Nach und nach trudelten die Gäste ein und während Steffi damit beschäftigt war, alle zu begrüßen und Geschenke auszupacken, hatte Wincent sich zu Steffis Mama in die Küche begeben, um ihr beim Servieren von Kaffee und Kuchen zu helfen. Als alle da waren, herrschte ein buntes Durcheinander und jeder hatte viel zu erzählen. Besonders über ihren Dad, der seine Enkelkinder Bella und Leo mitgebracht hatte, freute sie sich sehr und auch Wincent freute sich, die Kiddies wiederzusehen. Zur Überraschung war sogar Steffis jüngere Stiefschwester Diana mit ihrer 6 Monate alten Tochter mitgekommen und es dauerte nicht lange, da hatte Steffi die kleine Emilia auch schon auf dem Arm. “Hier, halt sie mal eben kurz” Hatte ihre Stiefschwester nur gesagt und schon stand Steffi etwas überfordert mit dem Baby auf dem Arm mitten im Wohnzimmer. Sie schaute das kleine Ding in ihrem Arm an und fuhr mit ihrem Finger langsam über die winzige Hand. Emilia registrierte das und packte nach ihrem Finger. “Na, du hast ja ganz schön Kraft.” sagte Steffi mit sanfter Stimme und Emilia reagierte mit einem Lächeln auf Steffis Stimme. Unweigerlich huschte auch Steffi ein Lächeln über die Lippen. Sie musste zugeben, dass es schon ein wahnsinniges Gefühl war, dieses kleine, warme, hilflose Lebewesen im Arm zu halten. Aber was macht man denn den ganzen Tag mit diesem Wurm? Und was macht man, wenn sie anfangen zu schreien? Als hätte Emilia Steffis Gedanken gehört, verzog sie ihr kleines Gesicht und begann zu quaken. Sofort fühlte Steffi sich unwohl und überfordert. Was passierte denn jetzt? Hatte sie etwas falsch gemacht? Warum fing Emilia denn jetzt an zu weinen? Hilfe, dachte sie und schaute sich um. Ihre Stiefschwester war gerade in einem Gespräch mit ihrer Cousine und ihrer Tante vertieft, ihre Mama verschwand in der Küche und alle anderen Gäste hatten inzwischen am Kaffeetisch Platz genommen. Was sollte sie denn jetzt machen? Vorsichtig wippte sie Emilia auf ihrem Arm hin und her, aber sie quengelte einfach weiter. “Ssssscht. Nicht weinen.” sagte sie unsicher. Als wenn sie die Kleine verstehen konnte, so ein Quatsch. Was mache ich hier eigentlich, ging ihr dabei nur durch den Kopf. Sie wollte sich aber auch nicht anmerken lassen, dass sie völlig überfordert war. Sie war heute 29 Jahre geworden, in diesem Alter hatten einige schon mehr als ein Kind großgezogen.
[2] Sie wollte sich aber auch nicht anmerken lassen, dass sie völlig überfordert war. Sie war heute 29 Jahre geworden, in diesem Alter hatten einige schon mehr als ein Kind großgezogen. “Soll ich sie dir mal abnehmen?” hörte sie plötzlich eine Stimme neben sich. Erleichtert schaute sie Wincent an, der Emilia vorsichtig aus ihrem Arm nahm und sie gekonnt so über seinen Arm legte, so dass sie schlagartig ruhiger wurde und erstmal ihre neue Umgebung und Wincent begutachtete. Es dauerte nicht lange, da hatte sich die Kleine wieder beruhigt und war fröhlich am lachen, als Wincent mit ihr rumalberte. “Siehst du, Babys mögen mich einfach nicht. Immer fangen sie an zu weinen, wenn ich sie auf dem Arm habe.” Steffi wirkte ein bisschen geknickt. “Ach quatsch, vielleicht hat sie einfach gemerkt, dass du unsicher warst.” Steffi zuckte mit den Schultern. “Ich wusste auf jeden Fall nicht, dass du so gut mit Babys kannst.” Wincent schaute Emilia an. “Ich finde es einfach faszinierend, wie klein diese Wesen sind und trotzdem schon so viel können. Die kleine Maus hier hat schon richtig Kraft. Und diese kleine Nase.” Er stupste ihr liebevoll gegen das kleine Näschen. Dann schaute er Steffi an und stupste auch ihr gegen die Nase. “Die Kleinen können mehr ab, als du denkst. Du musst gar nicht so zaghaft sein.” Steffi sah ihn etwas skeptisch an und schaute dann zu Emilia, die Wincent mit großen Augen ansah. “Ich glaube, sie mag dich.” “Natürlich mag sie mich.” lachte Wincent und tippelte mit seinen Fingern über ihren kleinen Bauch, so dass das kleine Baby vergnügt aufkreischte. “Na da fühlt sich aber jemand wohl.” kam Steffis Stiefschwester freudestrahlend auf die beiden zu. “Ich wollte ihr gleich die Flasche geben. Oder wollt ihr das machen?” Steffi sah sie skeptisch an. “Ähm…” “Ja, ich mache das. Steffi, kümmer du dich gerne um deine Gäste.” fiel Wincent ihr ins Wort und sah sie aufmunternd an. Er hatte gemerkt, dass Steffi etwas überfordert mit der gesamten Situation war und wollte sie da nicht noch weiter in Verlegenheit bringen. Er liebte Babys und nutzte gerne die Gelegenheit, noch ein bisschen Zeit mit Emilia zu verbringen.
[3] Nachdem Diana ihm alles gegeben hatte, hatte er sich mit Emilia aufs Sofa gesetzt, um sie zu füttern. Steffis Papa, der gerade mit Bella und Leo getobt hatte, setzte sich mit den beiden zu ihm und Bella kuschelte sich sofort an Wincent und beobachtete genau, wie Emilia die Flasche bekam. “Du hast nie erzählt, dass Wincent so gut mit Kindern kann.” sagte Steffis Mama, als sie sich auch endlich mal gesetzt hatte. Die beiden schauten zum Sofa rüber und beobachteten die Szene. “Das wusste ich bisher auch noch gar nicht so richtig. Aber das macht er echt gut.” Besser als ich, dachte sie heimlich. “Also das Baby steht deinem Wincent wirklich gut.” Warf auch Steffis Oma ein. “Wie sieht es denn bei euch aus?” “Oma! Soweit sind wir noch nicht. Wir sind doch viel zu viel unterwegs und ein Kind würde gerade überhaupt nicht passen. Wincent plant schon die nächsten Konzerte. Er ist selten zuhause. Außerdem sind wir ja auch noch gar nicht so lange zusammen.” versuchte Steffi, sich zu rechtfertigen. “Ach Kindchen, das kann man sich nie aussuchen, es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt. Aber ihr werdet schon einen guten Moment finden. Macht euch keinen Stress.” “Danke Oma.” Steffi sah sie liebevoll an. Diese zückte ihr Handy und machte noch ein Foto von Wincent, Steffis Dad und den Kiddies auf dem Sofa. “Das sieht wirklich toll aus.” Sie hielt Steffi das Handy hin, um ihr das Foto zu zeigen. “Ohja, das tut es wirklich. Magst du es mir mal schicken?” Also Steffi das Foto auf ihrem Handy öffnete, bekam sie ein ganz warmes Gefühl. Es war schon unglaublich süß, wie Wincent mit dem Baby auf dem Arm dort saß und Bella an seiner Schulter hing. Sie drückte auf weiterleiten und schickte es Angela, mit dem Kommentar “Dein Sohn übt schonmal ;)”.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
