Bei Steffis Eltern war die Stimmung zum Glück sehr entspannt und sie hatten sich viel zu erzählen. "Wie geht es denn jetzt für dich nach der Tour weiter?" wollte ihr Stiefvater dann wissen. Das war wohl das Stichwort, um von ihrem Plan zu erzählen. Wincent merkte, wie Steffi kurz zögerte und begann, die Frage zu beantworten. "Ich werde auf jeden Fall wieder für einige Zeit in München sein, dort wollen wir am neuen Album weiterarbeiten. Aber ich hab mir auch überlegt, wieder in den Norden zu ziehen. Besser gesagt nach Hamburg. Ich möchte einfach näher bei meinen Freunden und meiner Familie sein. Und bei Steffi natürlich." Er legte seinen Arm auf ihre Stuhllehne und lächelte sie an." "Ach das klingt doch gut. Hamburg ist ja auch schön, und nicht so weit weg." sagte Steffis Mutter. "Wir haben auch überlegt, dass ich dort mit einziehen könnte. Also als Zweitwohnsitz." sagte Steffi schnell. "Meine Wohnung in Bremen behalte ich natürlich." schob sie noch hinterher. Anders als erwartet fanden ihre Eltern die Idee sogar ganz gut. Wahrscheinlich war ihre Mutter auch froh, dass sie dann nicht mehr so häufig alleine zuhause war. In dem Moment klingelte das Telefon. Steffis Mutter kam kurze Zeit später zurück in die Küche. "Das war Oma. Sie hat Betonplatten für den Garten bestellt, die dein Onkel eigentlich in den Garten schleppen wollte. Aber der hat gerade abgesagt" Dann schaute sie Steffis Stiefvater an. "Kannst du dabei helfen? Oder wird das schwer mit deiner Schulter?" "Ich könnte mit anpacken." schaltete Wincent sich ein. Du kleiner Schleimer, dachte sich Steffi. Aber sie fand es auch mega süß von ihm, dass er sofort seine Hilfe anbot. "Wenn du da machen könntest? Das wäre super lieb." "Ein bisschen mit anpacken kann ich auch." meinte dann auch Steffis Stiefvater. "Dann fahrt ihr doch beide hin, und ich hole Wincent da gleich ab. Dann kann ich Oma auch nochmal Hallo sagen." "So machen wir das." Kurz darauf fuhren die beiden los. Natürlich wollte Wincent sich ein bisschen beliebt bei Steffis Familie machen, aber er half auch einfach gerne und wusste, wie es war, mit anzupacken. Zuhause half er ständig seinen Großeltern im Garten, wenn er mal da war. Außerdem mochte er Steffis Oma schon beim ersten Treffen sehr gerne.
[2] Steffi half ihrer Mutter noch, die Küche aufzuräumen. "Du scheinst wirklich sehr glücklich mit ihm zu sein." lächelte Steffis Mutter sie an. "Ja, bin ich auch wirklich." strahlte Steffi zurück. "Sonst hätte ich das mit Hamburg auch nicht so schnell gemacht. Und ich bleibe ja auch hier in Bremen." Steffis Mutter nahm sie in den Arm. "Ich freue mich wirklich für euch." "Und mich freut es, dass ihr ihn so akzeptiert. Ich habe da wirklich ein gutes Gefühl. Das kenne ich so gar nicht." Ihr bedeutete es viel, dass ihre Mama sich scheinbar wirklich für sie freute. Dann machte sie sich auf den Weg zu ihrer Oma, um Wincent abzuholen. Als sie in den Garten kam, schleppten sie gerade die letzten Platten nach hinten. "Das war wirklich ganz lieb, Wincent." bedankte sich ihre Oma bei ihm. "Ach gerne, ich helfe, wo ich kann. Aber jetzt würde ich mir gerne die Hände waschen." "Ich komme mit dir rein." Steffi griff ihn am Arm und lenkte ihn ins Haus. "Deine Oma hat sich wirklich gefreut." "Ja das glaube ich. Ich fands auch schön, dass du direkt eingesprungen bist. Aber jetzt lass uns mal nach Hause fahren. Wir wollten doch noch was kochen." "Äh, ich glaube eher, du wolltest was kochen. Ich gucke dir gerne zu." "Nix da, du wirst gleich zum schnibbeln verdonnert." neckte Steffi ihn. "Mh, nagut, auf eigene Gefahr. Ich bin echt ne Vollkatastrophe." "Ach das wird schon. Ich bin da einiges gewohnt. Früher, wenn unser Opa auf uns Kinder aufgepasst hat, gabs auch immer nur Nudeln mit Ketchup. Aber das waren die besten Nudeln der Welt." schwärmte Steffi. Wincent zeigte auf ein Foto auf dem Kamin. "Ist das dein Opa?" "Ja, er ist vor 5 Jahren gestorben. Das war ganz schrecklich. Er fehlt mir." Steffi senkte die Stimme und sah wirklich traurig aus. Wincent nahm sie in den Arm und strich ihr sanft über den Kopf.
[3] Draußen standen ihre Oma und ihr Stiefvater und wollten gerade reingehen, als die beiden sie im Wohnzimmer stehen sahen. "Er ist wirklich ein toller Mann. DIe Inge hat mir erzählt, dass sie die beiden vorhin hier beim spazieren gehen getroffen hat. Die war auch ganz begeistert. Und Steffi geht es ja wirklich gut." "Ja, das stimmt. Ich hoffe, er passt gut auf unsere Kleine auf." Steffi hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Stiefvater entwickelt. Da er keine eigenen Kinder hatte, war Steffi für ihn wie eine Tochter geworden und er wollte natürlich auch nur das Beste für sie. Wenig später verabschiedeten sich die beiden und fuhren wieder zurück nach Bremen. "Auf was hast du denn Hunger? Ich müsste gleich noch schnell bei Rewe reinspringen." "Gute Frage, ich esse eigentlich alles." "Gut, was hälst du von nem Curry?" "Nehme ich." lachte Wincent. "Ich kann auch gerne mit reinkommen, aber ich weiß nicht, ob ich eine Hilfe bin." "Wie du meinst, aber ich muss wirklich nur fix rein. Ich weiß ja, was ich holen muss." "Ohne Rezept?" Wincent schaute sie entgeistert an. "Du faszinierst mich immer wieder." "Wince, das ist jetzt kein besonderes Talent, ein Curry zu kochen." lachte Steffi und stieg aus dem Auto. Wincent wartete dort und schaute ihr nach. Er war wirklich beeindruckt, was Steffi in ihrem Leben alles schon wegstecken musste und wie taff sie war, vieles alleine zu bewerkstelligen. Er wollte ihr so gerne eine Stütze sein und freute sich auf die gemeinsame Wohnung. Und vielleicht sollte er wirklich mal kochen lernen. Als sie wenig später in ihrer Wohnung ankamen, bekam er genaue Anweisungen von Steffi, was er zu tun hatte und eine dreiviertel Stunde später war alles fertig. "Wow, das ist richtig lecker. Haben wir sehr gut gekocht." strahlte Wincent sie an. "Ja, ohne deine tatkräftige Unterstützung wäre es nur halb so lecker geworden." sagte Steffi mit einem ironischen Unterton. "Hey, ich bin noch in der Übungsphase. Also sei nicht so streng mit mir." "Nagut. Vielleicht haben wir ja in Zukunft ein bisschen mehr Zeit, dass gemeinsam zu machen."
[4] Nach dem Essen erledigten sie gemeinsam den Abwasch und kuschelten sich dann aufs Sofa, um noch einen Film zu schauen. "Also ich muss sagen, dass mir so normale Tage mit dir auch ganz gut gefallen könnten. So kann ich mir auch unser Leben in Hamburg vorstellen." sagte Wincent zufrieden. "Naja, am Wochenende sicher, aber unter der Woche müssen wir ja auch arbeiten. Aber du hast Recht, ich glaube wir sind alltagstauglich. Ich freue mich schon." Steffi drehte sich zu ihm um und gab ihm freudestrahlend einen Kuss. Wincent schloss die Arme um sie und gab sich dem Kuss komplett hin. Den Rest des Films bekamen sie kaum noch mit, da sie sich in diesem langen und leidenschaftlichen Kuss verloren hatten.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
