „Patrick schickt dir gleich Ralfs Nummer... entweder ihr unternehmt was bis er Feierabend hat oder du holst den Schlüssseeeelllllllll oh fuck tut das weh....", schrie ich. „Ja... Ähm..... ok..., krieg ich hin... denke ich..." „Ich muss Schluss machen!", schon hatte Patrick aufgelegt und kam endlich zu mir an Bett. Total überfordert saß er da und starrte mich an, als Anna wieder kam und uns Tee und Wasser brachte. „Der Kinderarzt ist informiert, alles ist in Ordnung... Lilian... jetzt ist der letzte Zeitpunkt, um zu entscheiden, wie du deine Maus bekommen möchtest... noch kann ich dir die Wanne einlassen..." „Geht das denn? Ich meine weil sie zu früh ist?", presste ich gerade eben so hervor. Solange es euch beiden gut geht, und das CTG als auch der Befund deines Muttermundes in Ordnung sind, natürlich. Paddy... du kannst auch mit deiner Frau in die Wanne oder setzt dich zu ihr, wie ihr das am liebsten möchtet... also... ?" Ich nickte erleichtert sodass Anna mich nochmal untersuchte, ihr ok gab und mir in die Wanne half. „Du bist gleich soweit, dann haben wir die gewünschten 10 cm. Das Köpfchen konnte ich eben deutlich spüren.", lächelte sie mich aufmunternd an, als erneut von einer Wehe überrollt wurde und kaum noch wusste, wo Oben und unten war. „So Paddy, du schnappst dir jetzt das Sitzkissen und bewegst deinen Allerwertesten mal zu deiner Frau! Hier nur so dumm rumstehen ist nicht! Sei für sie da! Unterstütze sie, gib ihr halt! Kann ja nicht angehen, das sie die ganze Arbeit hier alleine macht!", sagte Anna bestimmt und wandte sich wieder zu mir. „Lilian, hör zu, versuche Kraft zu sammeln, ein paar Wehen brauchen wir noch, bis wir loslegen können. Versuche dem Drang pressen zu wollen noch zu widerstehen und dich zu entspannen." Anna hatte leicht reden, diese Schmerzen... ich hatte das Gefühl in mir würde alles reißen und... „Ahhhhh", ich konnte selbst das Aufschreien durch diese Höllenqualen nicht mehr unterbinden. Patrick griff in dem Moment nach meiner Hand und ich glaube, ich zerquetschte sie ihm augenblicklich, was sein Aufstöhnen zeigte. „Damn Lilly..." „Was... willste tauschen?!", zischte ich ihn an und versuchte irgendwie die erneute Wehe zu überstehen. „Sorry...", murmelte er. „Kann ich denn was für dich tun?" In diesem Augenblick brannten bei mir alle Sicherungen durch, rückblickend auch auf Grund der nicht mehr auszuhaltenden Schmerzen. Ich packte ihm am Kragen. „Was du tun kannst? Meinst du nicht du hast schon genug getan? Patrick Kelly! Das hier ist alles deine Schuld! Glaub mir eins, das nächste Kind bringst du auf die Welt! Mit mir nicht mehr!", schrie ich und lies von ihm ab um mich an den Haltegriffen der Wanne festzuhalten, als die Wehe kurz nach lies. Anna grinste nur und sah Patrick mitfühlend dann an. „Entspann dich Paddy... gleich hat sie alles vergessen! So Lilian... ich glaub, die kleine Maus möchte euch kennenlernen... Versuch jetzt all deine Kraft zu sammeln und mit der nächsten Wehe schiebst du mit.", lächelte sie sanft und Patrick hielt mir erneut seine Hand hin. „Hier... ich verspreche auch, nichts zu sagen...", murmelte er und ich nahm es an. Und dann kam sie auch schon und ich versuchte mit zu schieben. „Gut so... und jetzt kurze Pause, Luft holen und nochmal... schieb... schieb... und noch ein bisschen!", forderte mich Anna auf. „Ich kann nicht...", wimmerte ich und hielt Patricks Hand krampfhaft fest. „Doch... du kannst das. Das Köpfchen ich fast da, und der Rest dann ein Kinderspiel. So... mit der nächsten Wehe schiebst du so doll, als ob es kein Morgen gäbe.... los Lilian..." Ich schob und presste, so wie ich konnte, und endlich lies der reißende Schmerz nach. „Das Köpfchen ist da... so noch zweimal, dann hast du es geschafft. Entspann dich, gönn Patrick auch, das du ihm seine Hand nicht brichst... der Brauch die noch, um Geld zu verdienen, ne? So ein Baby kostet... platziere deine Hände zwischen deinen Beinen und heiße damit eure Tochter Willkommen." Ich lies Patricks Hand los und folgte Annas Anweisung. „Lilian... ein letztes Mal..." Mit letzter Kraft schob ich nach und sah unsere Tochter, nahm sie vorsichtig aus dem Wasser und legte sie mir instinktiv auf die Brust. Sofort schossen mir Tränen in die Augen und Patrick zog uns beide in seine Arme. Auch er weinte. „Herzlichen Glückwunsch!", flüsterte Anna und unsere Tochter schrie wie auf Kommando los, während Anna uns mit einem Tuch zudeckte. „Ich hol den Arzt..."
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