Kapitel 29

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Als sie das Studio verließen, war Kevin nicht mehr da. Er wollte die beiden nicht stören und ihnen die Zweisamkeit gönnen. Als sie in die Wohnung kamen, stand auf dem Esstisch eine Flasche Prosecco und daneben lag ein Zettel "ich hoffe, du hast es nicht verbockt und dich nicht versungen, Wince! Der Song ist großartig. Alles Gute auf eurem Weg! Fabi." "Oh Gott ist das süß von ihm! Er hat definitiv den Titel bester Mitbewohner verdient" rief Steffi. Wincent holte zwei Sektgläser aus der Küche, öffnete die Flasche und schenkte ein. "Auf uns" prostete er Steffi zu. "Das war echt atemberaubend, danke dir." "Hast du ein Problem damit, wenn das Lied aufs Album kommt? Wenn die Aufnahme gut geworden ist, wollten wir sie so nehmen. Das wäre dann auch das erste Lied, was wir komplett an einem Stück aufgenommen hätten. Also was doppelt besonderes." "Kannst du natürlich gerne machen. Die Trennungslieder kannst du dann über deine Exfreundin singen, für mich die schönen." grinste Steffi und nahm noch einen Schluck aus dem Glas. "Ich hab mir übrigens morgen komplett freigenommen!" Sagte Wincent und leerte sein Glas. "dann können wir ja auf jeden Fall ausschlafen." freute sich Steffi. "Und uns um die nächste Flasche Prosecco kümmern, im Kühlschrank steht noch eine." flötete Wincent gut gelaunt und verschwand in der Küche. Zurück im Wohnzimmer öffnete er die neue Flasche und nahm direkt einen Schluck daraus. "Ey du Saufnase" lachte Steffi und streckte die Hand nach der Flasche aus. 

[2] Wincent nahm sein Handy und machte Musik an. "Zeit für unser erstes Pärchenfoto" er zog Steffi zu sich ran. Beide grinsten in die Kamera und Steffi hielt die Prosecco Flasche hoch. Leicht benebelt nahm Steffi nun auch einen Schluck aus der Flasche und begann, zu tanzen. Es dauerte nicht lange, da hatten sie beiden schon die zweite Flasche leer und tanzten nun beide ausgelassen zu latino Songs durch die Wohnung. Irgendwann konnte Wincent nicht mehr den Blick von Steffi lassen. Es war schon verdammt sexy, wie sie vor seinen Augen die Hüften schwang. Beim nächsten Lied tänzelte Steffi schwungvoll auf Wincent zu und legte ihre Hände um seinen Hals. Er legte seine Hände auf ihre Hüften und bewegte sich im gleichen Rhythmus dazu. Dabei schaute Steffi ihn verführerisch an. Wincent schaute ihr tief in ihre blauen die Augen und war total auf sie fixiert. Langsam zog sie ihn in Richtung Schlafzimmer. Wincent stieg der Alkohol in den Kopf und das Blut in die Hose. Diese Frau machte ihn verrückt und er hatte wilde Gedanken im Kopf, was er gleich alles mit ihr anstellen würde. Im Schlafzimmer angekommen begannen sie, wild miteinander rumzumachen und sich die Klamotten vom Leib zu reißen. Dann schmiss er Steffi aufs Bett und beugte sich über sie. Sie hatten die halbe Nacht hemmungslosen Sex und wälzten sich dabei durch das Bett, bis beide völlig erschöpft einschliefen.

[3] Als Steffi am nächsten Morgen aufwachte, schlummerte Wincent noch ruhig vor sich hin. Sie strich ihm über den Kopf. Es war ein schönes Gefühl, neben ihm aufzuwachen. Noch schöner war es aber zu wissen, dass sie neben ihrem Freund aufwachte. So langsam realisierte sie erst, was da eigentlich gestern passiert war. Sie freute sich schon darauf, wenn sie nachher kurz ins Studio fahren würden, um die fertige Version zu hören. Jetzt musste sie erstmal die gute Nachricht mit ihren Freunden teilen. Alle hatten ihr die Daumen gedrückt, dass die beiden es irgendwie schaffen würden. Dass es jetzt so schnell ging, da hatte Steffi nicht mit gerechnet. Aber es fühlte sich richtig an. Und sie war froh, dass Wincent den Schritt gemacht hatte. Aber bei der Mühe, die er sich gemacht hatte, konnte sie auch gar nicht nein sagen. Sie griff nach ihrem Handy und öffnete das Foto, was Wincent gestern von ihnen gemacht und ihr geschickt hatte. Sie sahen beide so fröhlich aus und hatten leicht rote Wangen vom Prosecco. Sie drückte auf Teilen und schickte es in ihre Mädelsgruppe, an Jan, Collin und Micha. Alina würde sie es später schicken, zusammen mit einer Sprachnachricht, in der sie ihr von dem Lied erzählen wollte. Das müssten die anderen erstmal nicht wissen. 

[4] Sie sah nochmal rüber zu Wincent. Wie konnte man beim Schlafen gleichzeitig so süß und auch so sexy aussehen? Sie musste an letzte Nacht denken. Sie hatte ja schon einiges an Erfahrung gesammelt, aber Wincent brachte das Ganze nochmal auf ein anderes Level. Er war so zärtlich auf der einen Seite, wusste aber auch ganz genau, was er machen muss und forderte dies auch von Steffi. Es passte einfach alles. Sie strich ihm langsam mit der Hand über den Rücken. Er fühlte sich so gut an. Als sie aufhörte, vernahm sie ein leises Brummen aus den Kissen und Wincent zuckte kurz mit den Schultern. Das war wohl ein Zeichen dafür, dass sie weiter machen sollte. Sie fuhr langsam mit ihren Fingern über seinen Nacken bis hin zu seinem Steißbein und wieder zurück. Als sie kurz inne hielt, kam sofort ein "nicht aufhören" gemurmelt. Dieser kleine Morgenmuffel, dachte sich Steffi und gab ihn noch eine kleine Streicheleinheit. Langsam öffnete Wincent die Augen und sah sie verschlafen an. "Guten Morgen meine Süße" grinste er sie müde an. "Bitte nenn mich nicht so. Du kannst dir alles überlegen, nur nicht Süße, Hase oder Schatz. Da reagiere ich allergisch drauf." lachte Steffi leise. "Mh, nagut. Dann überlege ich mir noch was anderes." "Steffi oder Steff reicht eigentlich völlig aus." "Gibt es eigentlich jemanden, der dich Stefanie nennt?" Steffi überlegte. "Eigentlich nicht. Nur meine Mom, wenn sie sauer war oder was Ernstes hat." "Okay, also wenn wir uns dann streiten, dann nenne ich dich auch Stefanie." "Warum sollten wir uns streiten? Nur weil wir jetzt ein Paar sind?" "Naja, jedes Paar hat mal Streit. Sonst wäre das ja ne komische Beziehung oder? Außerdem ist doch Versöhnungssex der beste Sex." grinste er. "Noch besser als gestern?" Steffi beugte sich zu ihm rüber und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Wincent drehte sich auf den Rücken und zog Steffi auf sich. "Nein, gestern war schon ziemlich gut, wird schwer zu toppen." Dann küsste er sie lange und intensiv. 

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt