Durch den Wind...

374 20 0
                                    

Ganz sachte begann sich Patrick zu bewegen und stieß sanft in mich, was uns beide in unseren tiefen Kuss stöhnen lies. Patrick hielt mich fest umschlungen, währen nur er sein Becken bewegte und uns beiden die tiefsten und heißesten Gefühle bescherte, sodass ich keine Möglichkeit hatte, mich seinem Rhytmus anzupassen zu können, sondern mich nur hingeben konnte. Tief und langsam glitt er immer wieder in mich und wenn ich dachte, das ich innerlich vor Lust am explodieren war und nur noch ein Schritt fehlte, die Schwelle zu überschreiten, hielt er kurz inne und pausierte. „Gott Pat...!", schrie ich auf. „Shhhh.... we are not alone..." „Egal...", stöhnte ich wieder auf. „Du machst mich halt brutal heiss..." „Ach... tu ich das?!", raunte er und stieß nun etwas fordernder in mich, das ich kaum noch Luft holen konnte und meinen Höhepunkt erreichte. „Better?", frech grinste er mich an und küsste mich zärtlich. „Hmmm!", mehr bekam ich gerade nicht raus, zu sehr ebbte der Orgasmus noch nach.
„Turn!", forderte er mich auf und auf einmal blockierte alles in mir. Sofort tauchten die Bilder auf... die Erinnerung an die Nacht im Hotel... die Situation als er Mark aufforderte sich umzudrehen um es ihm zu besorgen. Ich konnte nicht... noch zuvor in innigster Hingabe und Intimität war schlagartig das so tiefe und besondere Gefühl vergangen.
„Lilly... Dreh dich um...!", forderte er mich erneut auf und lächelte mich an. „Ich... ich ... ich kann das nicht!", stieß ich nur hervor und drückte ihn etwas weg. Schnell stand ich auf, zog mir mein Shirt und den Slip an und verschwand Richtung Bad, schloss die Tür ab und sank an dieser mit dem Rücken angelehnt zu Boden.
Was war da gerade nur passiert... ich wollte mit ihm schlafen, hatte mich hingeben, auch hatte er es geschafft, das ich kam, aber ein einziges Wort und ich bekam die Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Die Erinnerungen ließen mich trotz der Aussprache immer noch nicht kalt, widerten mich an und...
„Lilly? Alles Ok?" „Geh...", stieß ich kurz hervor. „Lilly, lass mich bitte rein! Hab ich was falsch gemacht?" „Patrick, geh bitte!", flehte ich inzwischen unter Tränen. Ich verstand mich ja selbst nicht mehr. Irgendwie war ich total durcheinander, war es doch zu früh gewesen weiter zu gehen, oder woran lag es. Ich hatte ihm doch schon längst verziehen, dachte ich zumindest und versuchte in mich zu gehen und Antworten zu finden. „Lilly... bitte... rede mit mir..." „Ich... ich weiß ja selber nicht so wirklich..." „Please open the door... only talking, ok?"
Warum war er denn so verständnisvoll, ich musste ihm ja ziemlich vor den Kopf gestoßen haben, so fluchtartig ich das Zimmer verlassen hatte, grübelte ich. Unsicher öffnete ich dann doch die Türe des Badezimmers. „Patrick... warum?" „... weil ich dich liebe Lilly... ich hab dich immer geliebt... ich will das nicht so einfach wegwerfen..., will dich verstehen... Verstehen was eben passiert ist...", eindringlich aber auch total verständnisvoll sah er mich an. „Darf ich?", einladend für eine Umarmung streckte er seine Arme mir entgegen und als ich zwar zögerlich nickte, zog er mich sofort in seine Arme und hielt mich einfach nur fest. „Du zweifelst..., oder?", fragte er leise. „Nein, zweifeln ist das falsche Wort." „Und was ist dann das Richtige?" Ich zuckte nur mit den Schultern. „Komm, lass uns zurück gehen und wir reden...", forderte er mich auf und ich folgte ihm. Auf dem Bett setzten wir uns schließlich gegenüber und ich wusste nicht so recht, was ich ihm hätte sagen sollen. Ich selber wusste ja schon nicht, warum ich so extrem reagiert hatte.
„Lilly... warum... I mean, why did you leave... did I hurt you?" „Nicht bewusst... ich... Patrick... als du meintest ‚turn'... ich konnte nicht... ich hab blockiert... die Bilder..." „Was für Bilder?",fragend sah er mich an. „Du und Mark... als ich euch gesehen hab... du hast..." Zaghaft nahm er meine Hände in seine. „Look at me please... are you sure you... das du das überhaupt mir irgendwann einmal verzeihen kannst? Ich kann das was du gesehen hast nicht ungeschehen machen, und ja, es ist ein Teil meines Lebens... damit muss ich auch klar kommen, aber kannst du das auch? Akzeptieren, das ich mit einem Mann vorher zusammen war?" „Ach Patrick, darum gehts gar nicht. Sicher war das auch erstmal ne Sache, die ich verdauen musste, und ja natürlich frage ich mich, warum du dich zu Männern hingezogen fühlst, wo du ja vorher auf Frauen standest, nein, an mir nagt dieser Abend... weißt du, die Person, wo ich glaubte sie liebt mich genauso... beim Sex zu erwischen..." „Aber ich liebe dich doch... oder glaubst du in dem Augenblick damals war es anders?" „Du hast mich vergessen... dich jemanden anderen hingegeben, in dem vermeintlichen Wissen, ich bin nicht da, weit weg..." „So war das nicht... ich hatte so ein schlechtes Gewissen... ja euch beiden gegenüber... auch Mark... er war und ist mir nicht egal... aber die Gefühle zu dir waren stärker und sind es immer noch... aber natürlich spielte auch die Lust dazu bei.., er hat mich angefasst, mich geküsst..." „Heißt, ein Mann würde dich wieder so anfassen, dann...", ich sah nur weg und schüttelte den Kopf. „Hell no Lilly... of course not! Das hat doch nichts mit Mann und Frau zu tun..." „Sondern?" „Um Gefühle... Lust... Begehren... ok... ich roll das Feld mal von hinten auf... ok? Ich möchte das du mir vertraust, mich verstehst... darf ich dich vorher noch was fragen? Hattest du jemals Sex mit einer Frau?" „Nein..," „Ok, listen, I can compare both... Sex is Sex! It doesn't matter which kind of gender you are, ok? Es spielen so viele Faktoren zusammen, das man sich einander hingezogen fühlt. Unsere Gesellschaft macht da eher ein Problem draus... warum sollte man sich festlegen? Sollte man nicht das tun, was einem gut tut? Als ich damals mit Valentin meine ersten Erfahrungen sammelte war ich genauso zerrissen und skeptisch... aber als ich es zu lies fühlte es sich gut an und sagt man nicht, Sex ist die schönste Nebensache der Welt? Sex ist Lust, Hingabe, Liebe, Leidenschaft, Befriedigung, Vertrauen, Befreiung, and so much more, you can't express in any kind of words, you know? Schau dir Mark an... er war immer nur mit Frauen liiert und hat sich damals in mich verliebt, oder sagen wir es so, sich seine Gefühle eingestanden, nachdem ich ihm gesagt habe, das ich mehr für ihn empfinde als nur Freundschaft, und jetzt ? Jetzt ist Lenchen da...  und an dem Abend mit Mark im Hotel... ich wollte ihm erst das mit uns erzählen. Er hatte davor immer wieder schon gefragt gehabt, ob meine Abneigung was mit dir zu tun hat und unterbewusst wusste er die Antwort genau... als ich meine Sachen in Berlin holte... sagte er es mir auch... er wollte sich trennen, wollte nur eine letzte Nacht mit mir... und irgendwie war es bei mir auch ähnlich. In dem Moment als ich mich ihm hingab war es für mich das letzte Mal." „Darf ich dich was fragen, auch wenn es vielleicht sehr intim ist?"

Kenmare... wo sich Zukunft mit Vergangenheit verbindetWo Geschichten leben. Entdecke jetzt