Einen Moment später löse ich mich von ihm und studiere die Umgebung.
"Glaubst du, wir hätten sie aussitzen sollen?", frage ich, als ich mich zum gegenüberliegenden Rand der Lichtung aufmache.
Auch wenn es Eng war, wenigstens etwas Schutz hat uns der Hochstuhl geboten.
"Was, wenn es immer mehr geworden wären?", fragt er im gegenzug.
Ich zucke mit den Schultern und wir stampfen weiter stumm durch den Schnee. Einige Minuten später dringen wir wieder in den dichten Wald ein.
Die Steigung hat deutlich nachgelassen und es wird immer schwieriger, sicherzustellen, dass wir auch wirklich weiter bergab laufen.
Der Wind pfeift durch die Tannen und lässt mich schaudern. Wir haben uns wieder von unserem kleinen Sprint erholt, aber die verschwitze Kleidung klammt noch an meiner Haut und lässt mich nicht warm werden.
Genervt und übermüdet bleibe ich stehen und lasse meinen Rucksack auf die Erde fallen und spieße den Speer in den Schnee.
"Was ist?", fragt Ryan und schaut mich mit hochgezogener Augenbraue an.
Ich nehme die Decke von meinen Schultern, ziehe die Jacke aus und drücke sie ihm in die Hand, "Wir unterkühlen sonst.", ich streife mir den Pulli über den Kopf, dann mein nasses Top. Die kalte Luft trifft wie glühende Nadelstiche auf meine Haut und ich schnappe mir sofort wieder meinen Pulli von Ryan.
Ich schließe den Reißverschluss von meiner Jacke und binde das Top um den Tragegriff vom Rucksack, damit es hoffentlich trocknen kann.
Ryan nickt nur und zieht dann ebenfalls seine unterste Schicht aus.
"Jetzt müssen wir wieder warm werden.", murmelt er, als er wieder seinen Rucksack schultert.
"Auf Dauer wird sichs hoffentlich gelohnt haben.", wir machen uns weiter, "Wenn wir nicht noch einen ungeplanten Sprint machen."
Wir laufen einige weitere Stunden durch den Schnee, an Beißern vorbei und zögern es heraus uns einzugestehen, dass wir auch heute keinen sicheren Ort zum rasten finden.
"Ash-", fängt Ryan wieder an.
"Ich weiß.", ich bleibe stehen und schaue mich um.
Wir haben seit ner Weile keinen Beißer mehr getroffen. Abgesehen von der Herde heute morgen kann man ihnen gut aus dem Weg gehen.
"Es wird nicht besser.", ich höre das dumpfe Geräusch, als Ryans Rucksack den Boden trifft.
Ich nicke, dann bleiben meine Augen an etwas hängen.
"Da vorne-", ich zeige auf einen modrigen Baumstamm, der warscheinlich schon eine halbe Ewigkeit dort liegt, "Immerhin etwas Rückendeckung.", ich stampfe dorthin und mache den Boden etwas frei.
Ryan fängt an, etwas Holz zu suchen, kommt aber kurz später mit leeren Händen zurück.
"Alles feucht. Das kriegen wir nie an."
Ich nicke an im vorbei und er dreht sich um. Als er versteht, was ich meine, schaut er mich gequält an, macht sich aber in Richtung des Beißers.
Jetzt ist es wohl soweit gekommen. Dass die Beißer doch noch zu was Nützlich sind zeigt, wie beschissen unsere Lage wirklich ist.
Ich tunke unser wertvolles Benzin auf etwas Schaumstoff als Starthilfe und hole unsere Streichhölzer raus.
Einen Moment später lässt Ryan die dreckige Kleidung auf den Boden fallen.
"Der Rest hat zu viel Blut abgekommen.", er ordnet die dreckigen Hosen und zerrissenen Ärmel zu einem kleinen Haufen an, "Bin noch nicht gewohnt, darauf zu achten, wie ich sie umbringe."
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Just stay alive
ActionSeit vor etwa einem Jahr die Zombieapokalypse ausgebrochen ist und somit nun der Großteil der Menschheit tot durch die Straßen läuft, versuche ich jeden Tag zu überleben. Es soll jedoch einen Ort im Osten Amerikas geben, der noch von Menschen bewohn...
